Wird abgerissen: Die Neuapostolische Kirche an der Zeppelinstraße. Es entsteht ein Mehrfamilienhaus. - © BIELEFELD
Wird abgerissen: Die Neuapostolische Kirche an der Zeppelinstraße. Es entsteht ein Mehrfamilienhaus. | © BIELEFELD

Oerlinghausen Kirchenabriss für ein Mehrfamilienhaus

Neuapostolische Kirche: Lokalpolitik stimmt mit knapper Mehrheit für ein Bauprojekt

Oerlinghausen. Die Neuapostolische Kirche an der Zeppelinstraße steht seit einigen Jahren zum Verkauf. Jetzt werden die Pläne für die Nachnutzung konkret. Die Mitglieder des Bauausschusses stimmten mit knapper Mehrheit einem Plan zu, der ein dreigeschossiges Haus mit sieben Wohneinheiten vorsieht. 2012 fusionierten die Gemeinden Leopoldshöhe und Oerlinghausen der Neuapostolischen Kirche (NAK) zum Bezirk Lippe-West. Hauptsitz wurde das 2011/2012 renovierte Gebäude in Asemissen unweit des Bahnhofs Oerlinghausen. „Das war für uns ein Gewinn“, sagt der Gemeindevorsteher Thorsten Dodt. Knapp 400 Mitglieder hat die Gemeinde, davon 220 Aktive. Das nicht mehr genutzte Kirchengebäude in Oerlinghausen sollte verkauft werden. Aber damals sagte ein Makler der NAK Immobiliengesellschaft bereits, dass es wohl schwierig werde, eine Kirche zu verkaufen. Sie wurde zunächst vermietet. An eine Freikirche, die dort ihr Projekt „House of Hope“ voranbringen wollte. Die Gemeindemitglieder haben die Wände weiß gestrichen, die massiven Kirchenbänke gegen Stühle ausgetauscht und auch das mehrstufige Podest entfernt. Doch die Hoffnungen, das „House of Hope“ als moderne Kirche in Oerlinghausen zu etablieren, zerplatzten schnell. Schon vor Ende des Mietverhältnisses sollen die beiden Pastoren aus Paderborn das Projekt wieder aufgegeben haben. Es habe immer mal wieder Interessenten gegeben, den ersten konkrete Antrag beim Bauamt der Stadt stellte 2016 die NAK Immobiliengesellschaft selbst. Für Auskünfte war die NAK-Verwaltung in Dortmund bislang nicht zu erreichen. Marc Plaßmann vom Bauamt sagt, dass die Politik dem ersten Antrag mit sieben Wohneinheiten zugestimmt habe. Diese Entscheidung habe als Maßstab für weitere gedient. 2017 reichte ein privater Investor einen abgeänderten Antrag ein, den die Politik aber als zu gewaltig befunden hatte. Der Investor verfolgte daraufhin seine Pläne nicht weiter. Kirche wird verkauft 2018 trat ein neuer Bauherr auf. Offenbar ist das 1.200 Quadratmeter große Grundstück in der Zwischenzeit an ihn verkauft worden. Sein erster Entwurf fand keinen Anklang in der Politik. Zu groß. In der jüngsten Sitzung stellte Marc Plaßmann nun den geänderten Entwurf vor. Demnach ist ein dreigeschossiges Gebäude mit sieben Wohneinheiten geplant. Das Dach läuft spitzer zu als im Vorentwurf (Neigung 35 Grad), so dass das Obergeschoss ein komplettes Dachgeschoss ist. 240 Quadratmeter wird die Grundfläche betragen, 20 mehr als die jetzige Kirche. Die Zufahrt ist über die jetzt bestehende vorgesehen. Das kritisierten einige Politiker. Denn die Zufahrt befindet sich genau vor der Fußgängerampel und könnte morgens, wenn viele Schüler die Zeppelinstraße queren, zu Staus oder unübersichtlichen Situationen führen. In der Abstimmung zeigte sich dann ein individuelles Bild. Fraktionsübergreifend stimmten acht Ausschussmitglieder für den Entwurf, sechs dagegen, eins enthielt sich.

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