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Leopoldshöhe Kinder in Madagaskar lernen in neuer Schule

Leopoldshöher Familien helfen mit Spenden beim Bau der "Arche des Lernens" – zweites Projekt geplant

VON DIETER ASBROCK
08.05.2013 | Stand 07.05.2013, 21:36 Uhr
Guido (links) und Frank Letmathe, der mit seinem Stift auf eine Karte des zweitgrößten Inselstaats der Welt zeigt. - © FOTO: DIETER ASBROCK
Guido (links) und Frank Letmathe, der mit seinem Stift auf eine Karte des zweitgrößten Inselstaats der Welt zeigt. | © FOTO: DIETER ASBROCK

Leopoldshöhe. 69 Kinder im Regenwald von Madagaskar können Dank des Einsatzes einiger Leopoldshöher Familien eine Schule besuchen. Und das nur wegen eines Bechers Kaffee bei "Starbucks". Ein glücklicher Zufall.

Peter Letmathe, der 2010 Gastprofessor an der University of Colorado at Boulder in den USA war, kam neben der dortigen "Starbucks"-Filiale mit einer Madagassin ins Gespräch, die nebenan Hüte verkaufte. "Er ist halt ein sehr kontaktfreudiger Mensch", sagen Frank und Guido Letmathe über ihren Bruder. Der BWL-Dozent fand die Qualität der Hüte beeindruckend, außerdem die Tatsache, dass Fanja diese in ihrer Fabrik in Madagaskar mit 300 Mitarbeitern herstellt und aus eigener Kraft auf dem Weltmarkt verkauft. "Mein Bruder ist als Wirtschaftswissenschaftler sehr interessiert gewesen, wie Fanjas Fair-Trade-Unternehmen dort funktioniert und ist hingeflogen. Dann hat er die schwierigen Verhältnisse gesehen", sagte Frank Letmathe.

Information

Verein Susaf


Für das Schulprojekt in Tsaratanana in Südost-Madagaskar haben die sechs Letmathe-Familien den Verein "Susaf" gegründet – "Subsaharischer Afrika-Förderverein".

Dazu gehören nur Familienmitglieder.

Die angepeilte Spendensumme von 15.000 Euro deckt 80 Prozent der Schulbaukosten – der Rest wird durch Eigenleistung der Einheimischen erbracht. www.susaf.de (as)

Der Großteil lebe insbesondere im Hinterland in ärmlichen Verhältnissen, der Bildungsstand sei sehr niedrig. "Einfachste Regeln der Hygiene sind unbekannt, Trinkwasser wird in alten Ölkanistern geholt", ergänzte sein Bruder Guido. Auch um ihre Umwelt machten sich die Madegassen wenig Gedanken: "Da wird schon mal aus Spaß der Regenwald angesteckt." Brandrodungen verwüsteten den Boden auf Jahre, bei geringen landwirtschaftlichen Erträgen.

Als Fanja 2011 zum Gegenbesuch nach Deutschland kam, lernte Familie Letmathe sie kennen und erfuhr, dass die Unternehmerin eine Schule hatte bauen lassen. Zwar gibt es ein Schulwesen in Madagaskar, aber: "Der Staat schickt nur dann einen Lehrer, wenn es ein Schulgebäude gibt", so Frank Letmathe. Das ließe sich für – nach westlichen Maßstäben – unglaublich günstige 15.000 Euro bauen, um dort 80 Kinder zu unterrichten. Die Familie überlegte nicht lange. Sechs Parteien legten das Geld zusammen. Peter Letmathe brachte es nach Madagaskar und überwachte die Bauarbeiten. Im Februar 2012 war die Schule fertig, Frank und Guido Letmathe flogen zur Einweihung im Oktober hin. Sie staunten, wie gierig die Kinder die Bildung aufsaugten, die ihnen in der "Arche des Lernens" vermittelt wurde." Jetzt planen die Letmathes den Bau einer neuen Schule – und sammeln Spenden. "Es wäre schön, wenn das ein lippisches Projekt würde, an dem sich viele Menschen und Institutionen beteiligen." Nur Bildung könne den Kindern in Madagaskar zu einer besseren Zukunft verhelfen.

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