Qualitätswasser: Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Synowski (v. l.), Bernd Seibert und Olaf Frigge zeigen das Innenleben der ersten Wassergewinnungsanlage von 1911 in der Schopke. Viele Kubikmeter werden täglich von hier zum Hochbehälter auf dem Oerlinghauser Tönsberg gepumpt. - © Horst Biere
Qualitätswasser: Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Synowski (v. l.), Bernd Seibert und Olaf Frigge zeigen das Innenleben der ersten Wassergewinnungsanlage von 1911 in der Schopke. Viele Kubikmeter werden täglich von hier zum Hochbehälter auf dem Oerlinghauser Tönsberg gepumpt. | © Horst Biere

Oerlinghausen Oerlinghausen bekommt die Note Eins für Wasserversorgung

Trinkwasser: Warum Oerlinghausen einen Spitzenplatz in Ostwestfalen einnimmt. Bezirksregierung lobt in Prüfungsbericht die Qualität und die sichere Verfügbarkeit

Horst Biere
09.05.2019 | Stand 08.05.2019, 19:36 Uhr

Oerlinghausen. Gutes Trinkwasser – so sagen Experten – wird künftig der knappste Rohstoff auf der Welt sein. Der Klimawandel, die vergangenen Dürresommer und die sinkenden Grundwasserspiegel alarmieren längst auch Politiker und Behörden in Deutschland. In NRW werden auf Grundlage des erneuerten Landeswassergesetzes die kommunalen Trinkwasser-Systeme durchleuchtet, um die nötige Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Alle Städte und Gemeinden hatten deshalb ihr Wasserversorgungskonzept vorzulegen – so auch Oerlinghausen. Das Ergebnis war eine glatte Eins für die Stadt und die Stadtwerke: „Zusammengefasst herrschen in Bezug auf die Trinkwasserversorgung der Stadt Oerlinghausen sehr gute Bedingungen“, lobte die Bezirksregierung jüngst die Bergstadt in ihrem Abschlussbericht. „Schwachstellen in der Versorgungssicherheit ergeben sich auch unter Zugrundelegung größerer Ausfallszenarien nicht“. „Der Grund für unseren Spitzenplatz liegt in der dezentralen Versorgungsstruktur und den hohen Investitionen in unser Netz“, sagt Stadtwerkechef Peter Synowski. „Allein in 2019 sind wiederum 925.000 Euro Investitionen für die Oerlinghauser Wasserversorgung eingeplant.“ Die wichtigsten Versorgungspunkte stellte Olaf Frigge vor, der als Meister das Oerlinghauser Wassernetz betreut: „Wir gewinnen gegenwärtig unser Trinkwasser aus zehn Brunnen und speichern es danach in sechs Hochbehältern. Einer auf dem Schafberg in Helpup, je zwei auf dem Tönsberg und dem Menkhauser Berg sowie einer auf dem Brachtsberg.“ Die Anlagen sind über das Leitungsnetz miteinander verbunden. Selbst wenn ein Wasserspeicher ausfallen sollte, könnten so die gewünschten Wassermengen von den anderen Speichern geliefert werden. Die nötigen Reserven – falls einmal einige Brunnen nicht fördern sollten – kämen im Stressfall auch von den Stadtwerken Bielefeld, mit denen ein langfristiger Liefervertrag besteht. Bernd Seibert, der für die Aufstellung des Wasserversorgungskonzeptes gesorgt hat, erinnert an die hohen Wassermengen im Dürresommer 2018: „Unsere städtischen Wasserspeicher haben ein Fassungsvermögen von 4.350 Kubikmeter, die höchste Tagesabgabe ins Oerlinghauser Netz lag an einem Hitzetag aber nur bei 2.715 Kubikmeter, also da ist noch viel Spielraum.“ Der Prüfungsbericht der Bezirksregierung erwähnt auch die gute Qualität des Oerlinghauser Wassers. Wo andernorts immer wieder mal Belastungen durch landwirtschaftliche Düngung vorkommen, sei die Bergstadt davon nicht betroffen. „An allen Reinwasser-Probeentnahmestellen werden die Grenzwerte gemäß Trinkwasserverordnung eingehalten“, heißt es im Bericht. Bakterienbelastungen gebe es an keiner Stelle. Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Synowski weist auch auf eine weitere Oerlinghauser Besonderheit hin: Als einziger Wasserversorger in Ostwestfalen berechnen die Stadtwerke keinen Grundpreis, sondern nur einen Arbeitspreis. „Unser Wasserpreis von 2,46 Euro brutto pro Kubikmeter liegt vielleicht ein wenig über dem Arbeitspreis anderer Kommunen, doch kommt in Oerlinghausen kein Basisentgelt hinzu.“ Darüber sollten sich seiner Meinung nach vor allem die umweltbewussten Bürger freuen. „Das Wassersparen wird in Oerlinghausen stärker belohnt, denn bei weniger Verbrauch spürt man die Ersparnis in der Gesamtrechnung unmittelbar.“

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