Die Parzelle des Hauptverdächtigen im Fall Lügde ist mittlerweile abgerissen. Wurde er auch außerhalb von NRW zum Täter? - © picture alliance/dpa
Die Parzelle des Hauptverdächtigen im Fall Lügde ist mittlerweile abgerissen. Wurde er auch außerhalb von NRW zum Täter? | © picture alliance/dpa

Medienbericht Missbrauchsfall Lügde: Gibt es einen weiteren Tatort in Thüringen?

Im Missbrauchsfall Lügde könnte es einem Bericht zufolge einen bislang unbekannten Tatort außerhalb von NRW geben. Auch CDU und FDP für Untersuchungsausschuss im NRW-Landtag

Lothar Schmalen
24.05.2019 | Stand 24.05.2019, 21:11 Uhr

Lügde/Nordhausen (dpa). Im Fall des massenhaften Missbrauchs auf einem Campingplatz in Lügde in Nordrhein-Westfalen prüfen die Ermittler einen möglichen weiteren Tatort. Wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel" am Freitag vorab berichtete, soll der 56-jährige Hauptbeschuldigte nach Aussage eines Zeugen im Sommer 2009 wiederholt Tauchurlaube an einem See im thüringischen Nordhausen gemacht haben. Nach Schilderung eines ehemaligen Tauchkameraden soll der Dauercamper aus Lügde zu den Urlauben immer minderjährige Kinder mitgebracht und diese als Nachbarskinder ausgegeben haben. Nach Medien-Informationen sind die Ermittlungen dazu noch nicht abgeschlossen. Die Polizei in Bielefeld und die Staatsanwaltschaft Detmold wollten sich aus ermittlungstaktischen Gründen nicht äußern. Die Anklage wirft dem Hauptverdächtigen 293 Fälle vor Auf dem Campingplatz in Lügde an der Landesgrenze zu Niedersachsen sollen über Jahre hinweg zahlreiche Kinder schwer sexuell missbraucht worden sein. Dem 56-jährigen Hauptverdächtigen wirft die Staatsanwaltschaft in der Anklage 293 Fälle vor. Demnach soll sich der Mann unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen, schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern sowie Besitzes von kinderpornografischen Schriften verantworten. Ein Komplize aus Stade in Niedersachsen ist mitangeklagt, weil er unter anderem in mindestens vier Fällen an Webcam-Übertragungen des Dauercampers teilgenommen haben soll. Die Anklage gegen einen dritten Beschuldigten aus Steinheim bei Höxter (Nordrhein-Westfalen) ist gerade beim Landgericht Detmold eingegangen. Details hierzu sind noch nicht bekannt. Der Prozess soll am 27. Juni beginnen. Auch die Regierungsparteien in NRW sind jetzt für einen Untersuchungsausschuss Polizei und Jugendämter stehen in dem Fall in der Kritik. Sie sollen Hinweisen auf den Hauptverdächtigen nicht nachgegangen sein. Auch bei den Ermittlungen gab es Pannen, unter anderem sind Beweismittel verschwunden. Ein mögliches Behördenversagen wollen jetzt auch CDU und FDP von einem Untersuchungsausschuss des Landtags aufarbeiten lassen, wie am Freitag aus Fraktionskreisen zu erfahren war. „Wir haben den Oppositionsfraktionen von SPD und Grünen heute vorgeschlagen, einen gemeinsamen Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu Lügde auf den Weg zu bringen", erklärten die Fraktionschefs, Bodo Löttgen (CDU) und Christof Rasche (FDP), auf Anfrage. Die SPD hatte am Dienstag einen Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses angekündigt. Auch Grüne und AfD haben sich für einen Untersuchungsausschuss ausgesprochen. Tauziehen um den Arbeitsauftrag für den Untersuchungsausschuss hält an Nach Informationen der NW hält allerdings das Tauziehen um den Arbeitsauftrag für den Ausschuss an. Während CDU, FDP und Grüne die Fehler von Polizei und Jugendschutz aufklären wollen, will die SPD einen schlankeren Ausschuss, der sich nur um die Polizeifehler kümmern soll. Mit Jugendschutzfragen solle sich einen eigene Kommission befassen. Mit Material von dpa

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