Streifen: Bernfried Hanemann vermutet, dass die farblich abgesetzten Streifen auf den Bürgersteigen entlang der Heeper Straße in Bechterdissen eine Parkmöglichkeit bieten. Das verneint die Kreisverwaltung. - © Thomas Dohna
Streifen: Bernfried Hanemann vermutet, dass die farblich abgesetzten Streifen auf den Bürgersteigen entlang der Heeper Straße in Bechterdissen eine Parkmöglichkeit bieten. Das verneint die Kreisverwaltung. | © Thomas Dohna

Leopoldshöhe Debatte um Schutzstreifen

Verkehrssicherheit: Der Bechterdisser Bernfried Hanemann wendet sich gegen die Forderung Willi Wächters, einen Radfahrerschutzstreifen einzurichten

Thomas Dohna
04.06.2019 | Stand 03.06.2019, 17:04 Uhr

Leopoldshöhe. Die Anzeige zeigte es: Rund 70 Prozent der Autofahrer auf der Heeper Straße fahren zu schnell. Das hat Willi Wächter beobachtet. Er möchte das gefahrene Tempo reduzieren und dafür einen Radfahrerschutzstreifen einrichten. Bernfried Hanemann sieht das anders und weist auf mögliche Parkplatzprobleme, hervorgerufen durch den Schutzstreifen, hin. Wächter hatte in einem Gespräch mit dieser Zeitung seinen Antrag an den Verkehrsausschuss der Gemeinde vorgestellt. Einen 1,30 Meter breiten Schutzstreifen solle es geben. Schon die optische Einschränkung führe zu geringeren Geschwindigkeiten, will Wächter auf der Hauptstraße beobachtet haben. Dort gibt es seit etlichen Jahren einen solchen Schutzstreifen. Um den Straßenraum optisch einzuengen, habe der Kreis an den Rändern durchgezogene Linien aufbringen lassen, und zwar in etlichen Zentimetern Abstand von Bordstein. Hanemann schätzt Wächters Leistungen für die Großgemeinde. „Er hat viel getan“, sagt der gelernte Maschinenbauer. An dieser Stelle aber liege Wächter nicht ganz richtig. Werde ein solcher Schutzstreifen eingerichtet, dürfe entlang der Heeper Straße nicht mehr geparkt werden. Ein Blick in die Straßenverkehrsordnung bestätigt das: Im Abschnitt „Markierungen“ steht: „Wer ein Fahrzeug führt, darf auf durch Leitlinien markierten Schutzstreifen für den Radverkehr nicht parken.“ Linien schaffen Parkraum Die durchgezogenen Linien seien nicht wegen der Einengung des Straßenprofils aufgebracht worden, sondern um Parkraum zu schaffen. Die Autos dürften so halb auf der Straße und halb auf dem Gehweg stehen. Die mit einem dunkleren Grau auf dem Gehweg abgesetzte Flächen am Rand des Bordsteins weise darauf hin. Der Bordstein selbst sei abgeschrägt, damit leichter auf den Weg gefahren werden könne. Diese Zeitung fragte beim Kreis Lippe nach. Der hat die Straße 1985 und 1986 bauen lassen und ordnet als Straßenverkehrsbehörde Verkehrszeichen an, zu denen auch Radfahrerschutzstreifen und durchgezogene Linien gehören. Die Antworten des Kreises sind klar: Bei dem Bürgersteig handelt es sich in bestimmten Abschnitten um einen nicht benutzungspflichtigen Geh- und Radweg und in anderen um einen Gehweg, der für Radfahrer freigegeben ist. Auf dem Geh-/Radweg darf nicht geparkt werden, weil es eine erlaubende Beschilderung dort nicht gibt. Allerdings dürfe auf der Fahrbahn geparkt und gehalten werden. Schräge Bordsteine haben keinen besonderen Grund Mit der zweifarbigen Pflasterung werde der Sicherheitstrennstreifen des Geh- und Radwegs zur Fahrbahn hin gekennzeichnet. Die durchgezogenen Linien sollen den Fahrbahnquerschnitt optisch einengen. So will der Kreis das Geschwindigkeitsniveau reduzieren. Dass seinerzeit schräge Bordsteine eingebaut wurden, habe keinen besonderen Grund, teilt die Kreisverwaltung mit. Die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten würden in unregelmäßigen Abständen sowohl vom Kreis Lippe als auch von der Polizei überwacht.

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