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Joachim Peters stellt in der Mensa der Heinz-Sielmann-Schule seinen neuesten Koslowski-Krimi vor. - © Karin Prignitz
Joachim Peters stellt in der Mensa der Heinz-Sielmann-Schule seinen neuesten Koslowski-Krimi vor. | © Karin Prignitz

Oerlinghausen Bei einer Leiche bleibt’s nicht

Joachim H. Peters stellt in der Mensa der Heinz-Sielmann-Schule seinen neuen Koslowski vor. Am Ende legt er sich die Federboa um den Hals und singt.

Karin Prignitz
24.01.2022 , 05:12 Uhr

Oerlinghausen. Wer schon einmal reif für die Insel war, der weiß, wie stürmisch es dort zugehen kann. Auch Koslowski, der Kommissar, dessen Vorname selbst im elften Fall ungeklärt bleibt, kämpft zwischen Dünen, Wald und Buschwerk gegen die Windstärken an. Und gegen die Erinnerungen an seinen toten Ex-Kollegen Waldfried Eugelink. Zeit zum Nachdenken bleibt allerdings nicht, denn schon ist da eine neue Leiche. Und wer Joachim H. Peters, den Autor der Koslowski-Romane, kennt, der weiß, dass es nicht bei einer bleiben wird.

„Fluchtpunkt Norderney“, so heißt sein 18. Kriminalroman und zugleich der elfte der Koslowski-Reihe. In der Mensa der Heinz-Sielmann-Schule (HSS) legt Peters, der seit einiger Zeit bekanntlich in Oerlinghausen lebt, Lesefährten aus. Passagen hat er sich herausgesucht, die die Leselust auf den 315 Seiten starken Roman wecken, aber im Grunde kaum etwas von der eigentlichen Handlung verraten. „Sie sollen das Buch ja schließlich lesen.“

Der literarische Serienmörder

Ganz in Schwarz hat Peters die mit einem Ständer voller Hüte und einer neonfarbenen Federboa ausgestatteten Krimibühne betreten. Ein Knopfdruck und es läuten Kirchenglocken, Schüsse fallen, Schreie ertönen – mit der entsprechenden Musik unterlegt. Peters ist eben Edgar-Wallace-Fan. Er ist aber auch ehemaliger Kriminalbeamter, Autor und Kabarettist. All diese Berufungen und Eigenschaften verbindet er. Immer wieder schiebt „der betagte Jutebehälter“ und „literarische Serienmörder“ Werbeblöcke ein. Irgendwo muss das Geld schließlich herkommen.

Die Brille auf die Nasenrückenmitte geschoben, erzählt der „ostwestfälische Wahllipper“, warum sein Krimi im März 1944 während des Krieges in Königsberg beginnt. Hier geschieht der erste Mord. Dass einer seiner Protagonisten den Namen Heinz Peters trägt, ist kein Zufall. „Mein Vater ist tatsächlich in Königsberg geboren“, erzählt der Sohn. Zwar habe er nicht bei der Bergung des Bernsteinzimmers geholfen, wie es im Buch der Fall ist, denn das ist frei erfunden. Aber er habe zu den Flüchtlingen dieser Zeit gehört. Peters will seinem Vater mit der Namensnennung „ein kleines literarisches Denkmal setzen“.

Applaus für seine Meinung zum Gendern

Im Roman springt er um viele Jahrzehnte voran auf die Insel Norderney. Wie bereits berichtet, machte die Corona-Pandemie es diesmal unmöglich, vor Ort zu recherchieren. Also griff Peters „ohne Tatortluft zu schnuppern“, auf Hilfe von Menschen vor Ort zurück.Was den Inhalt des Kriminalromans betrifft, so kann Jochen Peters verraten, dass „die Haupthandlung innerhalb weniger Stunden spielt“.

Einige der Akteure dürften den Lesern bei der von der Buchhandlung Blume organisierten Veranstaltung dann noch vertraut sein. Vor allem ihre Dialekte, denn die zu imitieren, versteht Jochen Peters in Perfektion. Um es mit einem Werbe-Slogan zu sagen: Peters zuhören und Koslowski lesen, „da weiß man, was man hat“. Peters selbst ist seit Jahrzehnten „von Kopf bis Fuß auf Krimi eingestellt“. Deshalb legte er sich bei seiner Zugabe die rosafarbene Federboa um den Hals und stimmte eben dieses Lied an.

Natürlich verriet er auch, wann sein nächstes Buch auf den Markt kommen wird. „Im Herbst erscheint der nächste Paderborn-Krimi.“ Klar, dass es auch weitere Koslowskis geben wird, obwohl es nach so vielen Fällen „immer schwieriger wird, sich neue Straftaten auszudenken“. Aber wer Peters kennt, der weiß, dass er um neue Ideen nie verlegen ist, und dass er klare Position bezieht, wenn er hört und liest, dass es Menschen gibt, die in der Pandemie Verschwörungstheorien über wissenschaftliche Erkenntnisse stellen. Applaus erntet er zudem für seine Meinung zum Gendern. „Respekt, Toleranz und Rücksichtnahme sind wichtiger.“ Der Catering-Kurs der HSS hat bei der Lesung die Getränkebewirtung übernommen.

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