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Erweiterung: Vor dem Naturfreundehaus entsteht derzeit der Anbau für einen Walderlebnisraum und eine Terrasse. Bis Anfang 2020 soll die Maßnahme abgeschlossen sein. Dann können Erlebnisse inmitten der Natur reflektiert werden. Michael Schröder zeigt die Baupläne. - © Karin Prignitz
Erweiterung: Vor dem Naturfreundehaus entsteht derzeit der Anbau für einen Walderlebnisraum und eine Terrasse. Bis Anfang 2020 soll die Maßnahme abgeschlossen sein. Dann können Erlebnisse inmitten der Natur reflektiert werden. Michael Schröder zeigt die Baupläne. | © Karin Prignitz

Oerlinghausen Attraktiver Anbau fürs Naturfreundehaus

Das Selbstversorgerhaus am Ende des Welschenweges erhält einen sogenannten Walderlebnisraum

Karin Prignitz
10.10.2019 | Stand 09.10.2019, 19:01 Uhr

Oerlinghausen. Stahlstützen ragen in die Höhe, die Betondecke ist am 1. Oktober gegossen worden. Ovale Stützen weichen von der Norm ab. Der seit Jahrzehnten vertraute Blick auf das Naturfreundehaus hat sich in den vergangenen Wochen verändert. Die Bielefelder Naturfreunde gehen mit ihrem Traditionsgebäude und seiner mehr als 100-jährigen Geschichte am Oerlinghauser Standort mit einem Anbau und einigen weiteren Änderungen neue, modernere Wege. Der hintere Tagungsraum ist bereits vor einigen Jahren renoviert und mit neuzeitlicherem Schick versehen worden. Vor allem im großen Aufenthaltsraum aber begegnet Besuchern nach wie vor der altbackene Charme vergangener Tage. Das soll sich bald ändern. Früher gab es mit Conny und Ingrid Unverricht Hauseltern, die die Gäste umsorgten. „Im Jahr 1995 ist auf Selbstversorgung umgestellt worden“, berichtet Hausreferent Michael Schröder von den ersten Maßnahmen. Ein Jahr lang war das Haus zuvor geschlossen und wurde vor allem im oberen Bereich umgestaltet. 72 Betten und 80 Matratzenlager, die gab es anschließend nicht mehr. „Wir haben auf 29 Betten reduziert, die gibt es heute immer noch“, bestätigt Schröder. Mit dem Wechsel des Vorstandes im Jahr 2003 unter dem Vorsitz von Gerd Weichynik herrschte Einigkeit: „Wir müssen für unsere Gäste attraktiv bleiben.“ Verschiedene Maßnahmen wie eine neue Heizungsanlage, die Renovierung der Zimmer, neue Fenster im Treppenhaus und andere Neuerungen wurden stückweise vorangetrieben. 2.500 Übernachtungen pro Jahr Die auffälligste Neuerung entsteht derzeit als Anbau vor dem Gebäude am Ende des Welschenweges: ein Walderlebnisraum, bestehend aus einem 12,5 Meter großen Wintergarten. Direkt an ihn grenzt eine 19 Quadratmeter große Terrasse. „Der neue Walderlebnisraum soll vor allem für Schulklassen und Kindergärten, die das Naturfreundehaus besuchen, die Möglichkeit schaffen, das Erlebte zu reflektieren“, erläutert Michael Schröder. Und zwar zu jeder Jahreszeit. „Durch die Scheibenfront hat man das Gefühl, draußen zu sitzen.“ Quasi mitten im Wald. Im Zuge dieser Veränderung soll das alte und bisher undurchsichtige Fenster des Aufenthaltsraumes weichen. An seiner Stelle soll ein Durchbruch zur neuen Terrasse mit bodentiefem Ausstieg entstehen. „Oben drüber entsteht ein kleiner Balkon für die jeweilige Hausleitung.“ Michael Schröder macht deutlich: „Das Naturfreundehaus wird ehrenamtlich geführt.“ Deshalb haben einige Aktive viel Eigenleistung hineingesteckt, beispielsweise bei der Verschalung des Anbaus. Dass die Bausumme von 113.000 Euro erheblich reduziert werden konnte, liegt vor allem an der über das Programm „Heimat-Zeugnis“ bewilligten Förderung des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen in Höhe von 95.000 Euro. Derzeit wird im Vorstand darüber diskutiert, ob die Durchreiche zur Küche bestehen bleiben soll. Wahrscheinlich werden neue robuste Stühle und Tische angeschafft. „Die Holzumrandung an den Innenfenstern wird auf jeden Fall entfernt“, kündigt Michael Schröder an. Die Sitzbänke im Aufenthaltsraum sollen bleiben. Ob die halbhohe Holzvertäfelung erneuert oder lackiert wird, das steht noch nicht fest. Voraussichtlich Anfang 2020 sollen Walderlebnisraum und Terrasse fertig sein und genutzt werden können. Durchschnittliche 2.500 Übernachtungen gebe es im Naturfreundehaus, erzählt Michael Schröder, der auch Kassierer im Vorstand ist. „Mehr als 70 Prozent unserer Gäste sind Kinder und Jugendliche.“ Das sei sehr erfreulich und die Tendenz steigend. Beliebte Ausflugsziele seien der „Amazonas“ nahe des Hauses, das Archäologische Freilichtmuseum, der Segelflugplatz, der Tönsberg und die Hochlandrinder im Naturschutzgroßprojekt.

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