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Qingchuan Li, der die Buchvorstellung mit seinen Gitarrennummern bereichert hatte, lässt sich anschließend von Katharina Korell einen Bildband signieren. - © FOTO: KEMNA
Qingchuan Li, der die Buchvorstellung mit seinen Gitarrennummern bereichert hatte, lässt sich anschließend von Katharina Korell einen Bildband signieren. | © FOTO: KEMNA

OERLINGHAUSEN Zeitsprünge zeigen den Wandel

Neuen Bildband zu Oerlinghausen vorgestellt

VON SIBYLLE KEMNA
28.11.2011 | Stand 27.11.2011, 20:18 Uhr

Oerlinghausen. Ein Buch über die Bergstadt stellte am Samstag in der Buchhandlung Blume die gebürtige Oerlinghauserin Katharina Korell vor. In "Zeitsprünge Oerlinghausen" laden historische und aktuelle Fotos, die mit Texten ergänzt worden sind, zum Vergleich zwischen Gestern und Heute ein.   

Den Wandel der Bergstadt vom 2000-Einwohner-Dorf zum beschaulichen Städtchen im Einzugsbereich der Großstadt im vorigen Jahrhundert dokumentiert die 37-jährige Journalistin und Publizistin, indem sie historische Fotografien aus dem Stadtarchiv, von Vereinen und Privatleuten neue Aufnahmen aus derselben Perspektive gegenüberstellt. Nach diesem Schema wird 44 Themen je eine Doppelseite zur Verfügung gestellt.

Eine Aufstellung, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt und durchaus eine individuelle Herangehensweise der Autorin zeigt. Ausgehend von den verfügbaren historischen Aufnahmen hat Korell ihre Themen ausgesucht. Darunter sind die bedeutendsten Gebäude und Sehenswürdigkeiten von Alexanderkirche bis zum Weberpark, aber auch Blicke in den Alltag, zum Beispiel bei den Themen "Unterricht und Erziehung", "Babys", "Bäcker", "Schlachter", "Badespaß" und "Turnen und Tanzen". Schützen und Feuerwehr dürfen als wichtige Vereine nicht fehlen.

Das Buch lädt ein zum Schmökern ein, ist für Zugezogene genauso interessant wie für Alteingesessene. Verblüffend, wie wenig sich auf manchen Bildern verändert hat, zum Beispiel bei den Tweten, an der Jugendherberge oder auch an der Hauptstraße, wo die charakteristischen Häuser noch immer das Bild prägen. Etliche Bauten haben eine andere Funktion erhalten, wie das Ceweco-Haus, die Brauerei (heute Bürgerhaus), die Volksschule (heute Rathaus) oder das Gefängnis (heute Volksbank), anderes ist gar nicht mehr da, wie die Kalköfen.

Besonders deutlich ist der Wandel bei den Menschen, ihren Kleidern, Lebensstilen und Beschäftigungen, was man wunderbar am Freibad, dem Blick in den Klassenraum oder den Mountainbikern erkennt. Das Titelbild ist eine Mischung aus Alt und Neu: Unmerklich geht die alte, schwarz-weiße Stadtansicht in die aktuelle über. 

"Bilder sagen mehr als 1000 Worte" erklärte Markus Holzhauer vom herausgebenden Sutton-Verlag. Sie dokumentierten nicht nur den Wandel des Stadtbildes, sondern auch den Zeitgeist und riefen oft eigene Erinnerungen wach. Er lobte die Autorin für ihre monatelange Recherche, mit der sie "die Geschichte hinter den Bildern" entdeckte. "Ich hab mich im Archiv vergraben, das hat Spaß gemacht", berichtete die heute in Berlin lebende Journalistin, für die "Zeitsprünge" ihr erstes Buch ist. Sie dankte zahlreichen Helfern, vor allem Werner Höltke, der viele Geschichten beitrug. 

Das Interesse an der Buchvorstellung, bei der Korell auch zwei Beiträge aus dem Buch vorlas, war groß. Musikstudent Qingchuan Li, der zwischen den Vorträgen drei Stücke auf der Gitarre vortrug, wunderte sich über die Kontinuität trotz des Wandels. "Ich komme aus Peking, das verändert sich viel schneller. Da erkenne ich schon nach wenigen Jahren kaum etwas wieder."

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