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Oerlinghausen Wunderwelt im Miniaturformat

Helpuper züchtet besondere Form der Garnelen / Nicht zum Essen geeignet

VON KARIN PRIGNITZ
25.01.2014 | Stand 23.01.2014, 20:09 Uhr
Zwerg-Garnelen werden nur wenige Zentimeter groß. Gezüchtet werden sie in verschiedenen Farben. Hier ist ein Schwarm roter Tiere zu sehen. - © FOTO: KARIN PRIGNITZ
Zwerg-Garnelen werden nur wenige Zentimeter groß. Gezüchtet werden sie in verschiedenen Farben. Hier ist ein Schwarm roter Tiere zu sehen. | © FOTO: KARIN PRIGNITZ

Oerlinghausen. Zum appetitlichen Cocktail verarbeitet, als aromatische Salatbeilage serviert. Garnelen  sind nicht jedermanns Geschmack, vom Bekanntheitsgrad her dennoch in aller Munde. Rein gar nichts für den Gaumen und längst noch nicht allseits bekannt sind die winzigen Garnelen, um dessen Vermehrung und Aufzucht sich Stefan Harder kümmert.

Die Zwerggarnelen, vor allem die sogenannten Neocardina-Arten, denen sich der 29-jährige   Helpuper widmet, schwimmen in Aquarien und sollen vor allem das Auge erfreuen. Fast möchte man mit der Lupe an jedes einzelne der  80 langgezogenen, maßangefertigten Becken in den   Zuchträumen an der Goldstraße herantreten, um die  anatomischen und farblichen Besonderheiten  der Winzlinge zu erkunden.

Mit ihren filigranen Körpern, die in intensivem Rot, Blau, Gelb, Orange, Braun und anderen Naturfarben leuchten, schreiten die Winzlinge flink über den Boden oder schweben    elegant durch das Wasser. Am liebsten in Schwärmen, denn die Tiere, die nur etwa drei Zentimeter groß werden, sind nicht gerne alleine. "Sie sind gesellig, leben am liebsten in der Gruppe", bestätigt Stefan Harder.

Information

Unkomplizierte Vermehrung

  • Zwerggarnelen haben vorne Schreitbeine und hinten Schwimmbeine.
  • Im Durchschnitt werden die Tiere zwei Jahre alt, bei guter Pflege auch älter.
  • Die Eier werden unter dem Hinterleib getragen.
  • Die meisten Zwerggarnelen vermehren sich schnell und unkompliziert.
  • Stefan Harder veräußert seine Zwerggarnelen hauptsächlich an Privatkunden, die sich an den Farben freuen. (kap)

"Früher sollten Aquarien und  auch die darin schwimmenden Fische sichtbar etwas hermachen." Je größer desto besser. Heute gehe einer der Trends zum Nano-Becken mit nur 20 bis 30 Litern. "Ein Aquarium im Miniformat, das wenig Platz wegnimmt." Eine Wunderwelt im Miniformat.

Harder selbst, in Schloß Holte-Stukenbrock aufgewachsen, hatte  als Kind eins der Großen. "Ich war von klein auf Aquarianer", versichert er und stellt fest, dass er auf diese Weise sein Faible für Pflanzen und Tiere am besten habe miteinander  verbinden können. Zu einem eigenen Ökosystem.  Auf möglichst wenig technischen Einsatz legt der studierte Agrarwissenschaftler und gelernte Bauzeichner noch heute großen Wert. Deutlich wird das schon im Namen, den er seiner Geschäftsidee gegeben hat: AquaPurist.

"Die Becken werden durch den biologischen Kreislauf am Leben gehalten", erläutert Harder. Statt industriell produzierte Aquarien-Filter zu nutzen, setzt er kleine Filter-Tierchen ein. "Wasserflöhe, Hüpflinge oder Muschelkrebse." In Kombination mit den Pflanzen sorgen sie für reines Wasser. Ein ewiger Kreislauf der Natur.

Noch vor zehn Jahren seien  Zwerggarnelen für die Aquaristik nahezu unbekannt gewesen, sagt Harder. Noch immer   ist ihre Zucht vergleichsweise exotisch,  "aber mittlerweile wächst die Garnelen-Community".

Immer mehr Menschen gebe es, sagt Harder, "die sich dafür interessieren". In Fan-Foren im Internet  finde ein fachlicher Austausch statt. Ursprünglich komme die Kultur der Zwerggarnelen aus Japan und Taiwan, sagt Harder.

Links zum Thema
www.aquapurist.de

Füttern, hauptsächlich mit Brennnessel-Sticks, schauen, wie es den Tieren geht, das gehört zur täglichen Routine des Junge-Geschäftsmannes. Vermehrt werden nur die farbintensiven Zwerggarnelen. Im Gegensatz zu ihren großen Artgenossen würde wohl niemand auf den Gedanken kommen, sie essen zu wollen. "Wäre auch höchstens was für den hohlen Zahn", scherzt  Stefan Harder.

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