Einzigartig: Den besonderen Unterwasser-Kicker gibt es nur einmal in Deutschland. Gespielt wird mit einer Stahlkugel, auch die Lichtbrechung im Wasser müssen die Spieler Jens Steffahn (v. l.), Michael Jurkschat, Markus Hemschik und Ralf Ziemer beachten. - © Thomas Jurkschat
Einzigartig: Den besonderen Unterwasser-Kicker gibt es nur einmal in Deutschland. Gespielt wird mit einer Stahlkugel, auch die Lichtbrechung im Wasser müssen die Spieler Jens Steffahn (v. l.), Michael Jurkschat, Markus Hemschik und Ralf Ziemer beachten. | © Thomas Jurkschat

Oerlinghausen Kickerturnier unter Wasser

Jubiläum: Der Tauchclub „Aquatica“ feiert das zehnjährige Bestehen mit einem besonderen Event im Oerlinghauser Freibad. Gefeiert wird im Anschluss im „Anno Dazumal“.

Karin Prignitz

Oerlinghausen. Dirk Becker, Friedel Heuwinkel und die vielen Daumendrücker können sich sicher noch erinnern. Bei den „Lippertagen“ im Jahr 2011 und anlässlich der 975-Jahr-Feier Oerlinghausens saßen der einstige Bundestagsabgeordnete und heutige Bürgermeister sowie der damalige Landrat in einem Wasserbecken in der Nähe des Simonsplatzes und trugen ihren Teil zu einem Weltrekord bei. Der Tauchclub „Aquatica“ hatte ein Unterwasser-Tischfußballturnier organisiert. Vereinsmitglieder und einige prominente Unterstützer spielten in wechselnder Besetzung insgesamt 37 Stunden und zehn Minuten am Stück. „Anlässlich unseres zehnjährigen Bestehens wollten wir das Thema noch einmal aufgreifen“, berichtet Ines Jurkschat. Die Vorsitzende und ihr Mann, der Geschäftsführer ist, konnten diesmal 14 Teams mit insgesamt 28 Spielern begrüßen – und zwar im Freibad, das eine Menge mehr Platz bot als das einstige Becken. Gespielt wurde jeweils zu zweit. Vorrunde, Viertel- und Achtelfinale mussten überstanden werden, erst dann ging es um den Sieg und die Plätze. Zuvor aber hatten die Kicker drei Minuten Gelegenheit, sich mit dem Stahlball einzuspielen, denn „die Kugel ist durch die Kraft des Wassers deutlich langsamer, außerdem kommt die Lichtbrechung hinzu, auf die man sich einstellen muss“, erläuterte Thomas Jurkschat. Also mussten die Aspiranten auf die Pokale schauen, dass sie nicht danebentreffen. Die beste Unterwasser-Linie fanden die späteren Sieger Jens Steffahn und Michael Jurkschat. Beide waren aus Hannover angereist. „Eigentlich wollte ich gar nicht gewinnen“, ließ Jens Steffahn wissen. Nur so zum Spaß habe er teilgenommen, „aber der Wille zum Sieg hat sich über das Turnier hinweg aufgebaut“. Sechs Minuten pro Spiel, das war der Durchschnitt. Im Viertelfinale aber stand es 0:0 nach der regulären Spielzeit. „Erst in der vierten Minute der Nachspielzeit fiel das Siegtor“, berichtet René Kleymann vom spannenden Wettkampf zwischen Jens Steffahn und Michael Jurkschat gegen Claudia Paul und Michael Neumann. Auf Platz zwei landeten am Ende Ulf und Rolf Hornauer aus Oerlinghausen. Dritte wurden René Kleymann und Christian Walkenhorst aus Bielefeld. Alle sind Vereinsmitglieder. Stadtwerke stiften die Kickergebühr Die Stadtwerke Oerlinghausen hatten die 400-Euro-Leihgebühr für den Unterwasser-Kicker gestiftet. Geholt hatten die Veranstalter ihn aus Naumburg in der Nähe von Kassel. „Er ist der einzige, den es in Deutschland gibt“, berichtete Thomas Jurkschat. Schon 2011 sei er in Oerlinghausen genutzt worden, und seither nur zwei weitere Male von anderen Veranstaltern ausgeliehen worden. Umso mehr war das Unterwasser-Kickerturnier des Tauchclub „Aquatica“ etwas ganz Besonders. Und die Veranstalter hatten zum Jubiläum eigens Shirts und Jacken drucken lassen. Das Sommerfest im Freibad war der Höhepunkt des Jubiläumsjahres. Schon kurz nach dem Finale ging es für Mitglieder, Angehörige und Gäste die Treppe hinauf zur Party ins nur einige Meter entfernte „Anno Dazumal“. Dort war unter anderem eine Tombola organisiert worden. Wie bereits berichtet, hat der Tauchclub „Aquatica“ vor zehn Jahren klein angefangen. Anlass für die Gründung war der Wunsch nach Trainingsmöglichkeiten und einer Anlaufstelle für Taucher, die im Oerlinghauser Freibad gefunden wurden. Aus anfänglich elf sind mittlerweile gut 100 Mitglieder geworden.

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