Lärm an der Holter Straße: Fast 1.000 Lastwagen befahren laut Zählung täglich die Kreuzung in Lipperreihe. - © Sigurd Gringel
Lärm an der Holter Straße: Fast 1.000 Lastwagen befahren laut Zählung täglich die Kreuzung in Lipperreihe. | © Sigurd Gringel

Oerlinghausen Lkw bleiben auf der Holter Straße in Lipperreihe

Verkehrslärm: Lokalpolitiker fordern eine Geschwindigkeitsmessung an der Kreuzung auf der Landesstraße in Lipperreihe. Anwohner können eine Lärmsanierung beantragen

Oerlinghausen. Daniel Bartke hat jetzt im Bauausschuss eine erneute Teilniederlage hinnehmen müssen. Seiner Forderung, den Lastwagenverkehr von der Holter Straße abzuleiten, erteilten die Lokalpolitiker fraktionsübergreifend eine Absage. Aber sie wollen eine neue, gründliche Zählung und Messung. Seit Jahren kämpft Daniel Bartke, dessen Grundstück an die Holter Straße grenzt, dafür, den Straßenlärm zu reduzieren. Ein Tempolimit von 50 Kilometer pro Stunde hat er vorgeschlagen und ein Durchfahrtsverbot für Lastwagen. Stets ist er beim zuständigen Landesbetrieb Straßen NRW und dem Kreis Gütersloh abgeblitzt. Deren Hauptargument: Laut Verkehrsprognose ist der Lärmschutzwall für bis zu 14.480 Fahrzeugen, davon 1.100 Lastwagen, ausreichend. Verkehrszählungen unternimmt Straßen NRW alle fünf Jahre. 2015 waren es 12.537 Fahrzeuge pro Tag, davon 974 Lastwagen. Auch die Neue Westfälische berichtet seit Jahren über diesen Fall. Die Redaktion hat unter anderem empirisch nachgewiesen, dass der Lärmschutzwall mehrere Zentimeter abgesackt ist. 2017 hat sie Birgit Husemann, Abteilungsleiterin bei Straßen NRW, damit konfrontiert. Husemann antwortete: „Die lärmtechnische Berechnung auf der Basis der aktuellen Verkehrszahlen mit der aktuellen, niedrigeren Höhe (des Schutzwalls, Anm. d. Red.) ergibt, dass nach wie vor der Lärmschutz (. . .) vorhanden ist." Ordnungsamtsleiter Dirk Schäfer sagte im Ausschuss, dass sich an diesen Voraussetzungen nichts geändert habe. Jedoch wird bei drei Gebäuden an der Kreuzung Holter Straße / Dalbker Straße der Immissionsgrenzwert überschritten. Die betroffenen Eigentümer können einen Antrag auf Lärmsanierung bei Straßen NRW stellen. Die Häuser der Anwohner des Heidewegs und Erikawegs, unter anderem Daniel Bartke, gehören nicht zu den betroffenen Liegenschaften. Grüne bezweifeln die Zahlen Angelika Lindner (CDU) beantragte eine neue, „differenzierte", stundengenaue Verkehrszählung und eine Geschwindigkeitsmessung an verschiedenen Punkten. Die Geschwindigkeit wurde nämlich nicht gemessen, sondern in der Lärmberechnung nur „berücksichtigt". Die Stadtverwaltung solle Straßen NRW und den Kreis Lippe darum bitten, so Lindner. Ulrike Meusel (Grüne) ergänzte: „Ich glaube, die Zahlen sind nicht richtig." Darauf Dirk Schäfer: „Wir sehen keinen Grund, die Zahlen zu bezweifeln." Er kann sich aber vorstellen, dass der Kreis der Bitte um eine Geschwindigkeitsmessung nachkommen werde. Dies könne eine versteckte Messung an der Kreuzung sein. Straßen NRW zählt 2020 sowieso neu. Die Mitglieder des Bauamtes beschlossen einstimmig, die Bitte bei den Behörden vorzutragen. Fraktionsübergreifend lehnten sie den Vorschlag Bartkes ab, den Lastwagenverkehr über die Straßen Hellweg und Stukenbrocker Weg bis nach Stukenbrock umzuleiten. Dafür seien die genannten Straßen ungeeignet. Auch würde das zu einer Verschlimmerung des Nadelöhrs Oerlinghauser Straße / Bielefelder Straße in Stukenbrock führen.

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