Werner Höltke im heimischen Garten an der Detmolder Straße, in dem zurzeit die Obstbäume blühen. Der Jubilar kennt sich nicht nur im eigenen Reich, sondern an allen Ecken der Bergstadt aus. - © FOTO: KARIN PRIGNITZ
Werner Höltke im heimischen Garten an der Detmolder Straße, in dem zurzeit die Obstbäume blühen. Der Jubilar kennt sich nicht nur im eigenen Reich, sondern an allen Ecken der Bergstadt aus. | © FOTO: KARIN PRIGNITZ

Oerlinghausen Heimatkenner feiert Geburtstag

Werner Höltke hält die Bergstädter Historie in unzähligen Dokumenten fest

von karin prignitz
Beim Kinderschützenfest im Jahr 1932 ist dieses Foto entstanden. Ganz rechts ist Werner Höltke als Dreijähriger im Gras sitzend zu sehen, außerdem Margret Rüter (hinten, v. l.), Rolf und Gisela Reuter, Fritz Fuhrmann, Grete Butenholz, Rudi Büker sowie Inge Höltke (vorne, v. l.), Martha Reuter, Marianne Schlichting, Erich Montag, Gerd Meier und Eva Kottmann. - © FOTO: SAMMLUNG HÖLTK
Beim Kinderschützenfest im Jahr 1932 ist dieses Foto entstanden. Ganz rechts ist Werner Höltke als Dreijähriger im Gras sitzend zu sehen, außerdem Margret Rüter (hinten, v. l.), Rolf und Gisela Reuter, Fritz Fuhrmann, Grete Butenholz, Rudi Büker sowie Inge Höltke (vorne, v. l.), Martha Reuter, Marianne Schlichting, Erich Montag, Gerd Meier und Eva Kottmann. | © FOTO: SAMMLUNG HÖLTK

Oerlinghausen. "85 Jahre, na und?" Werner Höltke fühlt sich auch in diesem Altern "noch auf der Höh". Zufriedenheit, eine wohldosierte Prise Humor und Lebensfreude haben den Heimatforscher, ehrenamtlichen Stadtchronisten sowie Autor der Bände "Alt-Oerlinghausen und seine Umgebung" fit gehalten. "Schreiben, Spazierengehen und Heimatarbeit", das ist sein Elixier.

Der Geist spielt mit und auch die Beine laufen noch. "Gesund zu bleiben, das ist das Wichtigste", betont Höltke. Im Haus Nummer 36 an der Detmolder Straße, das sein Großvater im Jahr 1891 erbaut hatte, ist Werner Höltke geboren worden. Dort lebt er noch heute. Seit mehr als 65 Jahren hält der Jubilar hier die vielen Geschichten der Bergstadt fest. Seine Sammlung mit historischen Bildern, Ansichtskarten und Notgeld aus der Kriegs- und Nachkriegszeit ist beeindruckend.

Information

Ausgezeichneter Oerlinghauser


Vor fünf Jahren ist Werner Höltke vom Lippischen Heimatbund mit der selten verliehenen Auszeichnung der "Lippischen Rose in Silber" geehrt worden.

Höltke ist 2. Vorsitzender des Ortsvereins Oerlinghausen im Lippischen Heimatbund und Gründungsmitglied im Ubbedisser Heimatvereins.

Er hat dem Stammtisch "Alt-Oerlinghausen" initiiert und ist mit der Mitgliedsnummer 9 eines der ältesten Mitglieder des Trägervereins des Archäologischen Freilichtmuseums Oerlinghausen.

Höltke hat unter anderem ein Tweten-Buch und ein Heft über die Spitznamen bekannter Bergstädter herausgegeben. (kap)

Der Träger des Horst-Steinkühler-Preises hat nach eigener Einschätzung sicherlich 5.000 Exemplare, die viele dicke Alben füllen. "Mich hat immer schon interessiert, wie es früher war", erzählt Werner Höltke, "das ist mein Steckenpferd." Die Fotoalben der Großeltern kamen ihm dabei zugute. "Darauf konnte ich aufbauen." Seit 1945 führt Werner Höltke außerdem Tagebuch, hält Erlebnisse darin fest. "Einer wusste dies, der andere das." So ist die Zeit in Wort und Bild lebendig geblieben.

Mit seinen inzwischen fast 130 Vorträgen beim Stammtisch "Alt-Oerlinghausen" und einigen beim Verein für Dorfgeschichte Ubbedissen, dem er ebenfalls angehört, weckt Höltke immer wieder aufs Neue das Interesse bei den Oerlinghausern, und längst nicht nur bei den Alteingesessenen. Die Veranstaltungen im Jägerhaus sind regelmäßig bestens besucht und auch die Führungen, die der 85-Jährige nach wie vor anbietet.

In den Jahren 2012/2013 war er außerdem an der Entstehung von zwei Filmen über Oerlinghausen und seine Umgebung beteiligt. Kürzlich hat Werner Höltke sogar einen Anruf aus Amerika bekommen. Von einem Herrn, dessen Vorfahren mit dem Namen Formfenne 1850 von Oerlinghausen aus in die USA ausgewandert waren und der im Sommer persönlich vorbeikommen möchte.

Gerne hätte Werner Höltke seinen Schülern von all den interessanten Oerlinghauser Geschehnissen erzählt. "Eigentlich wollte ich Lehrer werden", verrät der Bergstädter. Daraus sei dann aber nichts geworden. Der Vater im Krieg gefallen, die von ihm bereits besuchte Lehrerbildungsanstalt 1945 geschlossen. Werner Höltke fällte Holz, beseitigte die Trümmer, bewarb sich dann in der Aufbauschule Detmold, um seinen Berufstraum doch noch Wirklichkeit werden zu lassen. "Zu jung", und "Erst die Heimkehrer", habe es geheißen. Höltke befolgte schließlich den Rat seines Onkels, ein Handwerk zu lernen.

Als der Vertrag als Heizungsbauer-Lehrling gerade unterzeichnet war, "kam die Nachricht, dass ich doch angenommen worden wäre". Er blieb beim Handwerk. Und bei seinem Steckenpferd. Gerade arbeitet Werner Höltke seinen nächsten Vortrag aus. Den will er am 6. Mai im Jägerhaus halten. Darin beschreibt er das frühere Leben am Simonsplatz. Untermalt mit 40 historischen Bildern.

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