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Falk Schwarzenberger vom "Alten Krug" in Helpup schenkt Wein ein. Der Abholservice ist wieder verstärkt aktiviert worden. - © Karin Prignitz
Falk Schwarzenberger vom "Alten Krug" in Helpup schenkt Wein ein. Der Abholservice ist wieder verstärkt aktiviert worden. | © Karin Prignitz

Oerlinghausen Den Restaurants bricht das Weihnachtsgeschäft weg

In allen Gaststätten hagelt es Absagen. Viele Gäste stornieren aufgrund der Coronalage noch kurzfristig. Die Betreiber sehen mit Sorge in die Zukunft.

Karin Prignitz
21.12.2021

Oerlinghausen / Leopoldshöhe. Die Advents- und Weihnachtszeit gehört traditionell zu den umsatzstärksten für die Restaurants in Oerlinghausen und Leopoldshöhe. Betriebe laden die Belegschaft als Dankeschön zu einem opulenten Weihnachtsessen ein, Vereine kommen in unterschiedlichen Gruppen zusammen, Freundeskreise und Familien ebenso. Bereits im vergangenen Jahr ist der Großteil der Einnahmen wegen des Lockdowns weggebrochen. In diesem Jahr bleiben die Gaststätten wohl über Weihnachten geöffnet. Dennoch gibt es täglich Stornierungen, denn die pandemische Situation besonders in Lippe, das in NRW den höchsten Inzidenzwert aufweist, lässt viele vor einem Restaurantbesuch in großen Gruppen zurückschrecken.

Der Bartholdskrug bleibt bis 7. Januar geschlossen

„Weihnachtsfeiern sind bei uns durch die Bank abgesagt worden“, berichtet Christa Traphöner vom Bartholdskrug. Deshalb bleibt der Krug seit dem 20. Dezember bis zum 7. Januar geschlossen. Auch bei Beerdigungskaffeetrinken sei die Zahl der Teilnehmenden eingebrochen. Erst kürzlich seien von 35 Angemeldeten nur etwa die Hälfte gekommen, sagt die Betreiberin.

Christoph Kubus von der „Altdeutschen Bierstuben“ hatte im vergangenen Jahr, „weil gar nichts mehr ging“, geschlossen, und einen Außer-Haus-Verkauf angeboten, obwohl das eigentlich nicht sein Ding ist. „Als es möglich war, haben wir sofort wieder eröffnet“, sagt Kubus. Die Zeit danach habe sich gut entwickelt.

„In der Weihnachtszeit wären wir voll ausgebucht gewesen.“ Doch bereits Ende November war klar, wohin die Reise gehen würde. Als die Inzidenzen stiegen, Einschränkungen kamen, „ging es los mit den Absagen. Alles, was über 15 Personen ging, ist weg“. Oft auch deshalb, weil Dienstherren ihren Mitarbeitenden untersagt hätten, an einer Weihnachtsfeier teilzunehmen. Aufgrund der 2-G-Regelung, die im Restaurant gelte, „haben wir täglich zwei bis drei Absagen, weil nicht alle die Voraussetzungen erfüllen können“. Es sei ein Auf und Ab, beschreibt Christoph Kubus die schwierige Situation. „Aber man muss am Ball bleiben.“ Am ersten Feiertag hat die Altdeutsche Bierstuben mittags und abends geöffnet, an Silvester auch – mit 2-G-Regelung. Beide Tage sind bereits ausgebucht, „und es gibt eine Warteliste“, denn es sei nicht ausgeschlossen, dass noch jemand nachrücken könne. Ob es aber bei der Öffnung an Silvester bleibt, „das wissen wir derzeit noch nicht“.

Der beleuchtete Tannenbaum in der "Altdeutschen Bierstuben" vermittelt eine gemütliche Atmosphäre. Christoph Kubus serviert eine Gans. Wie bei allen anderen auch, gibt es viele Absagen für Weihnachtsessen. - © Karin Prignitz
Der beleuchtete Tannenbaum in der "Altdeutschen Bierstuben" vermittelt eine gemütliche Atmosphäre. Christoph Kubus serviert eine Gans. Wie bei allen anderen auch, gibt es viele Absagen für Weihnachtsessen. | © Karin Prignitz

Auch im Alten Krug in Helpup heißt es: „Weihnachtsfeiern sind komplett abgesagt worden.“ Weil die Corona-Situation nun einmal so sei, „bieten wir aus eigenen Stücken einen Abholservice an“, kündigt Falk Schwarzenberger an. „Feiern im Dezember machen 35 bis 45 Prozent des Umsatzes aus“, rechnet der Geschäftsführer vor und verdeutlicht das Ausmaß. „Das fällt nun fast ersatzlos weg.“ Also sei das Abholangebot, das im November etwas zurückgefahren worden sei, wieder ausgebaut worden. Ob es mit der Corona-Überbrückungshilfe III Plus klappe, müsse abgewartet werden. „Wir müssen sehen, ob wir die Kriterien erfüllen können“, sagt Schwarzenberger. Er geht von 29 Prozent Minus aus, mindestens 30 Prozent weniger Umsatz als im Dezember 2019 seien aber erforderlich, um die Hilfe zu bekommen.

Insgesamt „mache ich mir um den Dezember noch keine ganz großen Sorgen“. Viel sorgenvoller blickt Schwarzenberger auf den Januar. „Da werden auch viele Veranstaltungen, wie etwa Clubtreffen oder Winterbälle, wegfallen, die nach aktueller Verordnung untersagt seien.

Mario Pesa und Oliver Sapina, die neuen Geschäftsführer des Gasthauses „Zur Post“ in Leopoldshöhe sind froh, „dass wir überhaupt arbeiten dürfen“. Auch hier sind alle großen Weihnachtsfeiern mit zum Teil 50 bis 70 Personen storniert worden. An den Feiertagen und Silvester seien nur kleine Tische mit sechs bis sieben Personen unter 2-G besetzt. „Ganz ausgebucht sind wir derzeit noch nicht“, bestätigt Mario Pesa. „Viele, die abgesagt haben, wollen Essen bestellen.“ Alle Gastronomen gehen davon aus, dass es nach Weihnachten noch mehr Beschränkungen geben wird und womöglich sogar einen Lockdown.

Mario Pesa (l.) und Oliver Sapina sind die neuen Geschäftsführer des Gasthauses "Zur Post" in Leopoldshöhe. Sie sind froh, dass derzeit noch geöffnet haben dürfen. - © Karin Prignitz
Mario Pesa (l.) und Oliver Sapina sind die neuen Geschäftsführer des Gasthauses "Zur Post" in Leopoldshöhe. Sie sind froh, dass derzeit noch geöffnet haben dürfen. | © Karin Prignitz

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