Zukunftsvisionen: Der geplante Neubau für die Felix-Fechenbach-Gesamtschule war der Auslöser für die Beteiligung der Gemeinde Leopoldshöhe am Verfahren um ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK). Die Ideen beim Workshop sprudelten und werden geprüft und bewertet. Foto: Thomas Dohna - © Thomas Dohna
Zukunftsvisionen: Der geplante Neubau für die Felix-Fechenbach-Gesamtschule war der Auslöser für die Beteiligung der Gemeinde Leopoldshöhe am Verfahren um ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK). Die Ideen beim Workshop sprudelten und werden geprüft und bewertet. Foto: Thomas Dohna | © Thomas Dohna

Leopoldshöhe Ideen für ein schöneres Leopoldshöhe

Mitgestaltung: Während des ersten Workshops zum Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept äußern sich Bürger und Politiker skeptisch zum Erfolg. Nötige Kooperation mit der Stadt Lage sorgt für Unverständnis

Thomas Dohna
15.05.2019 | Stand 14.05.2019, 19:47 Uhr

Leopoldshöhe. Vorschläge, Ideen und Anregungen haben die Bürger beim ersten Workshop zum geplanten Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) eingebracht. Und zwar reichlich. Die etwa 60 Besucher des Workshops äußerten aber auch Kritik und Unverständnis zum Verfahren. Das ISEK soll Geld in die Gemeinde spülen. Jedes genehmigte Projekt der Gemeinde wird mit 60 Prozent Landesgeld gefördert, jedes genehmigte private Projekt mit 40 Prozent, erläuterte Carsten Lottner von der Deutschen Stadt- und Grundstücksgesellschaft (DSK). Reine Wohngebiete würden nicht gefördert. Es gehe um zentrale Bereiche, Verkehr und Wohnen in den Innenstädten. Die Felix-Fechenbach-Gesamtschule könne, obwohl sie am Rand des Ortsteils Leopoldshöhe liegt, wegen ihres geplanten Neubaus für die unteren Jahrgänge einbezogen werden. Kaum Berührungspunkte mit Lage Leopoldshöhe müsse mit Lage kooperieren, um Fördergelder zu bekommen, sagte Lottner. Das regte zwei Ratsmitglieder zu Fragen an. Jürgen Hachmeister, Fraktionsvorsitzender der Grünen, wollte wissen, warum es Lage sein müsse. Hermann Graf von der Schulenburg (FDP) fragte nach einer logischen Begründung dafür. Die Förderprogramme hätten ihren Fokus auf der Daseinsvorsorge, erläuterte Lottner. Auf den Hinweis, dass es kaum Berührungspunkte zwischen den beiden Kommunen gebe, verwies Lottner auf den öffentlichen Nahverkehr. Außerdem seien alle anderen Kommunen um Leopoldshöhe herum zum Teil schon seit Jahren in den Förderprogrammen aktiv. Eine Kooperation sei also nicht mehr möglich. Birgit Kampmann (Grüne) fragte nach, ob die Vorschläge zum ISEK den gleichen Weg gehen würden wie die der Leader-Prozesse. Auch da haben es eine Bürgerbeteiligung gegeben. „Ich habe keine Lust, wieder einen Prozess mitzumachen, bei dem 90 Prozent der Ideen herausfallen", sagte sie. Lottner verwies darauf, dass Ideen, die nicht gefördert würden, von den Kommunen allein umgesetzt werden könnten. Vorgaben für die Förderung der Projekte sind schwer nachvollziehbar Günter Dove (SPD) zeigte sich irritiert über die Grenzen, innerhalb derer Projekte als förderfähig gelten. Damit fasste er die Bedenken etlicher Teilnehmer zusammen, die sich fragten, warum das Gelände eines Industrieunternehmens in Leopoldshöhe, das Gemeindehaus der mennonitischen Gemeinde oder eine zur Bebauung vorgesehene Fläche an der Grester Straße nicht in das Fördergebiet aufgenommen worden seien. Es gehe um die öffentliche Infrastruktur, um Schulen, Straßen, Wege, Plätze, Bahnhof, Verwaltung, Grünflächen und um Leerstände. Trotz dieser Erläuterungen meinten einige Politiker während der anschließenden Workshopsitzungen, dass die Grenzziehungen den Bürgern nicht vermittelbar seien. Dennoch sprudelten die Ideen: Die Asemisser wünschten sich die Sanierung des Rotdornweges, einer Rad- und Fußverbindung zwischen dem Zentrum und dem Gewerbegebiet. Die Waldstraße solle umgestaltet werden und einen Gehweg bekommen. Ähnliche Ideen gab es für die Grester Straße. An der Hauptstraße solle es einen richtigen Radweg geben. Es geht ums Geld und die Umsetzung Die Leopoldshöher empfinden die Grundschule Nord als zu klein. Eine Gruppe aus Lehrern und Schülern der Felix-Fechenbach-Gesamtschule fragte sich, wie auch andere die Schulgebäude nutzen könnten. Eventuell könne die Gemeindebücherei einziehen. Rückzugsräume für die Schüler solle es geben und Toiletten in allen Gebäuden. Teilnehmer anderer Gruppen lobten den vor einigen Jahren neu gestalteten Marktplatz. Der Parkplatz des Nahversorgungszentrums ist vielen zu klein. Lärm- und Licht-Emissionen, die vom Sportplatz ausgehen, sollen eingedämmt werden.Jetzt werden die Ideen von den Mitarbeitern des Planungsbüros DSK und der Verwaltung gesichtet, gewertet und in Pläne gegossen, bei denen es ums Geld und um die Umsetzung geht. Im September sollen die Bürger ein weiteres Mal beteiligt werden. Der Gemeinderat wird im Oktober beschließen.

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