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Auf Augenhöhe: Seit ihrer Begegnung im Urlaub vor sechs Jahren sind Tom Diesbrock und Jacob unzertrennlich. In seinem jüngsten Buch macht der Autor den Hund sogar zu seinem Dialogpartner. - © KNUT DINTER
Auf Augenhöhe: Seit ihrer Begegnung im Urlaub vor sechs Jahren sind Tom Diesbrock und Jacob unzertrennlich. In seinem jüngsten Buch macht der Autor den Hund sogar zu seinem Dialogpartner. | © KNUT DINTER

Oerlinghausen Tom Diesbrock ist auf den Hund gekommen

Über das wahre Leben: Mit seinem Buch „Von Hunden und Menschen und der Suche nach dem Glück“ hat Tom Diesbrock einen ungewöhnlichen Ratgeber verfasst

Knut Dinter
09.03.2019 | Stand 08.03.2019, 16:58 Uhr

Oerlinghausen. Der Hund und sein Besitzer sind ein unerschöpfliches Thema. Dichter und Philosophen haben schon über die besondere Beziehung zum ältesten Haustier der Menschen nachgedacht. Tom Diesbrock hat nun eine neue Facette entdeckt. In seinem jüngsten Werk führt der Psychologe einen Dialog mit seinem „lebensklugen“ Hund Jacob. In der Buchhandlung Blume in Oerlinghausen las er am Donnerstag aus „Von Hunden und Menschen und der Suche nach dem Glück“. Wer Macht demonstrieren will, schafft sich einen Schäferhund oder Pitbull an. Ein Golden Retriever oder Labrador eignet sich als weiteres Mitglied der Familie. Der Dackel wird zum Gesprächspartner. Die Statistik weist aus, dass die Zahl der Hunde in bundesdeutschen Haushalten seit einigen Jahren deutlich steigt. Diesbrock, Diplompsychologe, Psychotherapeut und Coach, hatte nach eigenem Bekunden mit Hunden überhaupt nichts im Sinn. Bis er vor sechs Jahren während eines Urlaubs in Südindien am Strand auf einen streunenden jungen Mischling traf. Der braun-weiß gefleckte Jacob wich nicht mehr von seiner Seite – oder war es umgekehrt? In „Jacobs Weg“ schildert Diesbrock, wie er es anstellte, den liebgewonnenen Vierbeiner zu sich nach Hamburg zu holen. Seither hat das Tier seinen festen Platz in der Coachingpraxis, während sein Freund mit Klienten über Lösungen für berufliche und persönliche Probleme spricht. Mit dem Hund an seiner Seite habe sich auch sein eigener Blick auf das Leben verändert, berichtete Diesbrock. Er habe erkannt, um wie viel glücklicher es jetzt ist. Auf Grund seiner Erfahrungen als Coach hat er schon mehrere Ratgeber verfasst, wie Selbstzweifel überwunden werden können und Neuorientierung im Job gelingt. »Hunde sind deutlich klüger alswir Menschen« Die Begegnung mit Jacob brachte ihn auf die Idee, die Suche nach einem gelingenden Leben zu thematisieren. Dazu greift Tom Diesbrock zu einem Trick: Er lässt den Hund sprechen. Als Tier darf Jacob naive Fragen stellen („Warum lächeln sich die Menschen nicht einfach mal an?“) und Ratschläge erteilen („Mach dich doch mal locker, denk nicht so viel rum“). Wie finde ich denn das wahre, das eigentliche Leben? Für Jacob stelle sich die Frage gar nicht, meinte Diesbrock. „Hunde sind deutlich klüger als wir Menschen, sie schieben nichts auf und machen sich keine Sorgen.“ Sie seien ganz selbstverständlich von sich überzeugt, mit sich und der Welt zufrieden. Als wollte er die Aussage kommentieren, lag Jacob währenddessen gemütlich auf seiner Decke und nagte mit Genuss an seiner Kaustange. Im Buch lässt ihn der Autor die Frage stellen, ob ein großes Auto oder viel Geld wirklich glücklich mache. Seifenblasen oder ein Spaziergang im Park seien doch viel schöner und kostbarer. „Hört einfach auf einen Hund“, lautete die Botschaft Tom Diesbrocks. „Das Glück liegt in den kleinen Dingen.“ Eine Zuhörerin bestätigte diese Erkenntnis. „Ich habe auch einen Hund und er gibt mir so viel“, sagte sie. Kerstin Simader erhielt etliche Inspirationen. „Was man eh schon weiß, wurde noch mal in Gedächtnis gerufen“, sagte sie. „Ich gehe mit einem Glücksgefühl nach Hause. Aber wer erinnert sich morgen noch daran, mit sich zufrieden zu sein?“ Es wäre doch schön, schlug sie vor, wenn es auch ein Hörbuch gäbe.

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