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Gewohnter Anblick: Von außen hat sich kaum etwas verändert. Die Schilder am Zaun weisen auf die Nutzung der vergangenen Jahre hin. Im Innern der ZUE aber wird ausgeräumt. - © Karin Prignitz
Gewohnter Anblick: Von außen hat sich kaum etwas verändert. Die Schilder am Zaun weisen auf die Nutzung der vergangenen Jahre hin. Im Innern der ZUE aber wird ausgeräumt. | © Karin Prignitz

Oerlinghausen Bezirksregierung räumt ehemalige Klinik

In der Zentralen Unterbringungseinrichtung sind keine Geflüchteten mehr untergebracht. Die weitere Nutzung ist ungewiss

Karin Prignitz
09.08.2019 | Stand 09.08.2019, 17:09 Uhr

Oerlinghausen. In der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Asylsuchende in der ehemaligen Hellweg-Klinik nahe des Segelflugplatzes ist es ruhig geworden. Jedenfalls von außen. Noch weisen Schilder auf die Nutzung hin. Im Innern der Gebäude hat aber bereits der Rückbau begonnen. „Es sind dort keine Geflüchteten mehr untergebracht“, das hat jetzt die Bezirksregierung Detmold mitgeteilt. Die Einrichtung sei leergezogen worden, heißt es in einer Pressemitteilung. „Wie bereits bekannt, wird die ZUE am 14. Oktober 2019 den Betrieb einstellen.“ Grund sei, dass das Evangelische Johanneswerk als Eigentümer den Mietvertrag der Liegenschaft nicht verlängert habe. Die ZUE war zunächst von den Johannitern und ab Februar 2017 von der DRK-Betreuungsdienste Westfalen-Lippe gGmbH betrieben worden. "Die Menschen gut betreut" Der Dank von Jörg List, dem zuständigen Dezernenten bei der Bezirksregierung Detmold, geht an die Mitarbeiter des Betreuungsverbandes und der Sicherheitsorganisation. „Trotz der zeitweiligen Probleme in der ZUE und im Umfeld haben sie die Menschen gut betreut und sehr gute Arbeit geleistet“, hebt List hervor. Immer wieder war es eine Zeitlang zu Diebstählen und Einbrüchen gekommen. Nach der Abschiebung einiger verantwortlicher Personen beruhigte sich die Lage. Durch die konstruktive Zusammenarbeit zwischen Polizei, Anwohnern, Stadt, Betreuungsverband und Sicherheitsdienst sei es gelungen, die Situation zu entspannen und die Probleme zu lösen, betont List. „Es herrschte in den vergangenen Monaten wieder Ruhe im Umfeld der Einrichtung, sodass beispielsweise die Abstände zwischen den Treffen des Runden Tisches mit den Anwohnern immer größer wurden.“ Es habe kaum noch Bedarf dafür gegeben, lässt List wissen. Johanneswerk: Keine Information zum jetzigen Zeitpunkt Die Bezirksregierung ist Mieterin der Einrichtung und muss das Areal in dem Zustand übergeben, in dem sie es übernommen hat. Das Ende der Unterkunft fällt mit dem Ende des Vertrages zwischen Bezirksregierung und Betreuungsorganisation, DRK und Sicherheitsdienst zusammen. Einzelheiten zur weiteren Nutzung der Liegenschaft sind der Bezirksregierung nach Auskunft von Jörg List nicht bekannt. Konkrete Informationen gibt es dazu vom Evangelischen Johanneswerk nicht. Claudia Schröder, Leiterin der Stabsabteilung Strategisches Marketing, verweist lediglich auf Folgendes: „Da der Planungsprozess derzeit noch läuft, können wir zum jetzigen Zeitpunkt leider weder inhaltlich noch zum Zeitpunkt des Abschlusses der Planungen eine Information geben.“ Anfang Oktober 2014 war die ZUE Oerlinghausen in der ehemaligen Hellweg-Klinik von der Bezirksregierung Arnsberg als Einrichtung zur Unterringung von Flüchtlingen in Betrieb genommen worden. Im Januar 2016 übernahm die Bezirksregierung Detmold die Verwaltung der Liegenschaft. Die Kapazität der ZUE betrug maximal 600 Betten. Seit Februar 2018 war die Zahl der Plätze nach einen Entscheidung des Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW auf 300 Betten begrenzt worden. Grund dafür sei die höhere Sozialverträglichkeit durch die geringere Belegung gewesen, teilt Pressesprecher Peter Westphal mit.

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