CDU-Chefin Angelika Lindner (l.) und viele andere Vertreter der Partei können eine Reihe interessierter Teilnehmer begrüßen. Helmut Holthöfer (2.v.l.) hat Pläne von der Südstadt mitgebracht. Peter Synowski (im Anzug) zeigt energetische Sünden auf. Mit dabei ist auch die neue Klimaschutzmanagerin Peggy Göring (4.v.l.). - © FOTO: KARIN PRIGNITZ
CDU-Chefin Angelika Lindner (l.) und viele andere Vertreter der Partei können eine Reihe interessierter Teilnehmer begrüßen. Helmut Holthöfer (2.v.l.) hat Pläne von der Südstadt mitgebracht. Peter Synowski (im Anzug) zeigt energetische Sünden auf. Mit dabei ist auch die neue Klimaschutzmanagerin Peggy Göring (4.v.l.). | © FOTO: KARIN PRIGNITZ

Oerlinghausen Die Sünden des Investors

Wie die Attraktivität der Südstadt gesteigert werden soll

VON KARIN PRIGNITZ

Oerlinghausen. Oerlinghausen hat rund 17.000 Einwohner. 3.400 davon leben in der Südstadt. Dass der Ortsteil viel mehr zu bieten hat als das trostlose Bild der ehemaligen Conle-Siedlung und ein Ladenzentrum, das den Namen längst nicht mehr verdient, wird oft erst auf den zweiten Blick deutlich.

Dass schon beim ersten Hingucken wesentlich Erfreulicheres in den Fokus rücken würde, wenn denn endlich etwas gegen den maroden Zustand der 322 Conle-Wohnungen getan werden würde, davon ist das Gros derer, die der Einladung der CDU zu einem Schnatgang durch den Ortsteil folgen, überzeugt. Auch Peter Synowski gehört dazu. Der Stadtwerkechef findet deutliche Worte: "Die Bilder sprechen für sich. Es gibt Dinge, die kann man nicht mehr sanieren."

"Mehr als 100 Wohnungen stehen seit Jahren leer", sagt ein Teilnehmer. Das Schild des derzeitigen privaten Investors aus Holland mit der Aufschrift "Wir sanieren für Sie" empfindet er als Hohn. Beim Schnatgang wird deutlich, dass sämtliche Conle-Wohnungen in den oberen Etagen unbewohnt sind. Peter Synowski weiß warum. "Weil die Dachisolierung fehlt" und die Heizkosten deshalb ins Unermessliche steigen.

Eine energetische Sünde, die besser heute als morgen beendet werden sollte. Leider seien der Stadt aber die Hände gebunden, betonte Bauamtsleiter Helmut Holthöfer, "eben weil es ein privater Investor ist". Architekt Falko Biermann, der in das "KlimaProjekt Südstadt" involviert ist, weist allerdings darauf hin, dass die Planungshoheit bei der Stadt liege. Sie könne durchaus ein förmliches Sanierungsgebiet aufstellen. Auch die Verkehrssicherungspflicht liegt bei der Stadt. "Es finden bereits Gespräche mit dem Kreis statt", bestätigte Helmut Holthöfer. Etliche Balkone, an denen der Beton abplatzt, seien bereits mit Netzen unterfangen worden.

Information

Ein Ortsteil fährt Tempo 30

  • Die Südstadt ist Anfang der 60er Jahre auf dem ehemaligen Westerheide-Gelände erbaut worden.
  • Im Stadtteil gibt es etliche verschiedene Baustrukturen, die von Einfamilienhäusern über Terrassenhäuser bis hin zu Industriegebäuden reichen.
  • Laut Bauamtsleiter Helmut Holthöfer ist in der Südstadt kein Baugrundstück mehr frei.
  • Angehörige der britischen Streitkräfte, die lange in der Conle-Siedlung gelebt haben, sind im Jahr 1995 weggezogen.
  • In der Südstadt gibt es vier Spielplätze.
  • Es gilt flächendeckend Tempo 30 im Ortsteil.(kap)

Bereits zuvor hat sich die Gruppe ein Bild vom "Ladenzentrum" gemacht. Das müsse dringend an Attraktivität gewinnen, meint Peter Synowski. Barrierefreiheit, ein vielfältigeres Angebot an Geschäften, das seien die wesentlichen Voraussetzungen. Kommunikation und ein Miteinander der Bürger seien wichtig. "Wir müssen es beleben, das ist der Punkt." Mit einer Studie, die anlässlich des Klimaprojektes erstellt werden soll, "wollen wir auch ein Kommunikationskonzept erarbeiten", kündigt Synowski an.

Ein Teilnehmer spricht an der Einmündung Stukenbrocker Weg / Florence-Nightingale-Straße einen anderen Punkt an. "Wir haben hier vier Bushaltestellen auf 50 Meter." Unnötig, wie er findet. Ein anderer wünscht sich mehr Blumen in der Stadt, die einladend wirken. "Dann müssen wir auch Leute haben, die sie pflegen", gab Helmut Holthöfer zu bedenken.

Was die Klimastudie betrifft, so soll dort auch die Interessengemeinschaft (IG) Süd als Multiplikator eingebunden werden. "Alle Beteiligten müssen mitspielen", betonte Peter Synowski, "damit die Studie nicht unterm Kopfkissen liegt."

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