Vorbereitet: Mathis (8), Magnus (8), Chiara (9, vorne v. l.) haben ihre Gewänder bereits angezogen und die goldenen Kronen aufgesetzt. Die Kinder hinter ihnen und noch viele mehr waren ebenfalls als Sternsinger unterwegs. - © Karin Prignitz
Vorbereitet: Mathis (8), Magnus (8), Chiara (9, vorne v. l.) haben ihre Gewänder bereits angezogen und die goldenen Kronen aufgesetzt. Die Kinder hinter ihnen und noch viele mehr waren ebenfalls als Sternsinger unterwegs. | © Karin Prignitz

Oerlinghausen Heilige Drei Könige sammeln und segnen

Sternsinger: 70 Jungen und Mädchen haben in Oerlinghausen Spenden für Kinder in Not gesammelt. Erstmals melden sich Menschen bei der Kirchengemeinde, wenn sie besucht werden wollen

Oerlinghausen. „Schon als ich Kind war, kamen die Sternsinger zu uns“, erzählt Nils Brandes „von einer Tradition, die man von klein auf miterlebt hat“. Noch heute kann sich der 41-jährige Kaufmann an die Freude erinnern, die der Besuch von Caspar, Melchior und Balthasar stets ausgelöst hat. Dieses besondere Erlebnis möchten Nils Brandes, seine Frau Nadine, Tochter Johanna (10) und andere Freiwillige nun selbst weitergeben. „In Helpup leben viele Katholiken, wir wollen die Aktion mit der Familie unterstützen“, sagt Brandes. Früher seien in Helpup drei Damen unterwegs gewesen. Für so wenige sei der Besuch von etwa 100 Haushalten, die auf der Liste stünden, aber nicht zu schaffen. „40 Menschen wünschen sich, dass die Sternsinger bei ihnen vorbeikommen“, berichtet Nils Brandes von Listen, die in den katholischen Kirchen auslagen und in die man sich eintragen konnte. „40 – mal sehen, vielleicht schaffen wir ja auch noch mehr.“ Sternträger ist dabei Regina Kretschmer hat die Organisation des Drei-Königs-Singens übernommen. Rund 70 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen fünf und 20 Jahren hat sie diesmal gewinnen können. „In der Regel gehen sie zu dritt oder viert.“ Denn auch ein Sternträger ist oft dabei. Jeweils sechs Gruppen sind in Helpup sowie in Asemissen/Bechterdissen unterwegs gewesen, um Geld für arme Kinder zu sammeln und den Segen „Christus segne dieses Haus“ mit Kreide auf die Haustüren zu schreiben. Vier weitere Sternsinger-Gruppen waren in Oerlinghausen, zwei in Lipperreihe und eine in der Südstadt unterwegs. „Wichtig ist, dass immer mindestens ein Erwachsener dabei ist“, betont Regina Kretschmer, die während des Vorbereitungsabends im Pfarrheim St. Michael alle Hände voll zu tun hat, um Gruppen, Zeiten und Kleidung zu koordinieren. Zur Seite steht ihr Gemeindereferentin Ewa Sajewicz. Sie hat ein Sternsinger-Quiz für die rund 25 anwesenden Kinder vorbereitet, während einige Mütter damit beschäftigt sind, goldene Kronen auszuschneiden. Mit 69 Jahren noch ein König Die Zahl der Kinder, die als Sternsinger unterwegs sind, sei zwar konstant geblieben, sie ist aber nicht mehr so hoch wie früher einmal. Bisher habe es noch immer geklappt, aber „es wird immer schwieriger, die zu besuchen, die besucht werden wollen“, sagt Yvonne Oster. Mit ihren 69 Jahren wird sie deshalb selbst noch einmal als König unterwegs sein. Ewa Sajewicz macht auf eine Änderung aufmerksam. „Menschen, die besucht werden wollen, sollten sich in diesem Jahr melden und sich in eine Liste eintragen.“ „Jede Gruppe besucht mindestens 20 Haushalte- und zwar bei jedem Wetter“, betont Regina Kretschmer. Kommunionkinder seien gezielt angesprochen worden, „und die, die schon öfter gegangen sind“. Was sie dabei haben müssen, möchte Ewa Sajewicz von den Kindern wissen. Aus dem Effeff können die die wesentlichen Dinge aufzählen: „Spendendose, Umhänge, Stern, Krone und Ausweis.“ Zwar werde den Sternsingern, wohl aus Unkenntnis, wie Nils Brandes vermutet, gelegentlich Skepsis entgegengebracht. Der überwiegende Teil der Bevölkerung wisse aber, worum es bei der Sammlung gehe. Aktion wird erklärt „Bei Bedarf erklären wir die Aktion natürlich auch“, betont der Familienvater. „Gerade ältere Menschen freuen sich, wenn jemand an sie denkt.“ Da werden auch Kerzen am Weihnachtsbaum angezündet und gesungen. „Das begeistert und berührt dann nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsenen.“ Gesammelt wird für Kinder in Not auf der ganzen Welt. Auch in diesem Jahr gibt es ein Beispielland. Peru. Zum besseren Verständnis haben die jungen Sternsinger nach dem Abschlussgottesdienst am Sonntagmorgen in der St.-Michael-Kirche einen Film über das südamerikanische Land gesehen, in dem auch die Armenviertel thematisiert wurden. „In den vergangenen Jahren“, sagt Regina Kretschmer, „sind bei unserer Aktion konstant um die 9.000 Euro gesammelt worden, um die Not ein wenig zu lindern.“

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