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OERLINGHAUSEN Neue ärztliche Leiter helfen bei Sucht

Umstrukturierungen in der Hellweg-Klinik

11.01.2012 | Stand 10.01.2012, 20:17 Uhr
Fachärztin Silvia Anna Brinkmann. - © FOTO: NW
Fachärztin Silvia Anna Brinkmann. | © FOTO: NW

Oerlinghausen (juge). Die Hellweg-Klinik Oerlinghausen zur medizinischen Rehabilitation suchtkranker Männer hat sich organisatorisch neu aufgestellt: Zwei neue ärztliche Leiter sind zukünftig für die Abteilungen I und II zuständig.

"Schon im Juli 2011 haben wir begonnen, die Klinikstruktur zu verändern, jetzt sind die Maßnahmen umgesetzt", sagt Dr. Thomas Redecker, ärztlicher Geschäftsführer. Er war bislang für jeden der 120 Therapieplätze zuständig. "Jetzt sind zwei neue wirtschaftliche Einheiten entstanden." Silvia Anna Brinkmann und Bertrand Frederic Evertz kümmern sich von nun an als ärztliche Leiter um jeweils 60 Patienten. Ihnen obliegt aber nicht nur deren Versorgung, sondern auch die personelle und wirtschaftliche Verantwortung.

Evertz ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie mit Zusatzbezeichnung Suchtmedizinische Grundversorgung und bereits seit Juli 2011 als Leitender Arzt der Abteilung II tätig. Laut Redecker möchte er seinen Schwerpunkt auf die Sucht im Alter legen. "Wir glauben, dass wir es im Rahmen des demografischen Wandels zunehmend mit einer neuen Form der Sucht bei älteren Menschen zu tun haben werden", sagt Redecker. "Deshalb wollen wir den Versuch starten, diesen Fachbereich in Oerlinghausen zu etablieren."

Facharzt Bertrand Frederic Evertz. - © FOTO: NW
Facharzt Bertrand Frederic Evertz. | © FOTO: NW

Brinkmann ist ebenfalls Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie mit Zusatzbezeichnung Suchtmedizinische Grundversorgung und bereits seit April 2008 als Oberärztin in der Klinik beschäftigt. In ihrem neuen Aufgabenfeld als Leitende Ärztin der Abteilung I möchte sie ihre Arbeit in näherer Zukunft vor allem den beiden Bereichen der Cannabis-Abhängigkeit sowie der Computer-Spielsucht in Kombination mit einer zusätzlichen Suchtstoff-Abhängigkeit widmen. "Es ist festzustellen, dass es eine gewisse Suchtverlagerung vom Alkohol zu Cannabis gibt - zunehmend auch ins hohe Alter", sagt Brinkmann.

"Insgesamt treten aber immer wieder neue Suchttrends auf, denen wir uns anpassen müssen." So könne in den kommenden Jahren auch das Neuro-Doping zunehmend eine Rolle spielen. "Dabei putschen sich die Betroffenen am Arbeitsplatz mithilfe von Medikamenten hoch, um leistungsfähiger zu sein."

Und noch ein Ziel hat sie sich gesetzt: "Meinem Arbeitsstil entspricht es, eng mit Suchtberatungsstellen und Selbsthilfegruppen zu kooperieren. Das möchte ich intensivieren." Sie sehe sich auch in der Prävention - "wie beispielsweise regelmäßige Vorträge in Schulen".

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