Superzahlen: Dirk Seifert ist zufrieden mit der Freibadsaison. Der heiße Sommer beschert dem landschaftlich schön gelegenen Freibad sehr viele Badegäste. Foto: Horst Biere - © Horst Biere
Superzahlen: Dirk Seifert ist zufrieden mit der Freibadsaison. Der heiße Sommer beschert dem landschaftlich schön gelegenen Freibad sehr viele Badegäste. Foto: Horst Biere | © Horst Biere

Oerlinghausen Freibadboom im Supersommer

Zufrieden: 60.000 Badegäste in dieser Saison, viele typische Schönwetterbesucher. Doch die Trockenheit lässt den Versorgungsbrunnen am Freilichtmuseum versiegen

Horst Biere

Oerlinghausen. Der Supersommer geht zu Ende – zumindest nach dem Kalender. Auch die Freibadsaison ist für dieses Jahr abgeschlossen, obwohl eigentlich immer noch hohe Temperaturen ins Bad am Barkhauser Berg locken. „Seit einer Woche ist das Hallenbad in Helpup geöffnet“, sagt der leitende Schwimmmeister Dirk Seifert, „von diesem Wechselplan der Oerlinghauser Bäder kann man leider nicht abweichen, denn alle Reinigungs- und Wartungsarbeiten sowie die Personalpläne sind seit langem abgestimmt“. Hat das tolle Wetter im Sommer 2018 dem Freibad einen Besucherrekord beschert? „Ja, seit langer Zeit haben wir wieder richtig viele Badegäste gezählt“, stellt Seifert lachend fest. Bis zum letzten Wochenende waren fast 60.000 Gäste im Bad, das ist seit vielen Jahren der beste Saisonwert.“ Der stärkste Tag war der 7. August, ein heißer Dienstag in der Mitte der Sommerferien, mit exakt 1.928 Besuchern.“ Der letzte Schönwetter-Sommer im Jahre 2015 – das zeigt die Statistik – war auch nicht schlecht, damals lag der Saisonwert bei 56.000 Badegästen. Doch die Zahlen zeigen auch, dass die Rekordwerte früherer Freibadjahre wohl nie wieder erreicht werden. Dirk Seifert beobachtet die Entwicklung seit einigen Jahrzehnten und stellt fest, dass vor 20 bis 30 Jahren viel mehr Menschen ihre Sommerzeit im Freibad verbrachten. „Ich erinnere mich noch an den Spitzensommer 2003, wo wir 87.000 Badebesucher hatten, in 1995 lagen wir knapp dahinter bei 86.000.“ Freibad braucht bis zu 50.000 Liter Frischwasser pro Tag Auf der Einnahmenseite lagen die diesjährigen Super-Sommertage deutlich über den früheren Jahren. „Wir hatten ganz viele typische Schönwettergäste“, bilanziert Dirk Seifert, „das sind Besucher, die Einzelkarten kaufen.“ Da die Einzelkarten pro Tag natürlich relativ teurer sind als Saisonkarten, bringen sie mehr Geld in die Bäderkassen. Es habe auch Badegäste gegeben, die – nachdem sie immer wieder Einzelkarten gekauft hätten und der Sommer gar nicht endete – es bedauerten, keine Jahreskarte gekauft zu haben. In den letzten schönen Sommertagen allerdings ging die Zahl der Badegäste insgesamt nach unten. Das sei in jeder Saison so, erklärt der Schwimmmeister. Zum Schluss seien die Menschen „einfach bademüde.“ Relativ konstant zeigt sich jedoch stets der Block der treuen Frühschwimmer, die morgens von sechs bis acht ihre Bahnen ziehen. Hier weist die Statistik eine Durchschnittzahl von 55 Schwimmern am Tag aus. Doch wirtschaftlich gesehen dürfte dieser Sommer für die Stadtwerke keine Spitzenerträge liefern. Der Grund liegt in den höheren Kosten. „Unser Frischwasser, das wir jeden Tag einspeisen“, erzählt Seifert, „beziehen wir normalerweise aus einem Brunnen oberhalb des Freibads in der Nähe des Freilichtmuseums. Doch der ist in diesem Jahr wegen der anhaltenden Trockenheit und auch zum Teil wegen einer fortschreitenden Oberflächenbebauung versiegt.“ Die Folge: man musste das relativ teure Stadtwasser einspeisen. Die Wasserzufuhr für das Freibad liegt zwischen 40.000 und 50.000 Litern am Tag. Pro Badegast müssen also jeden Tag zusätzlich 30 Liter bestes Oerlinghauser Wasser nachgefüllt werden. „Das ist nicht nur der Verlust durch Risse und Dichtungen im Becken“, erklärt Schwimmmeister Seifert, „das liegt vor allem am notwendigen Verbrauch durch Duschwasser, Verdunstung und – ganz wesentlich – durch die Umwelt- und Hygieneauflagen der täglichen Filterreinigung.“ Aber insgesamt betrachtet zeigte sich die Freibadsaison 2018 von der positiven Seite. Abgesehen von dem tragischen Unfall des kleinen Jungen, der am Anfang der Saison unbeobachtet über den Zaun geklettert war und leblos aus dem Becken geborgen werden musste, gab es keine größeren Probleme mit Badegästen wie andernorts. „Wir hatten ein sehr gutes Publikum“, sagt Dirk Seifert, „und wir haben auch im Team der Schwimmmeister und der Helfer des DLRG prima zusammengearbeitet.“

realisiert durch evolver group