0
Hintereinander: Völlig ungezwungen wird getanzt. Wichtig ist, sich die Schrittfolge zu merken. Weil es so warm ist, hat sich Brigitte Ziesing einen Fächer mitgebracht. - © Karin Prignitz
Hintereinander: Völlig ungezwungen wird getanzt. Wichtig ist, sich die Schrittfolge zu merken. Weil es so warm ist, hat sich Brigitte Ziesing einen Fächer mitgebracht. | © Karin Prignitz

Oerlinghausen Die Choreographien sind überall tanzbar

Die „Black Sun Linedancer“ gibt es seit eineinhalb Jahren auch in Oerlinghausen. Getanzt werden kann hier auch ohne Partner

Karin Prignitz
07.08.2019 | Stand 06.08.2019, 18:07 Uhr

Oerlinghausen. Die ersten Schritte hat Chris Monat bei den „Jolly Joker Linedancern“ in Schloß Holte-Stukenbrock gelernt. Zugesehen hat sie, mit welcher Selbstverständlichkeit sich die fortgeschrittenen Tänzerinnen und Tänzer bewegen. „Ich fand es großartig“, sagt die 60-Jährige. Für sie stand fest: „Das möchte ich auch können.“ Also lernte sie alles, was es zu lernen gab, und gründete vor sechs Jahren zusammen mit ihrem Mann eine eigene Gruppe: die „Black Sun Linedancer“. Eine Woche später starb Reimund Monat. „Ich habe ihm versprochen weiterzumachen“, erzählt Chris Monat von der schweren Zeit danach und einem Wunsch, den sie auf jeden Fall erfüllen wollte. Petra Klapper, die für die Öffentlichkeitsarbeit der Dancer zuständig ist, kann ohne Wenn und Aber bestätigen, dass Chris Monat ihre Aufgabe „mit sehr viel Leidenschaft und Herzblut ausfüllt“. Klapper selbst und ihr Mann kommen vom Latein- und Standardtanz. „Nachbarn haben uns gefragt, ob Linedance etwas für uns wäre.“ Das Paar glaubte kaum, schaute aber trotzdem mal bei einem Training vorbei. Schrittfolgen werden komplexer „Uns hat das so gut gefallen, dass wir mittlerweile seit drei Jahren dabei sind“, erzählt die 59-Jährige. „Linedance ist nicht nur etwas für den Körper, sondern auch für den Geist.“ Anfangs seien die Schrittfolgen leicht, allmählich würden sie komplexer. „Das geht dann nicht mehr mit einmal lernen.“ Der jüngste Gemeinschaftsabend, an dem sich die Linedancer aus Oerlinghausen, Sennestadt und auch Verl einmal monatlich treffen, hat diesmal im „Kastanienkrug“ stattgefunden. Heiß ist es an diesem Abend, dennoch haben sich viele auf den Weg gemacht. „Unter den insgesamt 85 Mitgliedern kommen etwa 35 aus Oerlinghausen“, erzählt Chris Monat vom großen Interesse. Eine Mitgliedsbindung gibt es bei den „Black Sun Linedancern“ nicht. 13 Euro im Monat fallen nur an, wenn das Training genutzt wird. „Das ist wirklich kulant“, findet Petra Klapper. Auf der Tanzfläche bewegen sich derweil überwiegend Frauen, aber auch zwei Männer und der 14-jährige Matthias. Der Achtklässler hat im vergangenen Jahr einen Auftritt der „Black Sun Linedancer“ beim Weihnachtsmarkt verfolgt. Seine Mutter tanzte mit. Jetzt ist auch er dabei. „Wenn man jünger ist, kann man sich die Schritte leichter merken“, berichtet der pfiffige Realschüler aus Senne selbstbewusst und reiht sich ganz selbstverständlich ein. Seine Freunde, „na ja, die zocken lieber“. Er geht stattdessen linedancen und findet es super, sich zum Rhythmus der Musik zu bewegen. Mit sechs Mitgliedern starteten die „Black Sun Linedancer“ im Jahr 2013. Getanzt wurde in den Augustdorfer „Ratsstuben“. Weil der Zuspruch groß war, wurde bereits 2015 die erste Gruppe der „Black Sun Linedancer“ in Sennestadt gegründet – in den Gemeinschaftsräumen der Johanneskirche an der Elbeallee. Vor eineinhalb Jahren kam Oerlinghausen hinzu. Geeignete Räume fanden die Linedancer hier im „Anno Dazumal“ und im AWO-Begegnungszentrum in der Altstadt. Die Gruppe wächst zusammen Etwa 20 Auftritte im Jahr gebe es, erzählt die Trainerin. „Neben dem Tanzen ist es mir wichtig, dass die Gruppe zusammenwächst.“ Ein paar mehr Herren dürften es gerne ein. Das Verhältnis von Frauen und Männern liege momentan bei etwa 90 zu 10. Chris Monat kann sich vorstellen, woran das liegt. „Frauen entscheiden sich spontaner, Männer haben eher eine Tanzhemmung.“ Beim Linedance kein Problem. „Das Gute ist ja, dass man hier ohne Partner mitmachen kann.“ Die Choreographien seien überall tanzbar. Von 14 bis 80 Jahren sind mehrere Generationen unter den Linedancern vertreten. „Wir haben hier die ganze Palette.“ Wer mitmachen möchte, der sollte „gute Laune, ein bisschen Ausdauer und bequemes Schuhwerk dabei haben“. Stöckelschuhe seien mit den Schritten kaum vereinbar. „Modernen Linedance machen wir gar nicht“, betont Chris Monat. Jeans und weißes Oberteil, das ist das unkomplizierte Outfit für die Auftritte, „damit jeder sofort mitmachen kann“. Wer Lust habe, sagt die Trainerin, könne einfach zu den Anfängerstunden hinzukommen. Und wenn sie so auf die Tanzfläche schaut, dann geht wie immer ihr Herz auf. „Ach, ist doch schön, wie glücklich alle aussehen.“ Zeiten und Orte In Oerlinghausen findet das Training jeweils mittwochs statt. Für Anfänger von 18 bis 19.30 Uhr im AWO-Begegnungszentrum an der Hauptstraße 48. Das intermediate Training findet von 18 bis 20 Uhr im „Anno Dazumal“ an der Holter Straße 53 statt. Auch in Sennstadt gibt es Standorte. Dort tanzen die Anfänger dienstags von 18.15 bis 20 Uhr im Gemeinschaftsraum der Johannes-Kirche an der Elbeallee / Ecke Ilmenauweg und die Fortgeschrittenen donnerstags von 18.15 bis 20 Uhr am selben Ort. Trainingsstandort in Verl ist das Bürgerzentrum „Hühnerstall“ in Bornholte-Bahnhof am Schmiedestrand 168. Dort beginnen die Anfänger um 17.30 Uhr, danach Intermediate und Quereinsteiger ab 18.15 bis 20 Uhr. Weitere Informationen bei Chris Monat unter Tel. (01 70) 2 10 11 49 und bei Birgit Heining unter Tel. (01 51) 23 12 44 20. www.blacksun-linedancer.de ?(kap)

realisiert durch evolver group