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Geruch: Charlotte von der Meden (links) kommt regelmäßig zu Besuch in die Siedlung Kolmarer Straße und bemerkt dann die unangenehmen Gerüche aus dem Kanal. Rolf Hess wohnt seit 14 Jahren an der Kolmarer Straße und fühlt sich wie Christel Förster und Giesela Niendorf belästigt. Christian Schönwälder (vorn) demonstriert sein Unbehagen mit einer Maske vor dem Gesicht.  - © Thomas Dohna
Geruch: Charlotte von der Meden (links) kommt regelmäßig zu Besuch in die Siedlung Kolmarer Straße und bemerkt dann die unangenehmen Gerüche aus dem Kanal. Rolf Hess wohnt seit 14 Jahren an der Kolmarer Straße und fühlt sich wie Christel Förster und Giesela Niendorf belästigt. Christian Schönwälder (vorn) demonstriert sein Unbehagen mit einer Maske vor dem Gesicht.  | © Thomas Dohna

Leopoldshöhe Es stinkt in der Kolmarer Straße

Immer wieder verbreitet sich ein heftiger Fäkaliengeruch über der Straße. Anwohner vermuten einen Zusammenhang mit dem Umbau von Kanälen. Bei gewissen Wetterlagen sei das Problem besonders groß.

Thomas Dohna
27.11.2019 | Stand 28.11.2019, 13:51 Uhr

Leopoldshöhe. Zu jeder Jahreszeit riecht es in der Kolmarer Straße manchmal unangenehm. Die Anwohner merken es oft gar nicht mehr, sagen sie. Besucher schon. Öfter schon haben sich die Anwohner bei der Gemeindeverwaltung beschwert. Gebessert hat sich nichts. Die Verwaltung kennt das Problem, weiß aber auch keinen Rat. Christel Förster wohnt seit 1970 in der Siedlung Kolmarer Straße. Damals, kurz nach der Gründung der Großgemeinde Leopoldshöhe, entstand sie am Nordrand Schuckenbaums. Förster erinnert sich noch gut daran, wie vier Generationen in ihrem Haus lebten, Eltern, Großeltern, Kinder und Enkel. Damals habe es überall Kinder gegeben. „Wir haben ja alle gemeinsam gebaut", erinnert sich Förster. Heute leben drei Generationen unter dem Dach. Wieder gibt es Kinder in der Siedlung. Heute ist die 81-Jährige ist in ihrem Haus die Älteste. Wann es mit dem Gestank begonnen hat, vermag Förster nicht zu sagen. Sie weiß aber, dass es da einen Zusammenhang mit dem Umbau der Kanalisation geben muss. Sicher ist sie sich, dass es vor zehn Jahren noch nicht gestunken hat. Bei gewissen Wetterlagen sei es ganz schlimm, sagt Rolf Hess. Er wohnt seit 14 Jahren in seinem Haus an der Kolmarer Straße. Immer wenn er von der Herforder Straße in die Kolmarer Straße einfahre, schalte er in seinem Auto die Lüftung aus, berichtet Försters Enkel Christian Schönwälder. Den Punkt kennt Brigit Niekamp. Sie ist in der Gemeindeverwaltung für die Kanalisation zuständig. Das sei vor mehr als 25 Jahren so gebaut worden. An der Stelle werde Schmutzwasser aus Nienhagen aus einer Druckleitung in den offenen Kanal gepumpt. Dabei komme es zu Verwirbelungen. Das Wasser fließe dann im Kanal unter der Kolmarer Straße zu einer Pumpstation, wo es in einen Schacht stürze. Auch da komme es zu Verwirbelungen. Anwohner Rolf Hess bestätigt das: Hier sei die zweite Stelle in der Kolmarer Straße, an der es besonders stark rieche. Dass die Anwohner sich über den Gestank ärgern, kann sie nachvollziehen. Solche Stellen gebe es überall im Gemeindegebiet. Auch in anderen Kommunen würden Anwohner und Verwaltungen mit den Gerüchen kämpfen, was natürlich kein Trost sei.Niekamp zufolge war die Gemeinde in der Vergangenheit nicht untätig. In den Schächten an der Einmündung der Kolmarer Straße auf die Herforder Straße habe das Abwasserwerk Filter eingebaut, die den Geruch zurückhalten sollen. In der Nähe der Pumpstation sind solche Filter ebenfalls eingebaut worden. Außerdem seien Platten eingehängt worden, die mit ihrem Geruch den der Fäkalien überdecken sollen. Sauerstoff könnte wohl helfen Den Kanal ganz dicht zu machen, sei keine Alternative, stellt Niekamp fest: „Wir brauchen Sauerstoff im Kanal." Dort reichere sich sonst Schwefelwasserstoff an, der dann den Beton der Rohre zersetzt. Manchmal gebe es nicht die eine richtige Lösung, meint Niekamp. Sie schaue immer, welche neuen Entwicklungen es gebe. Zur Zeit spült das Abwasserwerk die Leitungen einmal im Quartal durch. Auch wenn es regnet, lässt die Geruchsbelästigung nach, haben die Anwohner festgestellt. „Obwohl wir dort ein Trennsystem haben, macht sich Regen im Schmutzwasser immer bemerkbar", sagt Niekamp. Wenn es besonders stark rieche, sollten die Anwohner das Abwasserwerk benachrichtigen. „Das machen wir auch", bestätigt Christel Förster. Die Arbeiter kämen immer recht bald.

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