Auf See: Dieses von Sea-Watch.org zur Verfügung gestellte Foto zeigt im Januar gerettete Migranten und neue Besatzungsmitglieder an Bord der Sea-Watch 3. Auf diesem Schiff und der Sea-Watch 2 war auch Martin Kolek im Einsatz. - © Chris Grodotzki
Auf See: Dieses von Sea-Watch.org zur Verfügung gestellte Foto zeigt im Januar gerettete Migranten und neue Besatzungsmitglieder an Bord der Sea-Watch 3. Auf diesem Schiff und der Sea-Watch 2 war auch Martin Kolek im Einsatz. | © Chris Grodotzki

Oerlinghausen Seenotretter berichten

Autonomes Jugendzentrum: Die Mitglieder organisieren eine Veranstaltungsreihe, in der es um Leben und Tod geht

Oerlinghausen. Die Mitglieder des Autonomen Jugendzentrums (JZO) haben eine Veranstaltungsreihe unter dem Motto „Seenotrettung ist kein Verbrechen“ organisiert. Die Reihe umfasst vier Veranstaltungen und beginnt am Samstag, 30. März, ab 19 Uhr mit einer Lesung im Saal des Bürgerhauses. Diese Veranstaltung wird in Zusammenarbeit mit dem Förderverein der Bibliothek organisiert. Der Delbrücker Martin Kolek war im Mittelmeer mit der „Sea-Watch“ im Einsatz, um Menschen aus Seenot zu retten. Er ist Mitautor des Buches „Neuland: Mission Possible. Für Mohamed und Maryam“. Diese beiden Kinder, sechs und acht Monate alt, barg er tot. Sie waren ertrunken. Das Buch umfasst Beiträge von Aktivisten von Sea-Watch, borderline-europe, afrique-europe-interact, red-cross italy, praxisnahen Kennern der Szene aus sozialpsychologischer Sicht und Menschen, die die Flucht überlebt haben. Daniel Hempel stammt aus Detmold. Er engagiert sich bei der Rettungsorganisation „Sea Eye“. Am Samstag, 6. April, wird er im JZO über seine Einsätze berichten. Auch Fotos von den Missionen werden gezeigt. Außerdem wird es die Gelegenheit geben, dem Referenten Fragen zu stellen. Filmvorführung und Diskussion Ende April wird im JZO der Film „Iuventa“ gezeigt. Es ist ein Dokumentarfilm über die Gruppe „Jugend rettet“. Die besteht aus einer Gruppe junger Menschen, die sich durch Crowdfunding, also Gruppenfinanzierung, einen umgebauten Fischkutter kauften. Im Jahr 2016 schließt sich die Gruppe mit ihrem Schiff verschiedenen Nichtregierungsorganisationen, der italienischen Küstenwache und der Marine an. Bis zum August 2017 retten sie 14.000 Menschen aus Seenot. Dann wird das Schiff beschlagnahmt und von den italienischen Behörden in Lampedusa festgesetzt. Eine Anklage ist bis heute nicht erfolgt, es kursiert jedoch der Vorwurf der Kooperation mit Schlepperbanden. Der Film zeigt das Leben der Crew und ihre Einsätze. Im Anschluss an die Filmvorführung ist eine Diskussion geplant. Anfang Mai wird im JZO ein interaktiver Vortrag mit drei Seebrücke-Gruppen angeboten. Die Gruppen aus Münster, Bielefeld und Detmold stellen ihre Arbeit vor und zeigen Möglichkeiten auf, um eine Brücke vom Meer zum Land zu bauen. Die letzte Veranstaltung der Reihe findet Ende Mai statt. Im JZO wird dann der Film „Die Mission der Lifeline“ gezeigt. Der Verein „Mission Lifeline“ rettet seit dem Herbst 2017 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer. In dem Dokumentarfilm werden die Mitarbeiter bei ihrer Arbeit an Land und auf dem Mittelmeer begleitet. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist kostenlos, eine Spende wird jedoch gern genommen. Der Erlös aus Spenden und Getränkeverkauf wird an eine der Organisationen gespendet.

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