Südstadtgärten: Die Initiative sucht noch Mitstreiter. Friederike David (r.) und Ilona Schlüssel haben beim Quartiersfest über das Vorhaben informiert. Noch fehlt die Zustimmung der Biologischen Station, bevor mit der Stadt verhandelt werden kann. Dann soll ein Verein gegründet werden. - © Karin Prignitz
Südstadtgärten: Die Initiative sucht noch Mitstreiter. Friederike David (r.) und Ilona Schlüssel haben beim Quartiersfest über das Vorhaben informiert. Noch fehlt die Zustimmung der Biologischen Station, bevor mit der Stadt verhandelt werden kann. Dann soll ein Verein gegründet werden. | © Karin Prignitz

Oerlinghausen Stadtentwickler sammeln beim Südstadtfest Ideen

Quartiersfest: Bürger wünschen sich Informationen über den Entwicklungsstand in ihrem Stadtteil. Am 13. September wird der Vorentwurf zum Grundschulneubau vorgestellt.

Karin Prignitz

Oerlinghausen. Die Fläche an der Albert-Schweitzer-Straße neben der Südstadtschule ist weitflächig aufgebuddelt worden. Viele Anwohner befürchteten nicht zuletzt wegen der eingerichteten Baustraße, dass es im Zuge des Grundschulneubaus in der Südstadt nun doch eine Verbindung von der Theodor-Heuss-Straße über die Albert-Schweitzer-Straße zum Bonhoeffer-Haus geben soll. Thomas Reimeier, bei der Stadt unter anderem zuständig für das Südstadt-Konzept, stellte klar: „Das wird nicht passieren.“ Der Kanalbau durch das Abwasserwerk sei nötig gewesen, weil die Leitungen ansonsten einige Meter unter dem geplanten neuen Schulgebäude gelegen hätten. Auch die stellvertretende Bürgermeisterin Ulrike Meusel betonte: „Die Buskehre bleibt.“ Beide wiesen darauf hin, dass der Architekt in der Ratssitzung am 13. September die Vorentwurfsplanung für den Schulneubau vorstellen wird. Die Weiterentwicklung der Südstadt insgesamt stand beim zweiten Quartiersfest im Mittelpunkt. Dabei ging es auch um den Stadtteiltreff und die „Neue Mitte“. Viele Bürger fragen sich, wie es weitergeht, wann endlich etwas passiert. Das wurde in der Begrüßungsrunde deutlich. „Man hört gar nichts“, sagte ein Besucher, der gerne regelmäßiger informiert werden möchte. Carsten Lottner von der DSK Bielefeld berichtete indes, dass nicht alle Grundstücke und Gebäude der Stadt gehören. Deshalb habe es bereits eine Reihe von Gesprächen mit der Kirchengemeinde, den 86 Eigentümern im Ladenzentrum am Stukenbrocker Weg sowie mit den fünf Eigentümergemeinschaften der Terrassenbungalows an der Albert-Schweitzer-Straße gegeben. Nichts werde hinter verschlossenen Türen entschieden Man sei also keinesfalls untätig und es werde auch nichts hinter verschlossenen Türen entschieden, hob Thomas Reimeier hervor. Beim Fest rund um die Südstadtschule konnten Besucher ihre Ideen für die Gestaltung ihres Stadtteils mündlich oder schriftlich einbringen. Informationen gab es über Fördermittel, denn nach wie vor soll die Modernisierung des Gebäudebestandes angeschoben werden. Naturgemäß sei das gerade bei den großen Eigentümergemeinschaften nicht einfach, sagte Carsten Lottner. Er ist dennoch sehr zuversichtlich: „Steter Tropfen höhlt den Stein.“ Vincenz Keuck gehört zu den Bürgern, die sich „so viel Bürgerbeteiligung und Transparenz wie möglich“ wünschen. Er und andere fühlen sich längst nicht ausreichend über die geplanten Baumaßnahmen und Fortschritte informiert. Zur Folge habe das, sagt Keuck, „dass die wildesten Gerüchte kursieren“. Thomas Reimeier kündigte an, dass im Herbst noch einmal alle beteiligten Akteure zu einem Austausch eingeladen werden sollen. Ebenfalls im Herbst soll es eine öffentliche Veranstaltung zur Neuen Mitte geben. In vielen Köpfen habe sich „der schlechte Ruf“ der Südstadt manifestiert. Carsten Lottner sieht das völlig anders, er hebt die Besonderheiten des Stadtteils hervor und die Entwicklungsmöglichkeiten. Mit der Weiterentwicklung solle die Kehrtwende eingeleitet und das Imageproblem gelöst werden. „Das Land steht dahinter, es gibt massiv Fördermittel.“ Für Ulrike Meusel ist der Zusammenhalt der Südstädter ein wichtiger Punkt. „Die Identifikation fehlt noch.“ An Ständen konnten sich die Besucher des Quartiersfestes über den Stand der Initiative Südstadtgärten, und die Talente-Tauschbörse informieren. Die 21 Schüler der Klasse 4d von Angelika Clegg präsentierten selbst gebaute Solarmodule und hatten darüber hinaus viele Gedanken zu erneuerbaren Energien gemacht.

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