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Heinz Bröcker, didaktischer Leiter (4. v. r.) und Denise Bischoff (Leitung Mensaküche, 2. v. r.) freuen sich mit den Fünft- und Sechstklässlern und dem gesamten LKS-Team über den Erfolg der Mensa, sowie die Einführung der Mehrwegbecher. - © Christian Landerbarthold
Heinz Bröcker, didaktischer Leiter (4. v. r.) und Denise Bischoff (Leitung Mensaküche, 2. v. r.) freuen sich mit den Fünft- und Sechstklässlern und dem gesamten LKS-Team über den Erfolg der Mensa, sowie die Einführung der Mehrwegbecher. | © Christian Landerbarthold

Oerlinghausen Sielmann-Schule auf Erfolgskurs

Es gibt nur wenige Schule in OWL, die so gut aufgestellt sind, wie die Heinz-Sielmann-Schule. Das sagt eine Prüferin dem Schulleiter Landerbarthold bei der Qualitätsanalyse.

Gunter Held
23.11.2019 | Stand 22.11.2019, 18:25 Uhr

Oerlinghausen. Christian Landerbarthold mag den Begriff „Sekundarschule" nicht. Das machte er gleich zu Beginn seines Vortrags vor den Mitgliedern des Schulausschusses am Donnerstagabend deutlich. „Die Eltern wissen mit dem Begriff nichts anzufangen", sagt der Schulleiter der Heinz-Sielmann-Schule. Er nennt seine Schule lieber Heinz-Sielmann-Schule, die kleine Gesamtschule. „Denn genau das ist es, was wir sind: eine Gesamtschule, der lediglich die Oberstufe fehlt." Das Manko, mit dem Landerbarthold immer noch zu kämpfen hat, sitzt in den Köpfen vieler Eltern. Die Heinz-Sielmann-Schule war mal eine Hauptschule – und diese Schulform hat einen schlechten Ruf. Tatsächlich aber ist das lange her. Schon Rolf Bockwinkel, Landerbartholds Vorgänger als Schulleiter, hat die HSS visionär, beharrlich und konsequent weiterentwickelt. „Wir unterrichten heute bis Klasse 10 nach Gesamtschullehrplänen", sagte Landerbarthold und machte damit deutlich, dass die Bezeichnung „kleine Gesamtschule" keine leere Floskel ist. Die HSS wird von 500 Schülern besucht, von denen 40 einen Förderbedarf haben. 55 bis 60 Lehrerinnen und Lehrer unterrichten die Kinder in dieser auf Vierzügigkeit ausgelegten Schule. Die Klassengröße liegt bei 25 Kindern. Ein großer Vorteil der HSS sei, dass die Schule nicht so groß ist. „Bei uns geht es familiär zu", sagt Landerbarthold. Um Kindern eine weitere Schulkarriere in der Oberstufe zu ermöglichen, bestehen Kooperationen mit dem Niklas-Luhmann-Gymnasium, der Felix-Fechenbach-Gesamtschule in Leopoldshöhe sowie mit dem Lüttfeld- und dem Hanse-Berufskolleg in Lemgo. Den Zustand der Fassade nennt er "schändlich" tand der Fassade nennt er "schändlich"Personell seien sie an der HSS gut aufgestellt, informierte der Schulleiter. Eine Aussage, die kaum eine andere Schule in OWL für sich treffen kann. Zur Berufsorientierung gehöre an der HSS der Besuch von Bildungsmessen, Bewerbungstraining mit Unterstützung von externen Partnern, Betriebserkundungen bei der Neuen Westfälischen, den Hanning Elektrowerken oder der Firma Gundlach. Außerdem betreiben Schüler der HSS einmal wöchentlich das Seniorencafé in der Müllerburg. Doch auch auf erforderliche Sanierungsarbeiten machte Landerbarthold aufmerksam. Die Außenfassade des Hauptgebäudes bezeichnete er als „schändlich". Er hob aber auch die sehr gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung hervor. Zum Abschluss berichtete er vom Besuch eines Teams der Qualitätsanalyse Mitte November. Untersucht wurden 44 Kriterien. 16 davon sind beispielhaft erfüllt, 25 entsprechen den Erwartungen des Landes, bei drei Kriterien besteht Verbesserungsbedarf. Eine Qualitätsprüferin sagte Landerbarthold, dass sie selten eine so gut aufgestellte Schule sehen würde. Das Abschlussurteil: Hervorragend. Die Mensa der Heinz-Sielmann-Schule ist ein Erfolgsmodell Man hört es regelmäßig aus anderen Städten, dass es Probleme mit der Verpflegung in den Schulkantinen gibt. Lange Anfahrtswege, da das Essen außerhalb produziert wird, und Abstriche im Geschmack sorgen immer wieder für Unmut bei den Schülern und ihren Eltern. Anders an der Heinz-Sielmann-Schule. An der kleinen Gesamtschule wird das Essen von Mitarbeitern des Lippischen Kombi Service (LKS), dank einer Vollküche, frisch zubereitet und an den langen Schultagen in Büfettform angeboten. Regelmäßig werden zwischen 220 und 240 Essen ausgegeben. Unterstützung erhält der Caterer auch durch das pädagogische Konzept der Schule. Fünft- und Sechstklässler gehen in der Mittagspause gemeinsam mit ihren Lehrern zum Essen, was letztendlich zu einer frühen Bindung an das Mittagsangebot führt. Auch Gäste können montags, mittwochs und donnerstags in der Mensa essen. Ab 13 Uhr, wenn die Schüler wieder im Unterricht sind, steht das Angebot auch den Bürgern frei. Sehr zufrieden ist Schulleiter Christian Landerbarthold auch mit der Zusammenarbeit zwischen Schule und Caterer LKS. So ist es nicht nur die zwischenmenschliche Ebene, die einfach passt, sondern auch der gemeinsame Erfolg, konnte man doch jetzt gerade erst die bei den Schülern überaus beliebten „Capri-Sonne" aus dem Angebotssortiment verdrängen und gegen Getränke in Mehrwegbechern austauschen. Ein wichtiger Schritt für den Umweltschutz, sagt auch der didaktische Leiter Heinz Bröcker, wurde doch durch die Verpackungen immer sehr viel Müll produziert. Die neuen Becher gehören zu einem deutschlandweiten Mehrweg-Pfandsystem, das den Einwegmüll reduziert und Ressourcen schont. Landerbarthold hält die HSS-Mensa für ein wirkliches Erfolgsmodell und ein ein Vorbild für andere Kommunen.

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