Auf dem Campingplatz Eichwald stehen vor der inzwischen eingezäunten Parzelle des mutmaßlichen Täters zwei Polizeibeamte. Auf dem Campingplatz in Lügde im Kreis Lippe waren Kinder für Pornodrehs missbraucht worden. Archivbild - © picture alliance/dpa
Auf dem Campingplatz Eichwald stehen vor der inzwischen eingezäunten Parzelle des mutmaßlichen Täters zwei Polizeibeamte. Auf dem Campingplatz in Lügde im Kreis Lippe waren Kinder für Pornodrehs missbraucht worden. Archivbild | © picture alliance/dpa

Missbrauchsfall Lügde Staatsanwaltschaft stellt Verfahren gegen Beschuldigten aus Steinheim ein

Im Missbrauchsfall von Lügde haben die Ermittler das Verfahren gegen einen 68-Jährigen eingestellt. Laut Polizei und Staatsanwaltschaft liegt gegen den Mann kein hinreichender Tatverdacht vor.

24.04.2019 | Stand 24.04.2019, 15:04 Uhr

Bielefeld/Lügde (dpa). Im Komplex um den sexuellen Missbrauch von Kindern auf einem Campingplatz in Lügde ist das Verfahren gegen einen 68-jährigen Mann aus Steinheim mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt worden. Seine Tochter hatte der Polizei gesagt, dass ihr Vater sie dem Hauptbeschuldigten auf dem Campingplatz in Lügde anvertraut habe, obwohl sie ihrem Vater von sexuellen Übergriffen Anfang der 1990er-Jahre berichtet hatte. Damit bestand gegen den Mann der Verdacht der Beihilfe. Laut Mitteilung ergaben die Ermittlungen aber keine Anhaltspunkte für die von der heute 39 Jahre alten Zeugin geschilderten sexuellen Handlungen, Gewalt oder Drohungen des Hauptbeschuldigten. Auf dem Campingplatz in Lügde soll der Hauptbeschuldigte - ein 56-jähriger Dauercamper - mit einem Komplizen (33) über Jahre hinweg Kinder missbraucht und dabei gefilmt haben. Die beiden Verdächtigen sowie ein 48-Jähriger aus dem niedersächsischen Stade sitzen in Untersuchungshaft. Ermittelt wurden bislang 40 Opfer. Neben den drei Hauptverdächtigen wird jetzt noch gegen vier Beschuldigte wegen des Besitzes von kinderpornografischem Material von dem Campingplatz oder wegen Strafvereitelung ermittelt. Die Taten sollen Anfang der 1990er-Jahre stattgefunden haben Aus der Aussage seiner Tochter hatte sich der Verdacht der Beihilfe zu Taten des Hauptbeschuldigten ergeben. Ihr Vater habe sie weiter dem Hauptbeschuldigten anvertraut, obwohl sie ihm von sexuellen Übergriffen berichtet habe. Die Taten sollen Anfang der 1990er-Jahre stattgefunden haben. Anhaltspunkte dafür, dass der Hauptbeschuldigte bei den von der Zeugin geschilderten sexuellen Handlungen Gewalt oder Drohungen anwandte, haben die Ermittlungen nicht ergeben. Soweit aufgrund des damaligen Alters der heute 39 Jahre alten Zeugin eine Strafbarkeit wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in Betracht käme, wären die Taten bereits verjährt, sodass sie nicht mehr verfolgt werden könnten.

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