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Bärbel Meyer findet die Benutzung der „gib+nimm-Box“ ganz einfach. Funktionsfähige Dinge werden in die Regale gestellt, das, was man gebrauchen kann, wird mitgenommen. - © Gunter Held
Bärbel Meyer findet die Benutzung der „gib+nimm-Box“ ganz einfach. Funktionsfähige Dinge werden in die Regale gestellt, das, was man gebrauchen kann, wird mitgenommen. | © Gunter Held

Oerlinghausen „gib+nimm-Box“ in Oerlinghausen ist oft vermüllt

Bernd und Bärbel Meyer kümmern sich um die Box in einer ausrangierten Telefonzelle. Sie ärgern sich aber über zwei Dinge.

Gunter Held
20.11.2019 | Stand 20.11.2019, 17:30 Uhr

Oerlinghausen. Es ist doch so einfach, bedürftigen Menschen zu helfen, dachten sich Bernd und Bärbel Meyer. In vielen Haushalten würden doch Dinge herumstehen, die nicht mehr gebraucht werden. Gläser zum Beispiel, oder Geschirr, Übertöpfe, kleine elektronische Geräte, die in Schubladen, Regalen oder im Keller ihr Dasein fristen. Voll funktionsfähig abgestellt, weil etwas Neueres, Moderneres den Platz eingenommen hat. Vor fast eineinhalb Jahren haben die Meyers ihrer Idee Taten folgen lassen. Seitdem steht am Rathausplatz, gegenüber der Parkpalette, eine „gib+nimm-Box“. Na ja, eher Schrank als Box. Eine ehemalige Telefonzelle, in die Bernd Meyer Regale eingebaut hat. Gebrauchsanweisung Und damit jeder weiß, wie das mit dem Bringen und Nehmen funktioniert, ist auch eine Gebrauchsanweisung in eines der Fenster geklebt. Deutlich wird darauf hingewiesen, dass gut erhaltene, funktionsfähige Dinge weitergegeben werden können. Es wird darum gebeten, die Dinge in die Regale zu stellen und, falls sie nicht von jemandem mitgenommen werden, nach vier Wochen wieder abzuholen. Jeder darf nehmen, was er braucht, steht ebenfalls in der Gebrauchsanleitung und auch der Satz: Ein Weiterverkauf ist nicht erwünscht. Doch gerade das passiert immer wieder. Da wird auf einer Bank in der Nähe geradezu gelauert. Und wenn dann jemand etwas in die Box hineinstellt, wird das eingesammelt und beim nächsten Flohmarkt angeboten. „Das habe ich schon mehrfach erlebt“, sagt Bärbel Meyer. Das sei zwar ärgerlich, weil die Dinge aus der Box eigentlich unentgeltlich weiter verwendet werden sollen, aber „damit kann ich leben“. Fritteuse voller Fett Richtig ärgerlich findet sie eine andere Sache: „In und an der Box wird immer wieder Müll abgestellt“, sagt sie. Das Schlimmste, was sie vorgefunden hat, war eine Fritteuse voll mit alten Fett und eine Bratpfanne mit Speiseresten. Wenigstens zweimal pro Woche räumen Bärbel Meyer oder ihr Mann Bernd die „gib+nimm-Box“ auf und bringen Müll zum Bauhof. Immer wieder kommt es auch vor, dass Bücher oder Kleidung in die Box gelegt werden. Dabei steht ebenfalls in der Gebrauchsanweisung, dass Kleidung dienstags von 15.30 bis 17 Uhr bei der Caritas im katholischen Gemeindehaus an der Marktstraße 19 abgegeben werden kann. Und Bücher werden von der Büchertauschbörse im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in der Südstadt gern entgegengenommen, und zwar immer samstags von 9.30 bis 12 Uhr.

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