Blick in den Plan: Vor der Baugrube informieren sich Wohnbau-Architektin Julia-Verena Redecker (v. l.), Geschäftsführer Thorsten Kleinebekel, Bürgermeister Gerhard Schemmel, Matthias Kröger vom Bauunternehmen Stumpe und Dirk Puchert-Blöbaum, Leiter des Fachbereichs Bauen, Planen, Ordnung der Gemeindeverwaltung. - © Knut Dinter
Blick in den Plan: Vor der Baugrube informieren sich Wohnbau-Architektin Julia-Verena Redecker (v. l.), Geschäftsführer Thorsten Kleinebekel, Bürgermeister Gerhard Schemmel, Matthias Kröger vom Bauunternehmen Stumpe und Dirk Puchert-Blöbaum, Leiter des Fachbereichs Bauen, Planen, Ordnung der Gemeindeverwaltung. | © Knut Dinter

Leopoldshöhe Bauen für bezahlbares Wohnen

„Gartenquartier“: Am Augustenweg in Leopoldshöhe entstehen derzeit 42 Genossenschaftswohnungen, mit der Fertigstellung wird im Herbst 2020 gerechnet

Knut Dinter
14.06.2019 | Stand 13.06.2019, 18:18 Uhr

Leopoldshöhe. Das Interesse an preiswerten Mietwohnungen ist auch in Leopoldshöhe groß. Um diesen Bedarf zu decken, entstehen am Augustenweg derzeit 42 Genossenschaftswohnungen, wie die Wohnbau Lemgo eG informierte. „Wir haben bislang vor allem das Einfamilienhaus im Blick gehabt und den Mietwohnungsbau etwas vernachlässigt", sagte Bürgermeister Gerhard Schemmel. „In Leopoldshöhe eine passende Wohnung zu finden, war nicht so einfach." Eine Standortanalyse hat diese Einschätzung mit Zahlen unterlegt. Der Bedarf werde auch in den kommenden Jahren weiter steigen. Mitte Mai rollten die Bagger an, um die Baugruben auszuheben, teilte Wohnbau-Geschäftsführer Thorsten Kleinebekel mit. „Es ist eines unserer größten Projekte der vergangenen Jahre." Im ersten Bauabschnitt entstehen zwei Gebäude mit 28 Wohnungen. Die zweigeschossigen Gebäude mit Staffelgeschoss werden über einen Aufzug verfügen. Die barrierearmen Wohnungen erhalten Balkone oder Terrassen. 5,50 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter „Um den unterschiedlichen Nachfrage- und Zielgruppen gerecht zu werden, sind freifinanzierte und öffentlich geförderte Wohnungen geplant", sagte Kleinebekel. So sollen die Einstiegsmieten für 14 Wohnungen im geförderten Bereich bei 5,50 Euro pro Quadratmeter und Monat liegen. Freifinanziert wird die durchschnittliche Kaltmiete für 28 Wohnungen 8,50 Euro pro Monat betragen. Im ersten Bauabschnitt sind zehn Wohnungen öffentlich gefördert. Die Fertigstellung ist für Herbst 2020 geplant. Mit dem zweiten Bauabschnitt wird die Genossenschaft im Frühjahr 2020 beginnen. Neben den klassischen Grundrissen mit zwei und drei Zimmern sind knapp 40 Quadratmeter große Einzimmer-Apartments ebenso vorgesehen wie 130 Quadratmeter große Familienwohnungen. Eine Besonderheit stellen vier Maisonette-Wohnungen dar, die sich über zwei Etagen erstrecken. Die Energieversorgung der Gebäude erfolgt durch ein Blockheizkraftwerk. Es wird ebenfalls von der Wohnbau Lemgo erreichtet und technisch von den Stadtwerken Lemgo ausgestattet und betrieben. Die Genossenschaft ist in Leopoldshöhe bereits mit Wohnungen an der Asemisser Allee vertreten. „Mit diesem Projekt am Augustenweg übertreffen wir mit einem Schlag den gesamten bisherigen Bestand im Ort", betonte Geschäftsführer Kleinebekel. Die Investitionssumme beträgt 10 Millionen Euro. Für die Ausführung zeichnet das Bauunternehmen Eduard Stumpe aus Lügde verantwortlich. Auf der Baustelle sind 35 Mitarbeiter beschäftigt, wie Geschäftsführer Matthias Kröger mitteilte. Kindergarten gleich nebenan Das „Gartenquartier Augustenweg" befindet sich am östlichen Rand des Ortskerns, dennoch können die Geschäfte, die gastronomischen Betriebe, die Schulen und die Busse schnell erreicht werden. Eine Kindertagesstätte befindet sich gleich nebenan. Sobald das Bauschild errichtet war, haben sich nach den Worten von Kleinebekel schon Interessenten gemeldet. „Teilweise sind einige Wohnungen schon mit den Namen der künftigen Mieter versehen, die Entwicklung ist sehr zufriedenstellend." Die SPD im Rat ist über den Baubeginn erfreut. Damit werde eines der erklärten Ziele der SPD umgesetzt, die schon seit langem mehr Einsatz von Rat und Verwaltung für dauerhaften und bezahlbaren Mietwohnungsbau fordere. „Wir haben in den vergangenen 20 Jahren viel für Familien getan. Auch der Bereich der barrierefreien Eigentumswohnungen wurde gut abgedeckt. Nichts passiert sei im Bereich des Mietwohnungsbaus. Hier wird nun mit diesem Projekt ein Anfang gemacht", teilte Andreas Brinkmann, baupolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, mit. Weitere Mietwohnungsbauprojekte, eventuell auch in kommunaler Hand, seien erforderlich.

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