Am Sonntag sind die Bürger auch in Enger und Spenge aufgerufen, sich an der Europawahl zu beteiligen. - © Privat
Am Sonntag sind die Bürger auch in Enger und Spenge aufgerufen, sich an der Europawahl zu beteiligen. | © Privat

Oerlinghausen CDU fehlt beim gemeinsamen Aufruf zur Europawahl

EU-Wahl: Bei ihrem Aufruf, die Wahl ernst zu nehmen, gehen die Oerlinghauser Parteien getrennte Wege

Knut Dinter
24.05.2019 | Stand 24.05.2019, 18:49 Uhr

Oerlinghausen. In einem gemeinsamen Aufruf haben sich in Oerlinghausen vier politische Parteien an die Bürgerinnen und Bürger gewandt. „Wähle Deine Zukunft! Wir sind Europa!" lautet das Motto. Die Erklärung zur Europawahl haben Bündnis 90/Die Grünen, die FDP, die Freien Wähler und die SPD unterzeichnet. Es fällt auf, dass die CDU fehlt. Über die Gründe gibt es unterschiedliche Meinungen. „Es gab Abstimmungsprobleme", erklärte der stellvertretende Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes, Hans-Josef Hünerbein. „Die ursprüngliche Idee kam von den Grünen, vor 14 Tagen hatten wir mehrfach Kontakt." Der vorgelegte Textentwurf erschien den Christdemokraten allerdings nicht „rund". Auf den Gegenvorschlag der CDU habe es dann aber keinerlei Reaktion gegeben, sagte Hünerbein. „Frau Allmendinger (Dagmar Allmendinger, Sprecherin des Ortsverbandes der Grünen, Anm. d. Red.) ist in Urlaub gefahren und von den anderen fühlte sich niemand zuständig." Er habe vergeblich auf Signale gewartet. Außerdem bezweifelte er, dass „ein Aufruf drei Tage vor der Wahl, wo zwei Drittel bereits per Brief gewählt haben, noch Sinn macht". Es sei „alles ein bisschen blöd gelaufen", räumte Hünerbein ein, „aber die Veröffentlichung kommt definitiv zu spät." Aus dem Grund habe die CDU bereits vor zwei Wochen einen eigenen Aufruf veröffentlicht. Grüne widersprechen der CDU-Sicht Mit dieser Darstellung ist Ulrike Meusel, Vorstandsmitglied der Oerlinghauser Grünen, gar nicht einverstanden. Sie sprach von einer Verdrehung der Tatsachen. „Herrn Hünerbein fehlte lediglich ein Satz, weil die CDU sich sonst nicht wiederfinden könne", sagte sie. „Ich habe ihm am Telefon erklärt, dass der Stadtverband mehrfach gefragt worden ist, mehr können wir nicht machen." Ulrike Meusel stellte die Frage in den Raum, ob sich die CDU bewusst abgrenzen wolle. „Wir wollten gemeinsam mit allen etwas für Europa tun, dagegen kann man doch nichts haben." Ein Blick ins Internet verrät, dass die vier Unterzeichner ihren Appell nicht online veröffentlicht haben. Allein die CDU veröffentlichte auf ihrer Startseite einen rot umrandeten, ähnlichen Wahlaufruf – allerdings zugunsten der eigenen Partei.

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