Erklärung: Axel Heise, Produktionsleiter bei Gundlach, erläutert den Teilnehmern, die sich aus Hygienegründen Schutzkleidung angezogen haben, die Produktionsabläufe in den Abteilungen. Direkt neben ihm steht FDP-Stadtverbandsvorsitzender Peter Meier. - © FOTOS: KARIN PRIGNITZ
Erklärung: Axel Heise, Produktionsleiter bei Gundlach, erläutert den Teilnehmern, die sich aus Hygienegründen Schutzkleidung angezogen haben, die Produktionsabläufe in den Abteilungen. Direkt neben ihm steht FDP-Stadtverbandsvorsitzender Peter Meier. | © FOTOS: KARIN PRIGNITZ

Oerlinghausen Verpackungen müssen wirken

Warum Mitglieder des FDP-Stadtverbandes plötzlich grüne Häupter haben

Karin Prignitz

Oerlinghausen. Im Januar hat Gundlach-Geschäftsführer Paul von Schubert als Festredner beim 25. Neujahrsempfang der Liberalen im Bürgerhaus gesprochen. Jetzt waren mehr als 30 Mitglieder des FDP-Stadtverbandes umgekehrt zu Gast im Unternehmen. Das produziert seit dem Jahr 1965 in der Südstadt. Von den insgesamt rund 800 Mitarbeitern der Gundlach-Gruppe arbeitet die Hälfte in der Bergstadt. Einigen von ihnen haben die liberal eingestellten Besucher während der Herstellungsabläufe über die Schulter schauen können. Die trugen einen ebenso grünen Kopfschutz wie die Gäste, denn Hygiene wird im Unternehmen, im dem nach Angaben von Uwe Schürmann pro Jahr unter anderem 30 Milliarden Teebeutel-Umhüllungen inklusive der kleinen Anhänger und drei Milliarden Zigarettenschachteln hergestellt werden, groß geschrieben. "Wir arbeiten in den Bereichen Tabak, Tee, Süßwaren, Food und Non-Food", erläuterte Uwe Schürmann. Der gebürtige Gütersloher ist als Geschäftsführer seit 17 Jahren verantwortlich für den Bereich Gundlach Verpackung, seit einigen Jahren auch in Dubai. Gemeinsam mit Produktionsleiter Axel Heise und Mark Eisberg, der im Unternehmen für den kontinuierlichen Verbesserungsprozess zuständig ist, führte Schürmann die Besucher, aufgeteilt in zwei Gruppen, durch die verschiedenen Betriebsbereiche. In der Blütezeit seien zwölf Offsetmaschinen im Einsatz gewesen, erläuterte Schürmann, "heute sind es noch zwei". Allein daran sei der dramatische technologische Wandel, dem sich Gundlach angepasst habe, abzulesen. Das aktuelle Hauptverfahren: Tiefdruck. Auf riesigen Rollen werden die Verpackungs-Motive gedruckt. Gearbeitet wird rund um die Uhr im Drei-Schicht-System. Unter anderem werden "bis zu 1.000 Zigarettenschachteln pro Minute abgepackt". Das erfordere ein exaktes Arbeiten. Uwe Schürmann glaubt übrigens kaum, dass sich jemand von den Horrorbildern auf den Packungen abschrecken lässt. "Das Kaufverhalten läuft allein über den Preis." Aber auch der äußere Eindruck ist ein entscheidender Faktor. "Er muss wirken wie eine optische SMS." Deshalb werden hochveredelte Schachteln produziert und vor allem im Süßwarenbereich ansprechende Designs gedruckt. Früher, erzählt Uwe Schürmann, seien im Unternehmen noch Fototapeten, Aquarienrückwände und auch Zeitungen gedruckt worden. Im Laufe der Jahre habe man sich "weg vom Alleskönner bewegt" und mit starker internationaler Ausrichtung auf den Bereich Verpackung konzentriert. 85 Prozent dieser Verpackungen werden exportiert. Der Gesamtumsatz der Gundlach-Gruppe liegt nach Schürmanns Angaben bei 130 Millionen Euro. 95,8 Millionen Euro entfallen davon auf den Verpackungsbereich in Oerlinghausen und Dubai. Das Gros werde mit Tabak- und Teeverpackungen erzielt. Gundlach sei als hundertprozentiges Familienunternehmen "internationaler Nischenmarktführer", Multispezialist und Hauptlogistikpartner für viele Kunden. "Wir haben den Anspruch", sagt Schürmann, "die präziseste Verpackungsdruckerei der Welt zu sein." Fünf bis zehn Millionen Euro würden Jahr für Jahr in den Standort investiert. Das Unternehmen lege zudem besonderen Wert auf die Ausbildung in sieben unterschiedlichen Berufenbildern. Durchschnittlich 26 Jahre arbeiteten Mitarbeiter im Unternehmen, "das zeigt die Verbundenheit und Stabilität".

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