Gerd Hoffmann (l.), Yvonne Gebauer und Dirk Becker - © Gunter Held
Gerd Hoffmann (l.), Yvonne Gebauer und Dirk Becker | © Gunter Held

Oerlinghausen / Leopoldshöhe Schulministerin Yvonne Gebauer spricht in der Mensa

Neujahrsempfang: Schul- und Bildungsministerin Yvonne Gebauer ist Hauptrednerin der FDP-Veranstaltung. Vorsitzender Peter Meier lüftet ein Geheimnis

Oerlinghausen / Leopoldshöhe. Viele Gäste hatten sich gefragt, warum der traditionelle Neujahrsempfang der FDP nach 28 Jahren erstmals in der Mensa der Heinz-Sielmann-Schule stattfand. Dafür gab es gleich mehrere Erklärungen. Erstens haben Sicherheits- und Brandschutzbestimmungen für so viele Gäste das Bürgerhaus als Veranstaltungsort nicht zugelassen, zweitens sei die Schulmensa innerhalb von zwei Jahren bereits eine Art Begegnungsstätte für die Oerlinghauser geworden, sagte der Leiter der Heinz-Sielmann-Schule Christian Landerbarthold, und drittens passe der Ort perfekt zur Hauptrednerin des Vormittags: NRW-Schul- und Bildungsministerin Yvonne Gebauer. Seit Monaten hat Organisator Peter Meier, Vorsitzender des FDP-Stadtverbandes Oerlinghausen / Leopoldshöhe, auf ihr Kommen gedrängt. „Wir kennen uns seit mindestens 20 Jahren", sagte er und lüftete ein Geheimnis. Ebenso wie die in Köln aufgewachsene Ministerin fließe in seinen Adern rheinisches Blut. Mütterlicherseits. So erkläre sich sein Humor. Mehr als 200 Menschen aus Politik, Schule, Vereinen und Institutionen hat die FDP diesmal eingeladen. Fast 200 sind in die Mensa gekommen, die sich als Veranstaltungsort für den Neujahrsempfang bewährt hat. Das fanden viele Gäste. Besonders beim gemeinsamen Grünkohlessen, serviert vom Schulcaterer Lippischer Kombi Service (LKS), hatten die Anwesenden genügend Platz. Im Bürgerhaus mussten nicht wenige den Teller balancierend im Stehen essen. Natürlich waren auch die lippischen FDP-Spitzenpolitiker geladen und zahlreich erschienen. Bezirksvorsitzender Frank Schäffler hat seit Anbeginn des Neujahrsempfangs nie gefehlt, war also zum 29. Mal anwesend. Einige Parteifreunde bat Peter Meier zu einer kurzen Begrüßungsrede ans Mikrofon. Sie nutzten die Gelegenheit, um Gutes fürs neue Jahr zu wünschen und Erfolge der liberalen Politik auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene zu skizzieren. Bürgermeister Dirk Becker (SPD) nahm die Verkündung des Grundgesetzes vor 70 Jahren, am 23. Mai 1949, zum Anlass, ein Plädoyer für das Engagement in demokratischen Parteien zu halten. Er regte an, am 23. Mai einen politischen Projekttag an den weiterführenden Schulen abzuhalten, was Katrin Tebben (Gymnasium) und Christian Landerbarthold (Sekundarschule) sogleich befürworteten. Hauptrednerin Yvonne Gebauer, die wegen der Prinzenproklamation im Kölner Karneval eine kurze Nacht hatte und deshalb etwas später zum Neujahrsempfang stieß, glaubt, dass 90 Prozent der Gymnasien zu G9 zurückkehren werden. Die Schulen haben bis zum 31. Januar Zeit, sich zu entscheiden. Einen Flickenteppich, wie von Kritikern mitunter vorgeworfen, werde es trotz Koexistenz von G8 und G9 ihrer Ansicht nach nicht geben. 1.500 Stellen nicht besetzt Beim Thema Inklusion sprach sie sich gleichermaßen für Schulen des gemeinsamen Lernens und Förderschulen aus. „Es muss ein Wahlrecht für Eltern geben", sagte sie. Allerdings fehle es an Sonderpädagogen und Differenzierungsräumen in den Schulen. An der Stelle nickte Grundschulleiterin Claudia Hädrich (Lipperreihe-Südstadt) bestätigend. An Grundschulen fehle es zudem an Lehrern, sagte die Ministerin. 1.500 Stellen konnten nicht besetzt werden. Und die Situation werde sich verschlimmern. Die Ursache des Lehrermangels schob sie der Vorgängerregierung in die Schuhe. Die Bedingungen, die sie vorgefunden habe seien „nicht schön" gewesen. Es seien lange keine Bedarfsprognosen erstellt worden, was die Ministerin nun ändert. Um den akuten Mangel zu mildern sollen für die Oberstufe qualifizierte Lehrer in Grundschulen eingesetzt werden. Zudem gebe es neue Lehramtsplätze für Grundschullehrer (300) und Sonderpädagogen (200). Beim Thema Digitalisierung warb sie für eine Medienkompetenz der Schüler, eine Qualifizierung der Lehrer und den Ausbau der Infrastruktur. 2016 besaßen lediglich 13 Prozent der Schulen leistungsfähiges Internet.

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