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Andreas Beaugrand begrüßt Komponist und Musiker Willem Schulz mit seinem Cello in der Alten Synagoge. - © Jonas Hartz
Andreas Beaugrand begrüßt Komponist und Musiker Willem Schulz mit seinem Cello in der Alten Synagoge. | © Jonas Hartz

Oerlinghausen Kunstverein plant vorsichtig für das Jahr 2022

Derzeit finden digitale Kunstgespräche statt. Willem Schulz übermittelt einen musikalischen Gruß aus der Synagoge. Das Jahresprogramm steht – mit Fragezeichen.

Karin Prignitz
28.12.2021 , 07:11 Uhr

Oerlinghausen. Seit beinahe zwei Jahren sind Ausstellungen mit Publikum im vergleichsweise kleinen Raum der Alten Synagoge nicht mehr möglich. „Die Pandemie macht es leider erforderlich, dass wir immer noch nicht zu Präsenzveranstaltungen einladen können“, informiert Andreas Beaugrand. Der künstlerische Leiter des Kunstvereins Oerlinghausen und mit ihm der Vorstand um die Vorsitzende Isolde Müller-Borchert haben sich darauf geeinigt, zunächst weiterhin digitale Kunstgespräche anzubieten. Zu erleben sind sie auf der Homepage des Kunstvereins.

Neun dieser Kunstgespräche hat es bereits gegeben. Das Zehnte weicht in der Form ein wenig davon ab, denn es handelt sich diesmal um einen musikalischen Gruß aus der Alten Synagoge des Kunstvereins Oerlinghausen. Andreas Beaugrand begrüßt dort den in Melle lebenden Komponisten und Musiker Willem Schulz. Schulz ist künstlerischer Leiter des von ihm ins Leben gerufenen Neue-Musik-Festivals „Diagonale“ und seit 2005 Vorsitzender der Cooperative Neue Musik in Bielefeld.

Hoffnung auf drei Personen

Mit seinem Cello hat er an vielen ungewöhnlichen Orten mit musikalischen Inszenierungen überrascht. In der Bergstadt stellt der 71-Jährige sich der besonderen Herausforderung, „die fast kathedralartige Halle der Synagoge“ mit ihrem widerhallenden Klang zu füllen. „Ich spiele, was mir zu diesem heftigen Jahr einfällt“, kündigt Schulz an, und so wird aus seiner Performance eine Art Jahresrückblick in zum Teil verstörenden Tönen. „Seine Musik ermöglicht eine großartige Reflexion“, sagt Andreas Beugrand.

Zwar ist die Corona-Entwicklung ungewiss. Dennoch plant der Kunstverein ein Ausstellungsprogramm für das Jahr 2022 in Präsenz. Klar ist aber, dass die Ausstellungseröffnungen mit vielen Personen in der Synagoge wohl noch längere Zeit nicht möglich sein werden. Also hat sich der Vorstand Gedanken gemacht und bereits Kontakt mit Bürgermeister Dirk Becker aufgenommen. Die Hoffnung ist, dass Eröffnungsveranstaltungen unter den gegebenen Hygienebedingungen im Bürgerhaus stattfinden, die Ausstellungen selbst dann in kleinen Gruppen zu etwa drei Personen nacheinander besichtigt werden können. Für die größtmögliche Sicherheit soll es einen Eingang und einen Ausgang (durch den Garten) geben. „Jedenfalls hoffen wir das“, schränkt Andreas Beaugrand ein. Angesichts der hochansteckenden Omikron-Variante des Coronavirus seien konkrete Planungen derzeit schwierig.

Das Programm des Kunstvereins Oerlinghausen sieht so aus: Vom 16. Januar bis 27. Februar 2022 soll Iris Friedrich ihre Fotografien unter dem Titel „Graumeliert pepper and salt“ zeigen. Vom 6. März bis zum 24. April 2022 soll Maler Sven Henric Olde seine Arbeiten ausstellen. Titel hier: „Heimat, eine Beziehung zwischen Mensch und Raum“. Rosemarie und Bernhard Sprute werden vom 1. Mai bis zum 26. Juni 2022 Malereien und Zeichnungen zu „Unbefangene Nachfragen – Szenen aus dem Alten Testament“ präsentieren. „Relationen“, so wird die Ausstellung von Walter Hellenthal mit Skulpturen aus Eisen, Stahl, Aluminium, Naturstein und Arbeiten aus Papier vom 14. August bis zum 1. Oktober 2022 überschrieben sein. Die Installation „bittersweet shimmer“ von Anne Kückelhaus ist für den Zeitraum vom 23. Oktober bis 11. Dezember 2022 vorgesehen.

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