Informieren: Ulrich Armeit, der Vorsitzende der Interessengemeinschaft (IG) Süd, begrüßt den Bezirksbeamten Manfred Noga und Kriminalhauptkommissar Tim Lukowski aus Lage (v. l.) im Bonhoeffer-Haus. Knapp 100 Besucher sind dorthin gekommen. - © Karin Prignitz
Informieren: Ulrich Armeit, der Vorsitzende der Interessengemeinschaft (IG) Süd, begrüßt den Bezirksbeamten Manfred Noga und Kriminalhauptkommissar Tim Lukowski aus Lage (v. l.) im Bonhoeffer-Haus. Knapp 100 Besucher sind dorthin gekommen. | © Karin Prignitz

Oerlinghausen Diebe können abgeschreckt werden

Aktion "Zuhause sicher": Kriminalhauptkommissar informiert in der Südstadt über den Wohnungseinbruchschutz. Viele Teilnehmer sind mit anderen Erwartungen gekommen

Karin Prignitz

Oerlinghausen. Einbrecher sind in die Wohnung gelangt, haben Schränke und Kleiderschränke durchwühlt, Sachschaden angerichtet, Wertsachen entwendet. Viele Opfer empfinden das Eindringen in die eigenen vier Wände als besonders belastend. Unsicherheit und Ängste begleiten die Opfer oft noch lange nach der Tat. Die Interessengemeinschaft (IG) Süd hat das Thema aufgegriffen. Gerade in den vergangenen Wochen hat es eine ungeahnte Brisanz bekommen. Vermehrt hatte es in jüngster Zeit Einbrüche in der Südstadt und am Segelflugplatz gegeben, außerdem Fahrrad- und Ladendiebstähle (die NW berichtete). Zurückgeführt wurden sie unter anderem auf die aktuelle Belegung in der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE). Dort leben mittlerweile überwiegend Menschen aus dem Westbalkan mit geringer oder ohne Bleibeperspektive. Verbrechen statt Vergehen Offensichtlich seien Menschen dabei, die in Deutschland sind, um auf Beutezug zu gehen, diese Befürchtung hatte im Gespräch mit der NW im September Markus Wolff, Leiter der Polizeiwache in Schloß Holte-Stukenbrock bestätigt. Wolff hatte von Intensivtätern und organisierten Strukturen gesprochen. Viele der rund 100 Besucher waren mit der Erwartung in das Dietrich-Bonhoeffer-Haus gekommen, genau hierüber mehr Informationen zu bekommen. Kriminalhauptkommissar Tim Lukowski stellte aber gleich zu Beginn klar: „Ich bin nicht hier, um mit Ihnen eine politische Diskussion zu führen.“ Ob Wohnungseinbrüche im Stadtteil etwas mit der ZUE-Belegung zu tun hätten, könne er nicht sagen. „Tendenziell aber eher nein.“ Das bisher ausgemachte Vorgehen passe eher zur Arbeitsweise mobiler Täter. Die würden sich meist in größeren Clans zusammentun. „Deshalb ist es nicht auszuschließen“, sagte Lukowski, „dass sich dort, wo viele Menschen wohnen, andere untermischen.“ Neu sei, dass Wohnungseinbruchdiebstähle vom Gesetzgeber mittlerweile nicht mehr als Vergehen, sondern als Verbrechen eingestuft würden. Der Kriminalbeamte hatte für seinen Vortrag „Zuhause sicher“ einige exemplarische Beispiele herausgesucht. Vom 1. September bis zum 22. November berichtete er von 21 Einbrüchen in Oerlinghausen, „die meisten davon in der Südstadt“. In der Regel, das teilte Lukowski mit, bleibe es bei 40 Prozent der Taten beim Versuch. Wie sich jeder einzelne Bürger vor Wohnungseinbrüchen schützen kann, dieses Thema stand im Mittelpunkt der Veranstaltung. Tim Lukowski legte den Besuchern unter anderem nahe, Haus- und Wohnungstüren „so oft wie möglich abzuschließen“. Und er gab zu bedenken: „Auch gekippte Fenster sind offene Fenster.“ Hauseingangstüren im Mehrfachhäusern sollten auch tagsüber geschlossen gehalten werden. Wichtiger Tipp: „Den Schlüssel nie draußen verstecken.“ Sollte er verloren gehen, „tauschen Sie ihn unverzüglich gegen einen Schließzylinder aus“, riet Lukowski. Rollläden sollten nur nachts heruntergelassen werden. „Tagsüber entsteht sonst der Eindruck, als seien die Bewohner nicht da.“ Zur Abschreckung der Einbrecher „sollte Anwesenheit simuliert werden“. Helfen könne da unter anderem eine Dauerbeleuchtung am Haus in der Dunkelheit. Lukowski wies mehrfach darauf hin, dass die Polizei gerne berät. Bereits nach der Pause hatten sich eine Reihe von Teilnehmern verabschiedet. Etwa ein Viertel blieb bis zum Ende und nutzte die Gelegenheit, um Fragen zu stellen.

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