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Vor Brinkmanns Schuhgeschäft lag eine Ausruferstelle - an der Hauptstraße zwischen der Drogerie Schlafke (heute Café Kriemelmann) und der Buchhandlung Blume. Das Gebäude wurde 1961 zugunsten der verbreiterten Straßenkreuzung abgerissen. - © Hans Brinkmann/Repro: Horst Biere
Vor Brinkmanns Schuhgeschäft lag eine Ausruferstelle - an der Hauptstraße zwischen der Drogerie Schlafke (heute Café Kriemelmann) und der Buchhandlung Blume. Das Gebäude wurde 1961 zugunsten der verbreiterten Straßenkreuzung abgerissen. | © Hans Brinkmann/Repro: Horst Biere

Oerlinghausen Wenn der Ausrufer die Glocke schwang

Stadtgeschichte: An 35 Stellen Oerlinghausens wurden Neuigkeiten und öffentlichen Ankündigungen vorgetragen. Kockherm war der Letzte seiner Zunft, aber es gab weitere Originale.

Horst Biere
24.05.2020 | Stand 22.05.2020, 17:45 Uhr

Oerlinghausen. „Es ist bekannt zu cheben . . .“ Mit lauter Stimme verkündete Kockherm die neuesten Nachrichten in der ganzen Stadt – die Ratsbeschlüsse, die Müllabfuhrzeiten, die Straßenbaumaßnahmen. Wenn Hermann Heidschuster, den alle nur Kockherm nannten, seine Handglocke auf der Hauptstraße schwang, wuchs der kleine Ausrufer förmlich über sich hinaus. Er war der Letzte seiner Zunft in Oerlinghausen. Bis in die 1950er Jahre wanderte er mit seiner großen Glocke durch die Stadt, hielt an vielen Straßenecken und auf Plätzen an, bimmelte kräftig und trug seinen Text vor. Dass es Kockherm oftmals mit den Sätzen und der Grammatik nicht so genau nahm, sah ihm jeder nach. „Hat wohl schon einen Kleinen gehabt“, meinten die Zuhörer verständnisvoll, denn Kockherm war kein Kind von Traurigkeit.

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