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Jugendliche und Erwachsene stellen sich mit Trillerpfeifen auf den Leopoldshöher Marktplatz. Damit appellieren sie an die Verantwortlichen, mehr für den Klimaschutz zu unternehmen. - © Knut Dinter
Jugendliche und Erwachsene stellen sich mit Trillerpfeifen auf den Leopoldshöher Marktplatz. Damit appellieren sie an die Verantwortlichen, mehr für den Klimaschutz zu unternehmen. | © Knut Dinter

Leopoldshöhe Protest mit Pfeifkonzert auf dem Marktplatz

Die weltweite Initiative von „Fridays for Future“ findet auch in Leopoldshöhe Gehör. Rund 50 Jugendliche und Erwachsene protestieren für mehr Klimaschutz.

Knut Dinter
29.11.2019 | Stand 29.11.2019, 18:35 Uhr

Leopoldshöhe. Trillerpfeifen gellten Freitagmittag eine Stunde lang über den Leopoldshöher Marktplatz. Während die Beschicker des Wochenmarktes ihr Obst, Gemüse und Geflügel verkauften, haben rund 50 Jugendliche und Erwachsene mit dem Pfeifkonzert ihre Sorge um das Klima ausgedrückt. Sie forderten, die zunehmende Erderwärmung entschiedener als bisher zu bekämpfen. Damit folgten sie einem weltweiten Aufruf von „Fridays for Future“. Nach Angaben der Initiatoren beteiligten sich doppelt so viele wie bei der ersten Aktion im September. Die Botschaften waren eindeutig: „Nicht nur Klimanotstand erklären, sondern Taten folgen lassen“ und „Hört auf, die Erde zu zerstören“, hieß es auf Plakaten. Für eine große Gruppe von Achtklässlern der Felix-Fechenbach-Gesamtschule hatte die Kundgebung einen ganz konkreten Bezug. „Das passt gut zu unserem Thema im Unterricht“, sagte die Schülerin Lina. Im Fach Gesellschaftslehre werden derzeit die Klimazonen der Erde behandelt. Termin für dieAktion ist bewusst gewählt worden „Ich finde es erschreckend, dass wir wegen der starken Klimaveränderungen eventuell irgendwann alle nicht mehr da sind“, meinte Paulina. Man müsse einfach aktiv werden, bevor es zu spät sei, ergänzte ihre Mitschülerin Samantha. „Es wird ja oft gesagt, dass die Jugendlichen so bequem und inaktiv sind. Wir wollen das Gegenteil beweisen.“ Jonas lag viel daran, die Ressourcen zu schonen und sich für saubere Luft einzusetzen. Und Anabell meinte: „Überall auf der Welt gibt es Naturkatastrophen, weil wir es nicht hinkriegen, auf die Umwelt zu achten. Ich sehe nicht ein, dass die Politiker und die großen Konzerne unsere Zukunft verbauen.“ Der Termin für die Aktion war bewusst gewählt, am Montag beginnt die Weltklimakonferenz in Madrid. Die Bewegung „Fridays for Future“ hatte den Impuls zu dem weltweiten Protest ausgelöst. In Leopoldshöhe hatte Birgit Kampmann die Veranstaltung angemeldet. Sie betonte, dass sie als Privatperson und nicht als Sprecherin der Grünen teilnehme. Auf Kundgebungsredner sei verzichtet worden, erläuterte Kampmanns Parteifreund Jürgen Hachmeister. „Wir wollen die Schüler und Studenten von ‚Fridays for Future’ unterstützen“, sagte er. „Es geht uns darum, mit den Pfeifen friedlich auf uns aufmerksam zu machen und ein Zeichen zu setzen.“ Neben weiteren Parteifreunden waren auch Mitglieder der SPD erschienen. "Klimanotstand ist schon mal ein Anfang" Zu den wenigen Erwachsenen, die sich auf dem Marktplatz eingefunden hatten, zählte Simon Maksymowicz. „Dass die EU gestern offiziell den Klimanotstand erklärt hat, finde ich super“, sagte er. „Das ist schon mal ein Anfang. Wir sind ja schon spät dran.“ Als Vater von drei Kindern möchte er später nicht gefragt werden: „Papa, warum hast du nichts gemacht?“ Denn ein intaktes Klima sei schließlich die Grundlage für das Leben. Sein jüngster Sohn Tobias war mit anderthalb Jahren der jüngste Teilnehmer. Er trug ein kleines Plakat mit der Aufschrift „Opa, was ist ein Schneemann?“ Als Selbstständiger ist Maksymowicz ganz direkt von den Folgen des Klimawandels betroffen. Neben seinem Bauunternehmen bietet er auch einen Winterdienst an. „Aber in den vergangenen Jahren gab es hier nur sehr wenig zu tun“, stellte er fest.

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