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Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen machen Peggy Balke (v. l.), Anna-Lena Bargfrede, Cordula Wiemer und Eleni Konstantinidis auch am Leopoldshöher Rathaus auf das Thema aufmerksam. - © Gemeinde Leopoldshöhe
Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen machen Peggy Balke (v. l.), Anna-Lena Bargfrede, Cordula Wiemer und Eleni Konstantinidis auch am Leopoldshöher Rathaus auf das Thema aufmerksam. | © Gemeinde Leopoldshöhe

Leopoldshöhe Leopoldshöherinnen setzen Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Auch in der Gemeinde gibt es zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen orangefarbene Hinweise auf Hilfsangebote und zu dem Thema. Warum die Aufmerksamkeit dafür wichtig bleibt.

Birgit Guhlke
24.11.2021 | Stand 24.11.2021, 17:50 Uhr

Leopoldshöhe. Das Leopoldshöher Rathaus ist orange-farben geschmückt. Anlässlich des Tages gegen Gewalt an Frauen haben Cordula Wiemer (Gleichstellungsstelle) und ihre Kolleginnen Informationsflyer und Schlagworte laminiert und an den Baum vor dem Rathaus gehängt. Damit wollen sie auf den Aktionstag zur Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt gegen Mädchen und Frauen aufmerksam machen. „Demütigung“, „Belästigung“, „Vergewaltigung“, „Selbst schuld“ – Schlagworte, die viele Frauen kennen, auch in Leopoldshöhe.

Kreisweit hat es während der Aktionswoche zum 25. November („Orange Day“) verschiedene Kampagnen gegeben. Bedruckte Brötchentüten unter dem Motto „Gewalt kommt nicht in die Tüte“, Plakate von Lipper Handballerinnen und Handballern, orange angestrahlte Gebäude. Cordula Wiemer wollte auch für Leopoldshöhe zumindest ein sichtbares Zeichen setzen, größere Aktionen seien coronabedingt derzeit schwierig. Das Thema aber bleibe wichtig. Eine Einordnung.

Auch im beschaulichen Leopoldshöhe gibt es Fälle von Gewalt gegen Frauen

Das bestätigt Cordula Wiemer und sagt, dass es mehr Fälle geworden sind – „auch in unserem schönen Leopoldshöhe gibt es Gewalt hinter verschlossenen Wohnungstüren“. Es sei wichtig, dass die betroffenen Mädchen und Frauen wissen, dass sie nicht allein sind und dass sie sich Hilfe holen.

Wo die Betroffenen Hilfe finden

Hilfe und Unterstützung finden die Frauen in den Frauenberatungsstellen, erklärt Cordula Wiemer. Im Kreis Lippe sei das die Frauenberatungsstelle Alraune in Detmold, in den Frauenhäusern, beim bundesweiten Hilfetelefon „Gegen Gewalt an Frauen“ unter der Rufnummer 08000 116 016 „und natürlich auch bei unserer Polizei“, sagt Wiemer. Im Kreis Lippe gebe es zudem das Kooperationsgremium „Für Lippe gegen häusliche Gewalt“, Informationen, Hilfsangebote und Ansprechpartner sind auf der Homepage zu finden: www.haeusliche-gewalt-lippe.de

Was Außenstehende tun können, wenn sie etwas mitbekommen

Familienangehörige, Bekannte, der Kumpel aus dem Verein, die Nachbarn – sie alle sollten für das Thema sensibilisiert werden und genauer hinsehen und hinhören, sagt Cordula Wiemer. In den vergangenen Jahren habe sie nicht nur betroffene Frauen in der Gleichstellungsstelle beraten, sondern auch besorgte Eltern und Nachbarn, die sich Rat geholt hätten. Sie ermutigt jeden, bei Auffälligkeiten oder Veränderungen, Hilfe zu holen. Auch hier seien die Beratungsstellen und die Polizei die richtigen Ansprechpartner. Die Gleichstellungsstelle könne „wegweisend“ unterstützen, die zuständigen Ansprechpartner und Stellen nennen. „Es ist wichtig, dass die Gesprächs- und Beratungstermine von den Betroffenen selbst vereinbart werden.“

Welche Anlaufstellen es für Minderjährige gibt

Speziell für Kinder und Jugendliche gebe es die so genannte „Nummer gegen Kummer“, die Rufnummer 116 111. Die telefonische Beratung sei montags bis samstags von 14 Uhr bis 20 Uhr erreichbar, sie ist kostenlos und laufe auf Wunsch auch anonym. Wiemer: „Außerdem können sich Jugendliche an die Familienberatung des Kreises Lippe, die Jugendämter des Kreises, das SOS Kinderdorf Lippe und auch an die Schulpsychologen wenden.“

Angebote für Männer

Wenn ein Mann erkennt, dass er Probleme mit der Gewaltkontrolle gegenüber Frauen hat – und sich das auch eingestehen kann, sei ein erster Schritt getan. „Es gibt viele Hilfsangebote für Menschen, die Gewalt ausüben. Gewalttätige Menschen, und hier nicht nur Männer, sollten versuchen herauszufinden, wo die Ursachen für ihr Verhalten liegen“, sagt Cordula Wiemer. Sie müssten lernen, mit diesen Gefühlen wie Wut, Ärger und Ängsten umzugehen. Es sei immer ratsam, die vorhandenenHilfsangebote und professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wiemer: „Das hört sich einfach an, ist aber ein langer schwerer Weg.“

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