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Mit der Holzfigur des Hermann trifft Ernst Relzow ins Schwarze. Der Dachdeckermeister kann innerhalb von zwei Stunden 25 Exemplare verkaufen und damit den Verein „Cup der guten Hoffnung“ unterstützen. - © Knut Dinter
Mit der Holzfigur des Hermann trifft Ernst Relzow ins Schwarze. Der Dachdeckermeister kann innerhalb von zwei Stunden 25 Exemplare verkaufen und damit den Verein „Cup der guten Hoffnung“ unterstützen. | © Knut Dinter

Leopoldshöhe Hermann-Holzschnitt hilft der Hospizarbeit

Die Besucher unterstützten an den Ständen des Adventsmarktes auf dem Rathausvorplatz in Leopoldshöhe vor allem gemeinnützige Zwecke.

Knut Dinter
02.12.2019 | Stand 02.12.2019, 13:23 Uhr

Leopoldshöhe. Hermann war der Mann des Tages. Die hölzerne Miniaturausgabe des berühmten Denkmals zog alle Blicke auf sich. Etliche Besucher des Adventsmarktes kamen am Sonntag eigens wegen der Figur zum Vorplatz des Leopoldshöher Rathauses. Vorgartenwächter Mit seiner Idee hatte Dachdeckermeister Ernst Relzow aus Lage-Pottenhausen den Geschmack vieler Besucher getroffen. „Bisher haben wir für den Adventsmarkt kleine Herzen aus Schiefer hergestellt, doch die Nachfrage ging zurück“, sagte Relzow. Also musste etwas Neues her. Aus dicken Brettern schuf Relzow Skulpturen mit weihnachtlichen Sternmotiven. „Alles in Handarbeit“, wie er betonte. Doch ein Abbild des Hermann-Denkmals übertraf seine Erwartungen. Der Schwertträger kann als Wohnzimmerschmuck oder Vorgartenwächter dienen. Die Nachfrage war größer als das Angebot, die 25 Exemplare waren schnell verkauft. Relzow musste die weiteren Interessenten daher vertrösten. „Ich nehme aber gern noch Bestellungen an“, sagte er. „Es macht mir Spaß, wenn ich sehe, dass die Leute die Arbeiten schön finden.“ Er beteiligt sich regelmäßig am Adventsmarkt und bietet Dekorationsartikel an. Die Einnahmen gehen komplett an den Verein „Cup der guten Hoffnung“. Dessen Vorsitzender Michael Bartsch freute sich sehr über diese Spende. Denn der Verein fördert die Kinderkrebshilfe und unterstützt die ambulante Kinder- und Jugendhospizarbeit Lippe finanziell. „Innerhalb von sieben Jahren konnten wir schon 43.000 Euro an Spenden weitergeben“, sagte Bartsch. Er erwartet, dass die Einnahmen aus dem Verkauf des hölzernen Hermanns diesen Betrag noch deutlich erhöhen werden. Großes Gedränge herrschte am Stand der Bürgerstiftung, denn hier lockten echte „Glückslose“. Es seien keine Nieten darunter, versicherte Losverkäufer Helmut Eikermann. „Es gibt sogar eine Gans zu gewinnen.“ Die Besucher kauften reichlich, so dass Dagmar Weiß und Dirk Czychun kaum noch mit der Ausgabe der Preise nachkamen. Mit den Einnahmen finanziert die Bürgerstiftung musikalische Workshops für Kinder und Eltern. Sie lernen, eine Kistentrommel zu bauen und zu spielen. Carolin Kappel, Madlen Hardt und Christiane Liman vom Elternbeirat des Kindergartens Greste hatten sich etwas Besonderes einfallen lassen. Wer einen der Sachpreise erhalten wollte, musste an einem dicken Bündel von Fäden ziehen. Zu den Hauptgewinnen zählten große Stofftiere und Gutscheine für Trampolinspringen und Indoor-Spielplätze. Tipps der Landfrauen Neben frisch zubereiteter Zuckerwatte boten die Landfrauen an ihrem Stand auch nützliche Informationen an. Annette Kerker warb dafür, unverpackte Lebensmittel zu kaufen, und gab Tipps, wie sich Waschmittel selbst herstellen lassen. Als Mittel gegen die Kälte hielten SPD-Mitglieder Kirschglühwein und warmen Kakao bereit. Im Zelt des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) gab es „St. Nikolaus Glühwein“ und Gulaschsuppe aus eigener Herstellung. Die Leopoldshöher Hilfsorganisation hat ein neues Beatmungsgerät angeschafft. „Es kostet 10.000 Euro, dafür müssen wir noch viel Glühwein verkaufen“, sagte Marius Meiners. Saft in Spritzen Währenddessen gingen die DRK-Mitglieder Domenik Sonntag und Robin Aufenberg durch die Reihen und boten Fruchtsaft an – allerdings in ungewöhnlichen Behältnissen. Sie verabreichten „Injektionen“ aus großen Spritzen. Wer die Ruhe bevorzugte, konnte sich bei Regine Heidemann eine lange Holzstange ausleihen und etwas abseits an der Feuerschale duftendes Stockbrot backen. In der Kirche wiederum ließen 15 Schülerinnen und Schüler der Christlichen Musikschule in Leopoldshöhe weihnachtliche Lieder erklingen. Das Konzert vor Publikum diente zugleich als Generalprobe für die bevorstehenden Prüfungen, wie Schulleiter Juri Klassen sagte.

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