Jubiläum: Wolfgang Pierel vom "Rumpelstilzchen" zeigt das Plakat für das 25. Kinderstadtfest in Oerlinghausen. Er hat die Idee zu dieser Veranstaltung gehabt. Im kommenden Jahr sollen andere die Organisation übernehmen. - © Karin Prignitz
Jubiläum: Wolfgang Pierel vom "Rumpelstilzchen" zeigt das Plakat für das 25. Kinderstadtfest in Oerlinghausen. Er hat die Idee zu dieser Veranstaltung gehabt. Im kommenden Jahr sollen andere die Organisation übernehmen. | © Karin Prignitz

Oerlinghausen Stadtfest für die Kinder in Oerlinghausen

25. Kinderstadtfest: Wolfgang Pierel ist der Initiator und Organisator. Ab dem kommenden Jahr soll ein Nachfolger übernehmen

Karin Prignitz
14.05.2019 | Stand 13.05.2019, 18:58 Uhr

Oerlinghausen. Ein Stadtfest für die Kinder, „das gab es nirgendwo sonst“, sagt Wolfgang Pierel, wenn er an das Jahr 1995 zurückdenkt. Der Betreiber des „Rumpelstilzchen“ hat seinerzeit die Initiative ergriffen und „sofort 24 oder 25 Geschäfte der Werbegemeinschaft gefunden, die sich beteiligt haben“. Am Sonntag, 19. Mai, wird es die 25. Ausgabe des Kinderstadtfestes geben. Wieder werden in der Zeit von 13 bis 17 Uhr bis zu 500 Jungen und Mädchen im Alter zwischen vier und zwölf Jahren erwartet. „Wir präsentieren uns als Kaufmannschaft nicht unter dem Gewinnaspekt, der Tag soll vielmehr ein Dankeschön an die Kunden sein“. Dieser Gedanke habe von Anfang an im Mittelpunkt gestanden, betont Wolfgang Pierel. In den ersten Jahren fand das Fest am Samstagnachmittag nach Ladenschluss statt. Später dann, „als verkaufsoffene Sonntage an Traditionsveranstaltungen gekoppelt werden mussten, wurde das Kinderstadtfest auf den Sonntag verlegt“. Etwa 15 Jahre sei das her, sagt Wolfgang Pierel, der gemeinsam mit seiner Frau Steffi das Geschäft an der Rathausstraße seit fast 40 Jahren betreibt. Kinder können an Stationen punkten Damals gab es noch wesentlich mehr Einzelhändler, heute sind es keine 15 mehr. Unter den 39 Mitgliedern der Werbegemeinschaft Oerlinghausen finden sich mittlerweile viele Dienstleister, Versicherungen, Immobiliengeschäfte. „Auch sie sind bereit, sich am Kinderstadtfest zu beteiligen, Flagge zu zeigen, sich zu präsentieren.“ Vor oder in den Geschäften werden Spielestationen aufgebaut, an denen die Kinder in zwei Altersgruppen Punkte sammeln können. Legendär ist beispielsweise der „Heiße Draht“ vor der Goldschmiede. „Die Veranstaltung wird auf mehreren Schultern getragen“, das ist Wolfgang Pierel immer wichtig gewesen. In diesem Jahr wird er die Organisation zum letzten Mal übernehmen. „25 Jahre sind genug“, findet der 66-Jährige. „Ich werde es abgeben, das heißt aber nicht, dass ich gar nicht mehr zur Verfügung stehe.“ Gespräche über mögliche Nachfolger hat es bereits gegeben. „Ich hoffe, dass es weitergeht“, sagt Pierel, der gefühlt schon ewig 2. Vorsitzender der Werbegemeinschaft Oerlinghausen ist. „Vielleicht ist es ja gut, wenn neue Ideen eingebracht werden.“ "Wir waren die Trendsetter" Dass sich die Veranstaltung 25 Jahre lang gehalten hat und sich sogar immer größerer Beliebtheit erfreut, sei ein schöner Erfolg. „Wir waren die Trendsetter und haben quasi die Idee des Stadtmarketings vorweggenommen“, sagt der Gründer und bezieht so seine Mitstreiter mit ein. Das Kinderstadtfest in Oerlinghausen sei wohl auch die Vorlage für den Bielefelder „Wackelpeter“ gewesen. „Sie sind dort etwa sechs Jahre nach uns gestartet, allerdings mit wesentlich höherem Budget.“ In der Bergstadt liege das bei gerade einmal 2.000 bis 2.500 Euro. Davon bezahlt werden von der Werbegemeinschaft die beliebten Lebkuchenherzen für alle teilnehmenden Kinder sowie das Bühnenprogramm und die Preise für die Rallye. Die besten drei jeder Gruppe dürfen zuerst aussuchen, die weiteren Preise werden gezogen. In den vergangenen zehn bis 15 Jahren seien immer zwischen 400 und 500 Teilnehmer dabei gewesen, sagt Wolfgang Pierel und verweist auf die gute Resonanz. Jens Heuwinkel hat bei der ersten Ausgabe das Kulturprogramm gestaltet, war zwischendurch immer wieder da und wird auch bei der Jubiläumsveranstaltung die Kinder mit Jonglage, Akrobatik und Humor in seinen Bann ziehen. „Diesmal kommt er aber nicht alleine, sondern mit dem Zirkus Sauresani.“ Was nicht funktioniert hat Die „Lila Bühne“ war beim Kinderstadtfest vertreten, die Löffelpiraten, der Zirkus Krawalli, Puppenspielerin Dagmar Selje und die Oerly-Musikschule. „Wir haben immer versucht, mit schmalem Budget etwas Schönes auf die Beine zu stellen“, sagt Pierel. Seit mindestens 15 Jahren gehört die Mennoniten-Brüdergemeinde, zunächst mit einer Kletterwand, dann mit einem riesigen Trampolin, zum festen Bestandteil des Festes. Ebenso wie der CVJM Oerlinghausen, der Würstchen und Pommes frites verkauft. Ursprünglich hatte das jedes Jahr ein anderer Verein, der sich um die Jugendarbeit kümmert, übernehmen sollen, erzählt Wolfgang Pierel. „Hat leider nicht funktioniert.“ Der CVJM aber komme gerne und zuverlässig. Dabei sein werden am 19. Mai unter anderem die Kindergärten „Krümelkiste“ und „Zauberberg“, das Archäologische Freilichtmuseum, die Stadtbücherei und die Turnabteilung des TSV Oerlinghausen. „Eine der Leiterinnen hat früher selbst am Kinderstadtfest teilgenommen“, das hat sie Wolfgang Pierel erzählt. Ein junger Mann aus Bielefeld kommt jedes Jahr mit seinen Kindern, „weil das hier ein richtig schönes Fest ist – auch für die Erwachsenen“. Für die wird diesmal ein Kaffeemobil vorfahren.

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