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Für den Straßenbau der B66n wird ordentlich Boden abgetragen. Die Trasse wird später tiefer liegen, als es heute noch der Fall ist. Hinten rechts ist der Roller-Markt in Asemissen zu sehen. - © Straßen NRW
Für den Straßenbau der B66n wird ordentlich Boden abgetragen. Die Trasse wird später tiefer liegen, als es heute noch der Fall ist. Hinten rechts ist der Roller-Markt in Asemissen zu sehen. | © Straßen NRW

Leopoldshöhe Zwischenstand an der Großbaustelle B66n

Der zuständige Landesbetrieb Straßen NRW erklärt den aktuellen Stand auf der Großbaustelle in Asemissen. Was in den kommenden Wochen auf dem Plan steht.

Birgit Guhlke
21.01.2022 , 07:12 Uhr

Leopoldshöhe. Wer regelmäßig zwischen Bielefeld und Leopoldshöhe unterwegs ist, kann die Fortschritte an der Großbaustelle B66n erkennen. Die ersten neuen Brücken sind in Grundzügen zu sehen, die spätere Fahrspur neben der aktuellen wird deutlicher. Bauoberleiter Christoph Guthy und der Abteilungsleiter Bauen, Tobias Fischer, vom zuständigen Landesbetrieb Straßen NRW erklären, was bereits geschehen ist, was aktuell läuft und was in den kommenden Monaten geplant ist.

Zeit- und Kostenplan

Bislang liege alles noch gut im Plan, sagt Tobias Fischer. Der Großteil der Aufträge war bereits vergeben, die Firma Bunte ist der Hauptauftragnehmer. In der Baubranche derzeit übliche Kostensteigerungen habe es deshalb nicht gegeben. Vorerst. Einige Gewerke und die entsprechende Vergabe, wie für den Brückenbau an der Detmolder Straße, stünden aber noch aus. „Und wenn es da Veränderungen gibt, wird es auch bei uns Folgen haben“, sagt Fischer.

Nicht alle Arbeiten können im Winter ausgeführt werden, aktuell seien bei den Brückenbauten an den Ausschalungen und Widerlagern „Leute vor Ort“. Coronabedingte Verzögerungen habe es nicht gegeben. Zwar war ein Bauleiter einmal zwei Wochen in Quarantäne, das Unternehmen verfüge aber genügend Fachabteilungen und Spezialistentrupps. Letztendlich sei es die Aufgabe des Unternehmens, „wie die Baustelle besetzt ist“.

Im Oktober 2020 hatten die Arbeiten an der Straße und den Brücken begonnen, die Vorarbeiten dafür waren abgeschlossen. Derzeit laufen die Arbeiten an der Fußgänger- und Radwegbrücke „Am Bollholz“, an der Brücke für den Wirtschaftsweg „Freesenberg“ als Zubringer für einen Landwirt sowie an der Brücke Hauptstraße/Tunnelstraße. Zwei Regenrückhaltebecken entstehen, „Sussieksbach“ und „Holzkampbach“.

Ein Blick von oben, als die Entwässerungsrohrleitung verlegt wird. Die Baugrube wird mit Flüssigboden verschlossen. - © Straßen NRW
Ein Blick von oben, als die Entwässerungsrohrleitung verlegt wird. Die Baugrube wird mit Flüssigboden verschlossen. | © Straßen NRW

Am Streckenausbau ging es seit Oktober um die Verlegung von Entwässerungsleitungen sowie um den Bodenaushub für die später tiefer liegende B66n, der im November startete. Geplant ist, dass die neue Trasse Mitte 2024 für den Verkehr freigegeben werden kann.

Gewerbepark Asemissen

Entlang der Strecke wird es zu Sperrungen und Umleitungen kommen, wenn an den besonderen Knotenpunkten gearbeitet wird. Das betrifft den Bereich Tunnelstraße/Hauptstraße und – als letztes in der Bau-Reihenfolge – auch die Zufahrt zum Gewerbepark Asemissen. Dafür hatte Straßen NRW, wie berichtet, die Alleestraße bis zur Hansastraße verlängern lassen. „Wir brauchen eine gewisse Breite für die Baustelle“, erklärt Tobias Fischer. Deshalb werde die Zufahrt zum Gewerbepark über die Gewerbestraße „für einen kurzen Zeitraum“ gesperrt.

Es gab von Seiten der dort ansässigen Unternehmen Fragen, ob die verlängerte Alleestraße für den Lkw-Verkehr ausreiche. Vor allem kurz vor der Einmündung zur Hansastraße könne es in der dortigen Kurve eng werden, wenn sich zwei Lkw entgegenkommen. Die Alleestraße entspreche den Bauvorgaben, sagt Tobias Fischer, er kennt aber die Hinweise auf den möglicherweise „kritischen Punkt“. „Das wollen wir uns noch einmal angucken.“ Geprüft werden solle demnach, wie dort „die tatsächliche Verkehrsbelastung“ aussehe.

Linksabbiegerspur

Die CDU-Fraktion hatte unlängst angeregt, die Linksabbiegerspur auf der Hauptstraße etwas zurücksetzen zu lassen, weil es mitunter etwas eng geworden sei, wenn Lkw mit Anhänger aus Richtung Bielefeld kommend nach links auf die Hauptstraße abgebogen sind. Einen Hinweis von der Gemeindeverwaltung dazu haben weder Tobias Fischer noch Christoph Guthy bekommen. Fischer: „Wir hatten da auch nichts verändert, die Linksabbiegerspur war auch vor der Baustelle schon so.“

Blitzer

Weiterhin müssen Autofahrer damit rechnen, dass auf der Strecke die Geschwindigkeit überwacht wird und Blitzer aufgestellt werden. Von Tobias Fischer gibt es dafür „vollste Zustimmung“. Denn es gehe schließlich auch um die Arbeitssicherheit auf der Baustelle.

Information

Zahlen und Projekte

  • Bei dem Ausbau der B66 geht es um 2,1 Kilometer neue Strecke (B66n) sowie um 3,9 Kilometer Nebenstrecken, hinzu kommen noch 1.300 Quadratmeter Radwegeflächen.
  • 155 Meter Lärmschutzwände und 440 Meter Lärmschutzwälle sind vorgesehen.
  • Vier Brücken sind geplant sowie zwei Kreisel am Knotenpunkt Tunnelstraße/B66n/Hauptstraße.
  • 3.600 Lkw-Ladungen Schotter liegen letztendlich unter der neuen Fahrbahn; es sind 56.600 Kubikmeter.
  • Es wird zwei Anschlussstellen geben, am Gewerbepark Asemissen (Gewerbestraße/Detmolder Straße) und an der Hauptstraße/Tunnelstraße.
  • Die Gesamtkosten belaufen sich auf knapp 37 Millionen Euro, davon 1,1 Millionen Euro für den Grunderwerb.
  • Diverse ökologische und Ausgleichsmaßnahmen sind geplant, dazu zählen 13 Hektar Ausgleichsflächen, Fledermausüberflughilfen, Dränagen, Entwässerungsrohre und zwei neue Regenrückhalte- und Klärbecken.

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