Anerkennung: Die hat es für den Entwurf des heimischen Architekturbüros Schmersahl/Biermann/Prüßner aus Bad Salzuflen gegeben. Geplant worden ist hier eine "Trilogie im Park", in der sich Schule und Bürgerzentrum zwischen oberem Schulhof und neuem Quartiersplatz als kompektes Gebäude mit abgerundeten Ecken platzieren. - © Karin Prignitz
Anerkennung: Die hat es für den Entwurf des heimischen Architekturbüros Schmersahl/Biermann/Prüßner aus Bad Salzuflen gegeben. Geplant worden ist hier eine "Trilogie im Park", in der sich Schule und Bürgerzentrum zwischen oberem Schulhof und neuem Quartiersplatz als kompektes Gebäude mit abgerundeten Ecken platzieren. | © Karin Prignitz

Oerlinghausen Wie sich die Wettbewerbsgewinner die neue Südstadt-Grundschule vorstellen

Karin Prignitz

Oerlinghausen. Neuneinhalb Stunden lang hat das Preisgericht am Dienstag getagt, am Freitagmorgen ist das Geheimnis gelüftet worden, welches Architekturbüro aller Wahrscheinlichkeit nach die neue Grundschule in der Südstadt bauen wird. Durchaus strittige Diskussionen habe es gegeben, berichtete Bürgermeister Dirk Becker während der offiziellen Preisvergabe im Bürgerhaus. „Trotzdem ist der Siegerentwurf am Ende einstimmig mit 7:0 gekürt worden.“ Vier renommierte Architekten als Fachpreisrichter sowie der Vorsitzende des Schulausschusses, Ulrich Fillies (SPD), Ursula Flehmer von den Freien Wählern (als Stellvertreterin von Monika Scheler, CDU) und Bürgermeister Dirk Becker hatten 17 Entwürfe begutachtet und dabei, wie Dirk Becker berichtete, „viel über Fenster, Fluchtwege und andere Dinge gelernt“.Luftige Räume statt toter Flure Wer hinter den Entwürfen steckt, war den Preisrichtern nicht bekannt. „Die Anonymität ist ein wichtiger Bestandteil des Verfahrens“, sagte Gudrun Walter vom Planungsbüro Drees & Huesmann aus Sennestadt. „Allein die Qualität ist gewürdigt worden.“ Im anonymisierten Verfahren fiel die Entscheidung am Ende auf die Nummer 1403. Und hinter der verbarg sich das Lemgoer Architekturbüro „h.s.d. architekten“. Professor André Habermann, der gemeinsam mit seinem Partner Christian Decker zur Preisverleihung in das Bürgerhaus gekommen war, berichtete von der großen Freude nach dem abendlichen Anruf. Schon eine Reihe von Schulbauten haben die Architekten verwirklicht, „die meisten allerdings in Süddeutschland“. Deshalb sei es schön, nun ein Projekt in der Nähe realisieren zu können. Überzeugt hatte die Jury der klar strukturierte, kompakte dreigeschossige Baukörper mit seinen großen Fensterflächen und hellen Schulräumen. Die auf dem Grundstück ansteigende Topographie nutzten die Architekten aus der Hansestadt bewusst. Geplant sind zwei Eingänge mit eigener Adresse, denn im Schulgebäude wird sich auch das bisher im Ortsteil fehlende Stadtteilzentrum befinden. Dessen multifunktionale Räume werden im Erdgeschoss südlich hin zum Quartiersplatz der „Neuen Mitte“ liegen. Den Klassenräumen sollen jeweils luftige Räume gegenüberstehen statt toter Flure. Es soll eine zentrale Halle sowie Parkplätze im Süden und Norden geben. Für die Fassade haben die Planer ziegelrot durchgefärbten Sichtbeton gewählt. 285 Architekturbüros hatten sich am europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb beteiligt, nachdem sich der Rat am 9. Februar mehrheitlich für den Neubau einer zweizügigen Grundschule mit der Option der Dreizügigkeit am Standort Südstadt ausgesprochen hatte. 15 von ihnen waren am 22. Juni von Glücksfee Tanja Tilleke aus der gläsernen Trommel gezogen worden, fünf weitere von der Stadt gesetzt worden. 17 hatten Arbeiten abgegeben.2020 soll alles fertig sein Den 2. Preis bekam Architekt Sebastian Brunke aus Wien zugesprochen, den 3. Preis die BKS Architekten (Stanczus, Schurbohm + Partner aus Lübbecke. Eine Anerkennung wurde für das heimische Architekturbüro Schmersahl/Biermann/Prüßner aus Bad Salzuflen ausgesprochen, ebenso für das Büro Reinhard Angelis aus Köln. Jetzt haben die Politiker das Wort, die Entscheidung soll möglichst in der Ratssitzung am 30. November fallen. Dann könne zügig in die Realisierungsphase eingetreten werden, kündigte Dirk Becker an. Er geht davon aus, dass die ersten Erdbewegungen Ende 2018 beginnen können. „Ziel bleibt die Fertigstellung im Jahr 2020.“ Die ausgestellten Entwürfe können noch bis zum 17. November im Foyer des Bürgerhauses besichtigt werden.

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