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Fröhliches Gezwitscher: Trotz der Aktivitäten der Bauarbeiter fühlen sich die „Hausbesetzer“ in einem noch unfertigen Kellerraum recht wohl. - © NABU Leopoldshöhe
Fröhliches Gezwitscher: Trotz der Aktivitäten der Bauarbeiter fühlen sich die „Hausbesetzer“ in einem noch unfertigen Kellerraum recht wohl. | © NABU Leopoldshöhe

Leopoldshöhe Rauchschwalben besetzen Baustelle in Leopoldshöhe

Noch bevor die Bauarbeiten beendet sind, hat sich in einem Leopoldshöher Mehrfamilienhaus ein Pärchen im Keller eingenistet und zieht Nachwuchs groß

Knut Dinter
13.08.2019 | Stand 12.08.2019, 18:04 Uhr

Leopoldshöhe. Noch bevor ein Mehrfamilienhaus in Leopoldshöhe bezugsfertig wurde, haben vor einigen Tagen bereits Mieter ihr Quartier bezogen. Wie Ewald Thies vom Naturschutzbund (NABU) erfuhr, haben sie sich im Keller des Rohbaus gemütlich eingerichtet. „Und dies unter den Augen der Bauarbeiter, die sich verwundert zeigten und aus dem Staunen nicht mehr heraus kamen“, sagte Thies. Die entschlossen und risikobereit auftretenden Hausbesetzer waren zu zweit. Es ist ein Pärchen, das sich unbefugt Zugang zu fremden Räumlichkeiten verschafft hatte. „Im üblichen Sprachgebrauch nennt man dies Hausfriedensbruch“, meinte Thies amüsiert. Allerdings handelt es sich bei den Eindringlingen um gefiederte Gäste, es sind Rauchschwalben. Die hatten sich im Keller auf einer Verschalungsstütze ein Nest gebaut. "Die Maurer freuen sich" Derzeit werden hier zwei Jungvögel versorgt. Um ihre hungrigen Jungen zu erreichen, nutzen die Schwalbeneltern je nach dem Stand der Bauarbeiten drei Einflugwege. Mal fliegen sie galant durch das mit Schalungsstützen gesicherte Treppenhaus, mal zielsicher durch das Kellerfenster oder nahezu senkrecht nach unten durch den noch offenen Kellertreppenschacht. „Die Maurer freuen sich jedenfalls über das rege Treiben der fliegenden Sommergäste und darüber, dass die Vögel ihren Arbeitsalltag beleben und mit akrobatischen Flugbewegungen und fröhlichem Gezwitscher abwechslungsreich machen“, sagte Thies. Die Verschalungen, Stützen und Träger sollen, so die Zusicherung der Bauarbeiter, so lange nicht angerührt werden, wie das Brutgeschäft andauert. Wenn Schwalben in Haus und Hof willkommen sind, kann die Auszeichnung „Schwalbenfreundliches Haus“ beantragt werden. Infos beim Nabu NRW, Tel. (02 11) 1 59 25 10.

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