0
Sie vermitteln den Kindern Spaß an der Musik - die Bläserklassenleiter und die externen Instrumentallehrer: Matthias Günther (v. li.), Alfons Haselhorst, Axel Möllmann, Julia Hollenberg und Regine Witt. Die Musikpädagogen stehen vor dem „Pythagoras“, dem Markenzeichen des Niklas-Luhmann-Gymnasiums. - © Horst Biere
Sie vermitteln den Kindern Spaß an der Musik - die Bläserklassenleiter und die externen Instrumentallehrer: Matthias Günther (v. li.), Alfons Haselhorst, Axel Möllmann, Julia Hollenberg und Regine Witt. Die Musikpädagogen stehen vor dem „Pythagoras“, dem Markenzeichen des Niklas-Luhmann-Gymnasiums. | © Horst Biere

Oerlinghausen Ein Kompetenzteam für Musik

Wie das System „Bläserklassen“ seit zwei Jahrzehnten funktioniert, und wie sich die Kinder des Niklas-Luhmann-Gymnasiums zu einer Gemeinschaft von kleinen Orchestermusikern entwickelten.

Horst Biere
26.11.2021 , 09:11 Uhr

Oerlinghausen. Es ist wohl ein außergewöhnliches Teamspiel, das seit zwei Jahrzehnten am Niklas-Luhmann-Gymnasium läuft. „Die Kinder fühlen sich als eine Gemeinschaft von Orchesterspielern“, sagen die beiden Musikpädagogen Matthias Günter und Alfons Haselhorst, wenn sie über ihre Bläserklassen sprechen. „Sie lernen, aufeinander zu hören, präzise zu reagieren und etwas miteinander zu schaffen“. Es sei so eine Art Persönlichkeitsbildung für die Schüler. Etwa 50 bis 60 Schülerinnen und Schüler musizieren alljährlich in zwei Klassen miteinander – in der fünften und sechsten Jahrgangsstufe. Um dieses hohe Niveau zu halten und um genügend Nachwuchs zu gewinnen, entwickelte man ein Konzept, eine Art Casting, das sich schon an die Grundschüler wendet.

„Mit erfahrenen Musikschülern unserer Bläserklassen besuchen wir alljährlich die Grundschulen der Stadt, stellen die Instrumente vor und lassen die Kleinen selbst einmal die Trompeten, Posaunen oder Hörner ausprobieren“, erläutert Alfons Haselhorst. Und damit die Kinder noch mehr auf den Geschmack kommen, bieten sie zudem sogenannte Schnuppertage im Instrumentenspiel an. So stellt sich schnell ein hohes Interesse der Jugendlichen an der Musik ein.

Doch mit Musikpädagogen des Gymnasiums allein ist dieses Programm nicht zu stemmen. Deshalb holt sich das Niklas-Luhmann-Gymnasium externe Instrumentallehrer – sozusagen ein Expertenteam – hinzu. „Sie verfügen über eine qualifizierte Ausbildung am eigenen Instrument, haben durchweg ein Studium an einer Musikhochschule absolviert und besitzen eine langjährige Unterrichtspraxis“, sagen die Pädagogen des Gymnasiums über ihre externen Kollegen. Dazu zählen Regine Witt für die Querflöte, Julia Hollenberg für die Klarinette, Axel Möllmann am Saxophon, Christoph Leo für Trompete, Posaune und Euphonium, Michael Voß für den E-Bass und Benjamin Prignitz mit dem Schlagzeug.

Regine Witt zum Beispiel hat Querflöte an der Musikhochschule in Detmold studiert und bereits Auftritte mit dem Warschauer Sinfonieorchester absolviert. Die Klarinettistin Julia Hollenberg studierte in Detmold und Hannover und spielte im Orchester der berühmten Kammerakademie in Neuss.

Kosten für Instrumente sollen kein Thema sein

Auf der Bühne der Aula proben die Kinder das Zusammenspiel im Orchester. - © Horst Biere
Auf der Bühne der Aula proben die Kinder das Zusammenspiel im Orchester. | © Horst Biere

Der Musikpädagoge Axel Möllmann erhielt seine Ausbildung an der Universität Bielefeld, lehrt heute an der Musikhochschule Bünde und spielte häufig bereits in Big Bands mit.

Für die Kinder, die gern in der Bläserklasse mitmachen wollen, sollten die Kosten für ein Instrument kein Thema sein, meinen die Musiklehrer Matthias Günther und Alfons Haselhorst. Denn schon in früheren Jahren hat der seinerzeit gegründete Musikverein aus Spendengeldern viele Instrumente angeschafft. Die Trompeten, Klarinetten oder Saxophone werden den Schülern leihweise zur Verfügung gestellt. „Wir bringen den Kindern bei, das ausgewählte Instrument von Beginn an zu erlernen und fördern innerhalb von Kleingruppen jede Schülerin und jeden Schüler“, erklären die beiden Pädagogen. So erziele man recht bald Begeisterung für das eigene Instrument, eine hohe Motivation und Liebe zum Musizieren.

Die öffentlichen Auftritte die jugendlichen Musiker bilden dabei wohl die Highlights im Lauf eines Schuljahres und bieten einen echten Motivationsschub. Denn die musikalischen Darbietungen laufen nicht nur vor Eltern und Familienmitgliedern ab, sondern erstrecken sich auch auf Auftritte in Altenheimen, auf Weihnachtsmärkten und auf weiteren Konzertplätzen. „Sie machen den Kindern unheimlich viel Freude“, heißt es.

Wie aber geht es weiter mit der Musik, wenn die Kinder die beiden Jahrgangsstufen durchlaufen haben? Dafür haben die Pädagogen des Niklas-Luhmann-Gymnasiums vorgesorgt: „Wir bieten den Jugendlichen nach dem zweijährigen Bläserklassenprojekt einen weiterführenden Instrumentalunterricht und Ensemblespiel an“, meint Alfons Haselhorst, „so schaffen wir musikalische Kontinuität. Das System hat sich seit 20 Jahren bewährt.“

Mehr zum Thema

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken