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Kunst von Kindern: Die roten Fadennester des dritten Jahrgangs verschönern eine Wand im Neubau. Christian Müller und Elisa Müller (7) finden einen der drei versteckten Gegenstände. Ein weiterer ist ein Würfel. - © Karolina Schmidt
Kunst von Kindern: Die roten Fadennester des dritten Jahrgangs verschönern eine Wand im Neubau. Christian Müller und Elisa Müller (7) finden einen der drei versteckten Gegenstände. Ein weiterer ist ein Würfel. | © Karolina Schmidt

Leopoldshöhe Die Grundschule wird zum Museum

Leopoldshöher Grundschüler haben in einer Kunst-Projektwoche plastische Raumgestaltungen entworfen. Inspiriert hat sie eine Ausstellung im MARTa Herford

Karolina Schmidt
07.05.2019 | Stand 06.05.2019, 18:04 Uhr

Leopoldshöhe. 346 Traumfänger aus alten CDs hängen von der Decke eines Flures der Grundschule Nord in Leopoldshöhe. Die Fenster sind mit blauem und lila Transparenzpapier abgeklebt und tauchen den Flur in eine Unterwasser-Atmosphäre. Die Traumfänger blitzen von der Decke wie kleine Fische unter einer sonnenbeschienenen Wasseroberfläche und es wird ganz deutlich – die Kunstausstellung in der Grundschule Nord ist etwas Besonderes. Im September vergangenen Jahres besuchten die Jahrgänge zwei bis vier die Ausstellung „Willkommen im Labyrinth – Künstlerische Irreführungen“ im MARTa-Herford, bei welcher sie rätselhafte und spannende Rauminstallationen bestaunten. „Ich war von der Ausstellung so begeistert, dass ich das mit den Kindern in der Schule auch machen wollte“, beschrieb Lehrerin Antje Happich-Pfeiffer die Idee zu der Kunst-Projektwoche. Entstanden ist die Ausstellung „Willkommen in Labyrinth reloaded“, in dessen Rahmen fünf Gemeinschafts- und Individualprojekte entstanden sind. Jede Jahrgangsstufe erarbeitete gemeinsam ein Jahrgangsstufenprojekt und alle Kinder zusammen gestalteten den „Traumfängergang“. Inspiration holten sich die Kinder von den gestalterischen Grundideen der Künstler der MARTa-Ausstellung. In der Grundschule Nord steht jetzt ein Raumschiff Der zweite Jahrgang knüpfte aus bunten Stoffbahnen ein Tipi, welches von der Decke eines Klassenzimmers hing. „Das Zelt soll ein gemütlicher Treffpunkt für uns Kinder sein“, so einer der Zweitklässler. Die Kinder des dritten Jahrgangs gestalteten eine Wand im Neubau um. An dieser roten Wand hängen nun unterschiedlich große rote Fadennester, in welchen drei Gegenstände versteckt sind. „Die rote Wand wird auch nach der Ausstellung in der Schule bleiben. Ich habe Respekt davor, wie toll das geworden ist“, lobte Happich-Pfeiffer das Projekt. Die anderen Ausstellungsstücke blieben vorübergehend in der Schule, so die Lehrerin. Aus dem letzten Raum im roten Trakt drangen schließlich außerirdische Klänge, die das Gemeinschaftsprojekt des vierten Jahrgangs atmosphärisch untermauerten. Die Kinder bauten aus diversen Materialien ein begehbares Raumschiff. Von außen eher unscheinbar verklebte Pappkartons, entfaltete das Raumschiff von innen einen galaktischen Charakter: „Wir haben Kassetten, Kartons, Lichterketten, Gummihandschuhe, einen Globus und leere Toffifee-Verpackungen verbaut“, erzählte der Viertklässler Lasse Hagensieker stolz. Die Besucher standen meterlang Schlange, um einmal selbst durch das mit Silberfolie verklebte Raumschiff zu gehen. Die Erstklässler, die die Ausstellung im MARTa-Herford gar nicht gesehen hatten, beteiligten sich auch an der Kunst-Projektwoche: In der Pausenhalle arrangierten sie ein Zebralabyrinth und gestalteten jeweils ein eigenes kleines Zebra. Eine Rallye begleitete die Ausstellung. Die Kinder konnten spannende Fragen zu den Projekten beantworten, um bei einer anschließenden Tombola abzustauben. Im Kreativbereich durfte sich jeder Besucher zusätzlich einmal selbst ausprobieren und etwas gestalten. „Ich bin unheimlich froh, dass wir die Kunst-Projektwoche gemacht haben. Die Kinder haben richtig toll gearbeitet“, resümierte Happich-Pfeiffer den Erfolg. Den bestätigten auch die mehreren Hundert Besucher.

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