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Fritz Reuter zeichnete viele Bilder aus dem Lagerleben in Staumühle. Dieses Bild mit dem Datum 29.4.46 ist mit "An der Lagerstraße" beschrieben. - © Repro: Horst Biere
Fritz Reuter zeichnete viele Bilder aus dem Lagerleben in Staumühle. Dieses Bild mit dem Datum 29.4.46 ist mit "An der Lagerstraße" beschrieben. | © Repro: Horst Biere

Oerlinghausen Die Tagebücher des Fritz Reuter

Stadtgeschichte: Der Oerlinghauser NS-Propagandaleiter soll bei Kriegsende erschossen werden. Die Alliierten retten ihn und stecken ihn ins Lager.

Horst Biere
18.06.2021 | Stand 21.06.2021, 17:07 Uhr

Oerlinghausen. Es ist der 3. April 1945, Ostermontag, kurz vor Kriegsende. In Oerlinghausen tobt seit zwei Tagen ein gnadenloser Straßenkampf. Die amerikanischen Truppen stoßen mühsam von Haus zu Haus vor. Ein größenwahnsinniger Wehrmachtskommandant hat die Stadt zur Festung erklärt. Die Stadtverwaltung mit Nazi-Bürgermeister Friedrich Möller an der Spitze, vernichtet im Rathaus (heute Fliesenhaus) alle wichtigen Dokumente. Mit dabei ist Fritz Reuter, Oerlinghausens NS-Propagandaleiter. Da Reuter kurz zuvor mit den verzweifelt kämpfenden jungen Soldaten Kontakt hatte, schlägt er dem kommandierenden Leutnant die Übergabe der Stadt vor. Aber das bedeutet für den Kommandanten blanken Hochverrat. Er lässt sofort einen Trupp Soldaten zur Erschießung Fritz Reuters zusammenstellen. Doch der hat Riesenglück: Die Kämpfe mit den vorrückenden Amerikanern auf der Hauptstraße verhindern die Exekution. Das beschreibt er in seinen Tagebuchaufzeichnungen, die seit kurzem vorliegen.

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