Prozessakten auf dem Richtertisch. - © Bernhard Preuss
Prozessakten auf dem Richtertisch. | © Bernhard Preuss

Liveblog zum Lügde-Prozess Pflegetochter als Zeugin: Kind (8) findet kaum Worte für den Schrecken

Der fünfte von zehn vorgesehenen Verhandlungstagen im Prozess zum Missbrauchsfall Lügde ist angebrochen

Janet König
12.07.2019 | Stand 12.07.2019, 21:06 Uhr

Detmold. Am fünften Verhandlungstag im Prozess zum Missbrauchsfall Lügde gab es eine Überraschung. In einer Prozesspause haben Polizeibeamte zwei Zuschauer aus dem Gerichtssaal geführt. In einem Nebenraum hinter Sichtschutzwänden wurden die beiden Männer verhört. Der Hintergrund für die Befragung ist unklar. Am Nachmittag bekräftigte die frühere Pflegetochter eines der beiden Angeklagten ihre belastenden Aussagen. Seine heute erst achtjährige Mandantin habe vor dem Landgericht Detmold bestätigt, dass alle ihre Angaben gegenüber der Polizei bei den Ermittlungen richtig seien. Das schilderte ihr Anwalt Cornelius Pietsch nach der „kindgerecht verlaufenen" Befragung unter Ausschluss der Öffentlichkeit am Freitag. Das Mädchen - eine zentrale Zeugin im dem Strafverfahren - werde in einer Einrichtung betreut, später eine Therapie beginnen, sei aber noch nicht so weit, „über die Dinge zu sprechen". Das Kind war erst fünf Jahre alt, als sie im Früjahr 2016 in die heruntergekommen Camping-Unterkunft einzog. Ihr soll besonders schweres Leid zugefügt worden sein. Die Angeklagten Andreas V. (56) und Mario S. (34) müssen sich wegen sexuellen Missbrauch in insgesamt 462 Fällen verantworten. In der nächsten Woche soll gegen den dritten Angeklagten Heiko V. (49) aus Stade in einem gesodnerten Termin ein Urteil fallen. Unsere Kollegen der LZ berichten live aus dem Gericht

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