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Als Radiomoderatoren wissen Jürgen Mayer und Manni Breuckmann (v. l.), wie man die Menschen unterhält. In der Aula präsentierten sie ihre Bücher in launiger Gesprächsatmosphäre. - © Gunter Held
Als Radiomoderatoren wissen Jürgen Mayer und Manni Breuckmann (v. l.), wie man die Menschen unterhält. In der Aula präsentierten sie ihre Bücher in launiger Gesprächsatmosphäre. | © Gunter Held

Oerlinghausen Die Moderatoren Manni Breuckmann und Jürgen Mayer im Interview

Der eine liest in Oerlinghausen aus seinem Mallorca-Krimi, der andere aus seinem Mallorca-Reiseführer

Gunter Held
06.04.2016 | Stand 06.04.2016, 18:35 Uhr

Oerlinghausen. Jürgen Mayer. Jürgen wer? Ach ja, der Radiomoderator, der im vergangenen Jahr in der Bergstadt war, als Oerlinghausen bei "WDR 2 für eine Stadt" knapp geschlagen wurde. Jürgen Mayer kommt also wieder. Zum Vorlesen. Aus seinem Mallorca-Reiseführer, weil er auf Mallorca lebt. Mit dabei ist Manni Breuckmann. Den kennt fast jeder. Von seinen großartigen Fußballmoderationen im Radio. Außerdem war auch er schon einmal in Oerlinghausen, aber das ist schon vier oder fünf Jahre her. Damals war Fußball sein Hauptthema. Jetzt nicht. Er kommt, um aus seinem Krimi vorzulesen. Aus seinem Mallorca-Krimi. Der Buchhandlung Blume ist es gelungen, die beiden gemeinsam für eine Lesung in die Bergstadt zu holen. Die Neue Westfälische traf Jürgen Mayer und Manni Breuckmann vor der Veranstaltung. Herr Breuckmann, Herr Mayer, ich werde Ihnen jetzt abwechselnd zwölf Fragen stellen, also sechs für jeden, immer im Wechsel. Die Fragen sind kurz und ich bitte um kurze spontane Antworten. Bier oder Wein? Manni Breuckmann: Wein. Morgenmuffel oder Frühaufsteher? Jürgen Mayer: Frühaufsteher. Selbst kochen oder Restaurant? Breuckmann: Eher Restaurant. Fisch oder Fleisch? Mayer: Fisch. Radio hören oder Fernsehen? Breuckmann: Beides. Segeln oder Fußball? Mayer: Fußball. Eine Alternative zu Mallorca? Breuckmann: De Haan an der belgischen Küste. Wo verbrachten Sie Ihren letzten Urlaub? Mayer: In Myanmar. Sabine Töpperwien oder Katrin Müller-Hohenstein? Breuckmann: Keine von beiden. Reiseführer oder Selbstentdecker? Mayer: Reiseführer. Die Fifa ist . . . Breuckmann: . . . ein korrupter Saustall. Lieber fragen oder lieber antworten? Mayer: Lieber fragen. Vielen Dank, das war die Einstimmung. Jetzt geht es mit Fragen an Manni Breuckmann weiter. Geld spielt im Fußball seit Jahrzehnten eine große Rolle. Hat es Sie gewundert, als die Korruption offenbar wurde? Breuckmann: Wenn Sie das Sommermärchen meinen, das möglicherweise verkauft worden ist, das hat mich doch schon etwas überrascht. Ich bin nicht so abgezockt, wie manche sich jetzt geben, die sagen: Wenn man solch eine Weltmeisterschaft nach Deutschland holen will, muss man damit rechnen, dass das Bestechungsgeld kostet. Das habe ich nicht geglaubt. Warum geht ein Volljurist, ein Beamter sogar, zum Radio? Breuckmann: Weil es schon während des Studiums meine Leidenschaft war, Fußballspiele zu übertragen, und weil ich dann gemerkt habe, dass auch andere Dinge mich beim Radio faszinieren, so die aktuelle und die politische Berichterstattung. Und als ich die Möglichkeit bekam, dort einen festen Job zu bekommen, habe ich zugegriffen. Und ich habe es auch nie bereut. Keine Sekunde. Es war genau richtig. Ihr Lieblingsfußballer-Spruch? Breuckmann: . . . ist von Paul Breitner: Und dann kam