Im Cockpit: Leon Siek braucht der fünfjährigen Lia Pavey die Funktionen des Segelflugzeugs gar nicht mehr zu erklären. Sie kennt die Gleiter schon von ihrem Großvater, der Flieger beim Segelflugverein Oerlinghausen ist. - © Kristoffer Fillies
Im Cockpit: Leon Siek braucht der fünfjährigen Lia Pavey die Funktionen des Segelflugzeugs gar nicht mehr zu erklären. Sie kennt die Gleiter schon von ihrem Großvater, der Flieger beim Segelflugverein Oerlinghausen ist. | © Kristoffer Fillies

Oerlinghausen Mehrere tausend Besucher bei der Modellflugshow

Die Flugzeug-Nachbauten locken mehrere Tausend Zuschauer zur Start- und Landebahn. Für den Segelflugverein beginnt die neue Saison

Kristoffer Fillies

Oerlinghausen. Flugzeuge sehen hoch oben am Himmel immer so klein aus. Was jetzt über dem Flugplatz Oerlinghausen brauste, waren wirklich kleine Flieger. Die Modellflugshow des Segelflugvereins zieht seit elf Jahren Modellbauer und Freunde der teils spektakulären Maschinen an, manche kommen von weit her. Am Wochenende bestaunten mehrere Tausende die Flugzeuge. Und für die Segelflieger geht die Saison wieder los. „70 Modellflieger sind auf unserer Flugshow zu sehen", sagt Organisator Sebastian Stenzel, Leiter der Modellbauabteilung des Segelflugvereins Oerlinghausen. „Die Show ist bundesweit bekannt", sagt er. Sogar aus Enschede (Holland) sind die Modellbauer Ramon Wind und Rüdi Mollink mit ihrem kleinen Düsenflieger „Supermarine Seafire", einem Marinejäger der Alliierten im Zweiten Weltkrieg, angereist. Manfred von Richthofen Die Zwillingsbrüder Oliver und Thorsten Maszke aus Ganderkesee bei Bremen bauen gemeinsam seit 15 Jahren Flugzeuge in klein. Zur Modellflugshow haben die 50-Jährigen zwei Fokker Dr.I mitgebracht. „Das Jagd- und Aufklärungsflugzeug hat drei Tragflächen und ist vielen bekannt durch den Flieger Manfred von Richthofen, der im Ersten Weltkrieg als Roter Baron berühmt wurde", sagt Oliver Maszke. Die Fliegertruppe „Jagdstaffel 11" von Kommandant von Richthofen flog mehrere dieser einsitzigen Flugzeuge und färbte sie bunt. „Sie wollten damit zeigen, dass sie keine Angst vor dem Feind haben und ruhig gesehen werden können", erklärt Maszke, der sein Modellflugzeug im Maßstab 1:2,5 in grün und schwarz-weiß-gestreift lackiert hat. Motorflugzeuge, Düsenflugzeuge, Helikopter und Styroporflieger waren auf Europas größtem Segelflugplatz zu sehen. Helmut Müller aus Brakel hat seine Bücker Bü 133 Jungmeister mitgebracht. Sie ist größer als die anderen Modellbauten auf dem Segelflugplatz. „Mit dem Maßstab 1:1,25 ist sie fast so groß wie das Original", erklärt der Vorsitzende der Modellfluggemeinschaft Hembsen. „Ich habe mir die Originalpläne besorgt und sie dann selbst zusammengebaut." Seit 2010 steuert er die 130 Kilogramm schwere Maschine auf Modellflugshows. Vom Boden aus steuert Müller die Maschine über den Flugplatz und lässt sie sogar Loopings ausführen. Mit scharfen Augen sieht der Zuschauer die kleine Puppe im Cockpit, deren Schal im Wind flattert. Während viele Zuschaueraugen gen Himmel blicken, informieren sich andere am Stand der Segelflugschule. Die Flieger Leon Siek und Moritz Halstrick haben eine der motorlosen Maschinen am Hangar aufgebaut. Erwachsene und Kinder steigen ins Cockpit. So auch die fünfjährige Lia Pavey. „Mein Opa ist auch Segelflieger." Deshalb kennt sie die Gleiter schon. „Wenn ich älter bin, fliege ich vielleicht auch." Ab 14 Jahren kann die Sportpilotenlizenz gemacht werden.

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