Jeder soll Leben retten können: FFG-Leiter Manfred Kurtz und seine Stellvertreterin Kathrin Slotta üben an einer Puppe die Herzdruckmassage. - © Thomas Dohna
Jeder soll Leben retten können: FFG-Leiter Manfred Kurtz und seine Stellvertreterin Kathrin Slotta üben an einer Puppe die Herzdruckmassage. | © Thomas Dohna

Leopoldshöhe Alle Gesamtschüler werden zu Ersthelfern

Lebensrettung: Die Felix-Fechenbachschule will im Umgang mit Defibrillator und Herzmassage schulen

Thomas Dohna
04.05.2019 | Stand 03.05.2019, 18:21 Uhr

Leopoldshöhe. Eine Erste-Hilfe-Arbeitsgemeinschaft gibt es an der Felix-Fechenbach-Gesamtschule schon. Das reicht den Biologie- und Sportlehrern sowie Schulleiter Manfred Kurtz nicht. Sobald als möglich sollen alle Schüler ab dem achten Jahrgang einen Erste-Hilfe-Kursus durchlaufen. Nach dem Ende ihrer Schulzeit werden damit FFG-Schüler ausgebildete Ersthelfer sein.Auslöser sind Erlebnisse aus der Lehrerschaft, bei denen es um Wiederbelebung ging. Schulleiter Kurtz arbeitete schon länger daran, einen Defibrillator in die Schule zu bekommen. Außerdem braucht die FFG Puppen, an denen die Schüler die Herzdruckmassage üben können. Kurtz fand Hilfe bei der Volksbank Bad Salzuflen, die einen Defibrillator finanzierte. Er hängt im Eingang der Dreifach-Sporthalle. Carsten Holtgrefe von Struck-Medizintechnik, einem Hersteller von Defibrillatoren, ist dennoch nicht ganz glücklich mit der Stelle, denn außerhalb der Schulzeiten ist das Gerät im Notfall hinter einer verschlossenen Tür.„Jeder kann und darf das Gerät bedienen“, betont Holtgrefe. Kindern falle das leicht, die seien unbefangen und oft pfiffiger als Erwachsene. Christian Keller, Marketingleiter der Volksbank und ausgebildeter Ersthelfer, empfindet eine Einweisung in das Gerät dennoch als hilfreich, um eventuelle Unsicherheiten zu beseitigen. Ein solches Gerät zu haben, sei wie eine Versicherung, die man hoffentlich nie benötige. "Das wollen wir für Lippe auch erreichen" Die Initiative, die Anschaffung von Defibrillatoren zu finanzieren, sei von den Herforder Volksbank-Kollegen ausgegangen. Die hätten inzwischen mehr als 100 dieser Geräte finanziert und an öffentlichen Orten installieren lassen. Inzwischen gebe es in der Rettungsleitstelle des Kreises Herford eine Karte, auf denen alle „Defis“ verzeichnet seien. „Die Leitstelle kann dann sagen, wo das nächste Gerät hängt“, sagt Holtgrefe. So könne das Gerät von medizinischen Laien eingesetzt werden, bevor der Rettungsdienst eintreffe. „Das wollen wir für Lippe auch erreichen“, kündigt Keller an. Der plötzliche Herztod nach einem Herzkammerflimmern können jeden zu jeder Zeit treffen, sagt Holtgrefe. Mit einem Defibrillator drücke man den Reset-Knopf für die elektrische Ansteuerung des Herzens. Wichtiger noch sei die Herzdruckmassage, um das sauerstoffgesättigte Blut wieder ins Gehirn zu pumpen. Denn schon nach drei Minuten begännen die ersten Hirnzellen abzusterben. Christian Keller sagte der FFG Hilfe für die Anschaffung der nötigen Übungspuppen zu.

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