das Elfmeterschießen. Alle hatten die Hosen voll, nur bei mir lief's ganz flüssig. "Schnee am Ballermann" ist Ihr zweiter Krimi. Der erste ist 1988 erschienen. Warum die große Pause? Breuckmann: Weil ich zwischendurch überwiegend Fußballbücher geschrieben habe und eines, das sich mit meiner Kindheit im Ruhrgebiet beschäftigt. Ich bin kein typischer Krimiautor. Hand aufs Herz. Wie lange haben Sie geübt, um ohne Uhr genau eine Minute lang reden zu können? Breuckmann: Das ist eine Frage der Gewohnheit. Ich habe es Jahrzehnte lang gemacht, eine Minute abzusetzen. Irgendwann hat man das verinnerlicht. Sie sind eine Legende unter den Radiomoderatoren. Hatten Sie selbst ein Vorbild? Breuckmann: Nein, ein Vorbild hatte ich nicht. Ich kann mich erinnern, dass ich als Jugendlicher oft im Stadion in Erkenschwick war. Da habe ich hochgeschaut, und oben, auf dem mit Teerpappe ausgelegten Toilettendach Jochen Hageleit, manchmal auch Heribert Faßbender gesehen. Die haben die Spiele übertragen und das hat mich fasziniert. Da habe ich gedacht: So etwas willst du auch mal machen. Wie wichtig ist Sex in einem Buch? Breuckmann: Muss nicht unbedingt sein, aber Sex sells. Dafür geht es in dem Krimi aber deftig zur Sache. Breuckmann: Das ist ein fehlerhafter Eindruck. Es gibt in diesem Buch drei Sexszenen. Aber ja, die werden deutlich beschrieben. Das war übrigens ein Rat meiner Lektorin. Die sagte: Wenn Sex, dann nicht so in Andeutungen, sondern deutlich beschrieben. Gibt es Ähnlichkeiten zu lebenden Personen? Breuckmann: Gibt es. Jede Menge. Aber ich nutze dann nur zwei, drei Charaktereigenschaften. Hat sich jemand wiedererkannt? Breuckmann: Ja, diverse. Aber es gab nie Probleme, weil ich mit denen auch während der Entstehung des Buches gesprochen habe. Herr Mayer, warum ein Reiseführer, es gibt doch schon so viele? Mayer: Einen wie den gibt es noch nicht. Er behandelt Themen, die kaum in einem anderen Reiseführer zu finden waren. Das war auch die Absicht - auch des Verlages. Es gibt Mallorcakenner, die überrascht waren von dem, was dort drinsteht. Ein Großteil ist selbst recherchiert und fünfmal gegengeprüft. Hat das Buch ein Verfallsdatum? Mayer: Ja, hat es. Es gibt jetzt die zweite Auflage, in der noch nichts verändert wurde, aber die dritte wird aktualisiert. Gibt es heute noch den typischen Reisenden? Mayer: Nein und deshalb findet man in dem Buch Passagen für Leute, die gern feiern möchten und andere, die die Natur und die Landschaft beschreiben. Ich versuche, möglichst viele Interessen zu bedienen. Warum leben Sie auf Mallorca? Mayer: Weil ich gerne etwas im Ausland machen wollte ohne meine Verbindungen nach Deutschland ganz zu kappen. Mallorca ist sehr gut zu erreichen und es war, was Hörfunkjournalisten angeht, ein relativ weißer Fleck. Sie kommen für die Moderationen nach Deutschland? Mayer: Ja, und zwar acht bis zehn Tage im Monat. Manche Sachen in dem Buch lesen sich so ein bisschen wie die Hitliste der Peinlichkeiten. Allen voran "Die Ballermann-Stars". Glauben Sie, dass die Zielgruppe zu den Menschen gehört, die ein Buch lesen? Mayer: Ach, ich glaube, auch die, die nicht zum Ballermann gehen, lesen diese Kuriositäten gern. Warum machen Sie eine Lesereise gemeinsam mit Manni Breuckmann? Mayer: Weil wir uns kennen, schätzen und weil wir das auf Mallorca mal mit guten Erfolg ausprobiert haben und es sich mit dem Thema anbietet.

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