Anschwimmen: Nils Rebig und Lasse Klarhorst (vorne v. l.) sowie Sophie Grote, Amelie Kohlmeier, Inken Fillies, Nikita Fuhrmann und Arne Sörensen (hinten v. l.) haben sich bereits Schwimmnudeln für das Training geschnappt. - © Karin Prignitz
Anschwimmen: Nils Rebig und Lasse Klarhorst (vorne v. l.) sowie Sophie Grote, Amelie Kohlmeier, Inken Fillies, Nikita Fuhrmann und Arne Sörensen (hinten v. l.) haben sich bereits Schwimmnudeln für das Training geschnappt. | © Karin Prignitz

Oerlinghausen Aufnahmestopp für Nichtschwimmer

Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft: Die Wartezeit beträgt drei Jahre. Eltern sollten sich frühzeitig um die Wassergewöhnung ihrer Kinder kümmern

Karin Prignitz
23.05.2019 | Stand 22.05.2019, 17:41 Uhr

Oerlinghausen. Immer wieder kommt es zu Unglücken, die verdeutlichen, wie wichtig es ist, dass Kinder frühzeitig schwimmen lernen. Eine repräsentative Forsa-Umfrage aus dem Jahr 2017 hat unter anderem aufgezeigt, dass in Deutschland nur noch 41 Prozent der Zehnjährigen sichere Schwimmer sind und die Schwimmfähigkeit von Grundschulkindern ungenügend ist. Das liegt unter anderem an der Schließung zahlreicher Bäder und an fehlenden Trainingszeiten. In der Bergstadt ist die Situation nicht so alarmierend. Hier gibt es eher das umgekehrte Problem. Der Ortsverein Oerlinghausen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) kann derzeit keine Kinder mehr annehmen, die schwimmen lernen möchten, weil die Kapazitäten der Übungsleiter erschöpft sind. „Die Wartezeit beträgt aktuell drei Jahre“, bestätigt der Vereinsvorsitzende Norbert Ende. „In den vergangenen Jahren ist die Zahl sprunghaft angestiegen.“ Auch alle anderen insgesamt 13 DLRG-Ortsgruppen in Lippe seien ausgelastet. „Wir liegen schon seit einigen Jahren weit über dem Bundesdurchschnitt“, betont Ende. Der positive Trend freut die Lebensretter, er bringt die 30 ehrenamtlichen DLRG-Übungsleiter aber auch an die Grenze der Leistbarkeit. Aufgrund des Aufnahmestopps rät Ende den Eltern, sich an andere Anbieter, wie etwa die Volkshochschule, zu wenden. „Wir arbeiten die Warteliste derzeit ab“, bestätigen die beiden DRLG-Schwimmbereichs-Leiterinnen Mira Fillies und Lena Wißbrock. „Eltern sollten sich früh genug kümmern“, rät Norbert Ende. „Kinder sollten schwimmen können, wenn sie in die Grundschule kommen.“ Die DLRG nehme Jungen und Mädchen ab fünf Jahren auf. „Dann sollten die Kinder aber schon an das Wasser gewöhnt sein und keine Angst davor haben.“ Nach der Grundschulzeit sollten die Kinder sichere Schwimmer sein. Und damit sei nicht gemeint, dass sie lediglich das Seepferdchen vorweisen können, darauf verweist Ende ausdrücklich. „Als sicherer Schwimmer kann nur gelten, wer die Disziplinen des Jugendschwimmabzeichens in Bronze beherrscht.“ Beim Seepferdchen handele es sich lediglich um eine Bescheinigung, dass sich das Kind auf einer Strecke von 25 Metern über Wasser halten könne. Mehr nicht. Gut sei, dass alle Grundschulen der Stadt Schwimmunterricht anbieten. Ein Ausbilder auf zwei Schwimmschüler Beim DLRG-Training folgt auf die Wassergewöhnung die Wasserbewältigung. Gleiten, springen, tauchen, schweben. Erst danach folgt die eigentliche Schwimmausbildung. Jedes Kind bekomme die Zeit, die es brauche, hebt Norbert Ende hervor. Ein Ausbilder komme auf zwei Schwimmschüler. Beim sogenannten Anschwimmen zu Beginn der Freibad-Saison haben Mira Fillies und Lena Wißbrock die ersten Kinder begrüßen können. Dort hat es neben einem gemeinsamen Grillen außerdem die „Wacheinweisung“ für die Übungsleiter gegeben. DLRG’ler unterstützen die Schwimmmeister am Wochenende und an Feiertagen sowie auf Zuruf bei sehr gutem Wetter auch während der Woche.

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