Hier wäre dann auch noch was frei: Auf Stiefelständern wie auf diesem Symbolbild können Kinder ihre Gummistiefel trocknen lassen, wenn sie sie nach einem Spaziergang ausgezogen haben. Durch Sand sind fast alle gestiefelt - © Knut Dinter
Hier wäre dann auch noch was frei: Auf Stiefelständern wie auf diesem Symbolbild können Kinder ihre Gummistiefel trocknen lassen, wenn sie sie nach einem Spaziergang ausgezogen haben. Durch Sand sind fast alle gestiefelt | © Knut Dinter

Leopoldshöhe Leopoldshöhe kennt keine „Kita-Krise“

Betreuung: Auch bei kurzfristigem Bedarf wird die Nachfrage erfüllt. Im FamilienService Büro der Gemeinde wird sogar eine Liste mit freien Plätzen geführt

Knut Dinter
28.05.2019 | Stand 27.05.2019, 19:02 Uhr

Leopoldshöhe. Die Schlagworte und Schlagzeilen lauten „Kita-Platz-Not“, „Kita-Krise“ oder gar „Kita außer Kontrolle“. Für Eltern, die ihre Kinder unterbringen möchten, wird die Lage immer brisanter. In Städten wie Berlin werden für Tipps zum Teil schon vierstellige Summen angeboten. In Leopoldshöhe ergibt sich dagegen ein ganz anderes Bild. „Eine so extreme Situation wie sie in Großstädten herrscht, haben wir nicht“, teilte Bürgermeister Gerhard Schemmel auf Anfrage mit. „Die Versorgungssituation bei den Kindergärten ist relativ gut, Wartelisten gibt es bei uns nicht.“ Wolfgang Strauß, Leiter des FamilienServiceBüros der Gemeinde, konnte dies nur bestätigen. „Aktuell haben wir sogar noch 17 freie Plätze“, sagte er. So biete die Kita „Spatzennest“ noch zwei Betreuungsplätze zu je 25 Stunden an, bei den „Kleinen Strolchen“ können ebenfalls noch zwei Kinder aufgenommen werden und der AWO-Kindergarten „Am Kreisel“ verfügt noch über drei freie Plätze zu je 35 Stunden. »Wir können der Nachfrage gerecht werden« „Damit stehen wir in Leopoldshöhe gut da und können der Nachfrage gerecht werden“, erklärte Strauß. „Im Notfall kann eine Kita auch weitere Kinder aufnehmen. Ein Korridor von zehn Prozent über die eigentliche Kapazität hinaus ist zulässig.“ Das FamilienServiceBüro führt eine Liste mit den freien Plätzen. „Es kommt gelegentlich vor, dass Kinder wieder abgemeldet werden“, erläuterte Strauß. „So hatten wir in jüngster Zeit mehrere Absagen bei den unter Dreijährigen.“ Die Gründe können vielfältig sein, zum Beispiel, weil die angebotene Stundenzahl nicht passgenau ist. Nach solchen Abmeldungen werden die Eltern um Mitteilung gebeten, ob grundsätzlich noch ein Bedarf noch besteht. „Falls es so sein sollte, verständigen wir das zuständige Jugendamt des Kreises und versuchen gemeinsam eine Lösung zu finden“, sagte Strauß. Mit dem FamilienServiceBüro habe Leopoldshöhe ein Alleinstellungsmerkmal, betonte Bürgermeister Schemmel. Es dient als Anlaufstelle für alle Fragen rund um die Betreuung, Förderung und Erziehung von Kindern. Zum Beispiel kann kurzfristig ein Betreuungsbedarf entstehen, weil ein Elternteil längere Zeit erkrankt oder familiäre und berufliche Aufgaben nicht mehr vereinbart werden können. Auch in anderen Fragen der Förderung und Erziehung von Kindern hilft das Büro weiter. Dass Leopoldshöhe den gesetzlichen Anspruch auf einen Kindergartenplatz auch einlösen kann, führt der Bürgermeister auf die intensive Zusammenarbeit der Gemeinde mit allen freien Trägern zurück. So findet ein regelmäßiger Austausch statt, bei denen das Angebot aufeinander abgestimmt wird. „Auf diese Weise verhindern wir, dass sich eine Konkurrenz entwickelt“, sagte Schemmel. „Die Leitungskräfte der Kindergärten arbeiten vertrauensvoll zusammen.“ Diese Art der Kooperation in Bezug sowohl auf Kapazitäten als auch auf die Qualität der Kinderbetreuung sei schon etwas Besonderes. „Das Land NRW unterstützt uns dabei finanziell, so dass wir mehr Geld zur Verfügung haben, das wiederum den Kindergärten zugutekommt“, sagte Schemmel.

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